Leverkusen ist eine Sportstadt, das wurde am Dienstagabend mal wieder deutlich.
Ehrung im Schloss MorsbroichLeverkusen zeichnet seine Sportasse aus

Leverkusen zeichnete wieder seine besten Sportlerinnen und Sportler aus.
Copyright: Niklas Pinner
Das goldene Buch der Stadt Leverkusen ist um 17 Unterschriften reicher. Am Dienstagabend zeichnete die Stadt Leverkusen um Oberbürgermeister Stefan Hebbel und der Sportpark die erfolgreichsten Sportlerinnen und Sportler der des vergangenen Jahres aus. Und natürlich gehört dafür der Eintrag ins goldene Buch dazu.
17 Sportlerinnen und Sportler waren der Einladung in den Spiegelsaal von Schloss Morsbroich gefolgt, um ihre Unterschrift in das Buch zu setzen. Aber sicher auch, um ein bisschen den Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen zu pflegen. Denn man kennt sich natürlich und so ein bisschen hatte der Abend eine Klassentreffen-Atmosphäre.

Das Schloss Morsbroich wurde zur Sportlerehrung imposant beleuchtet.
Copyright: Niklas Pinner
Bei allem Frohsinn vergaßen die Verantwortlichen aber auch nicht, einer Person zu gedenken, die eigentlich untrennbar mit der Sportlerehrung verbunden ist. Nämlich Sebastian Hempfling, der im September 2025 gestorben war. Der hatte den Abend in den vergangenen zehn Jahren moderiert. Und nicht nur die Sportlerehrung, auch den EVL-Halbmarathon und das Para-Heimspiel vom TSV Bayer 04. „Wir werden dich nicht vergessen“, sagte Anke Feller, selbst ehemalige Spitzensportlerin, die in diesem Jahr die Moderation übernommen hatte. Auch OB Hebbel fand ein paar Worte für Hempfling: „Er war die Stimme und das Gesicht des Leverkusener Sports.“
Alles zum Thema Fußball-Bundesliga
- Berühmter Papa Neuer Vertrag für Zarrella-Sohn in Stuttgart: Stolz auf dich
- Lothar Matthäus nach Ski-Unfall verletzt RTL-Einsatz muss kurzfristig abgesagt werden
- 2. Bundesliga Transfer von Starstürmer Edin Dzeko zu Schalke fast perfekt
- TV-Einsatz abgesagt Ski-Unfall: Matthäus muss an Schulter operiert werden
- Fußball WM in Gefahr? Leipzigs Ouédraogo fällt monatelang aus
- Bayer 04 Leverkusen Im Finale, das niemand wollte
- Regionalliga West 1. FC Köln rechnet mit emotionalem Gegner
Für den OB gehören Fußball und der olympische Sport „zur unverwechselbaren DNA Leverkusen“. Deshalb sprach sich Hebbel ausdrücklich dafür aus, bei der Olympiabewerbung „Köln.Rhein-Ruhr“ als Stadt mitzumachen. Der Stadtrat hatte am Montagabend den Beschluss für einen Bürgerentscheid dazu am 19. April gefasst.
Aber natürlich ging es an diesem Abend hauptsächlich um die zu ehrenden Sportlerinnen und Sportler. Und von denen hat Leverkusen bekanntlich viele, und zwar ziemlich erfolgreiche. So zum Beispiel die drei, die Anke Feller sich zum „Kamingespräch“ auf die Bühne geholt hatte: Markus Rehm, Jule Roß und Carlotta Wamser.

Moderatorin Anne Feller (r.), selbst ehemalige Weltklasseathletin, fühlte beim Kamingespräch im Spiegelsaal Carlotta Wamser (Fußball, v.l.), Jule Roß (Leichtathletik) und Markus Rehm (Leichtathletik) auf den Zahn.
Copyright: Niklas Pinner
Rehm und die Sportlerehrung – das gehört zusammen. Im vergangenen Jahr holte der Para-Weitspringer bei der Weltmeisterschaft in Neu-Delhi seinen achten WM-Titel in Folge. Dazu kommen zwei WM-Titel über die viermal 100 Meter und fünf olympische Goldmedaillen in denselben Disziplinen. Aber nicht nur der Erfolge wegen war das vergangene Jahr ein besonderes für Rehm, der sich derzeit von einer schweren Verletzung erholt. Das Syndesmoseband sei abgerissen, sagte der Athlet, der auf Krücken auf die Bühne gekommen war.
2025 war insofern besonders, weil es das letzte Jahr mit seiner Trainerin Steffi Nerius war. Mit Nerius, der Leiterin des TSV-Sportinternats, war Markus Rehm 16 Jahre lang über die Maßen erfolgreich. „Ich war vor dem Wettkampf deutlich aufgeregter als sonst“, erinnert sich Rehm an die letzte WM mit Nerius. „Das kenn' ich so gar nicht von mir.“ Rehm habe die Medaille auch für Steffi Nerius gewinnen wollen. So ganz voneinander entfernt hat sich das Duo aber noch nicht, wie Anke Feller herausstellte. Denn einmal die Woche trainiere man immer noch zusammen, gab Rehm zu. „Du hast doch gesagt, du bist ganz raus“, warf Feller der ebenfalls anwesenden Nerius zu. Deren trockene Antwort mit einem Augenzwinkern: „Ich muss mich ja auch fit halten.“
Ich muss mich ja auch fit halten
Der Leichtathletik-Stern von Jule Roß ging wahnsinnig schnell auf. Die 19-Jährige macht erst seit drei Jahren Leichtathletik, war laut Feller aber schon bei vier großen internationalen Wettkämpfen dabei. In Neu-Delhi holte die Läuferin Bronze über die 400 Meter, jeweils siebte wurde sie über 100 und 200 Meter. Mit einer Medaille nach Hause zu kommen, sei für sie auf jeden Fall überraschend gewesen.

Der Eintrag ins goldene Buch der Stadt Leverkusen, hier von Markus Rehm, gehört zur Sportlerehrung immer dazu.
Copyright: Niklas Pinner
In jungen Jahren hatte Roß nach eigener Aussage schon Leichtathletik gemacht, dann bis 2022 Tennis. Über Instagram sei die Bergisch Gladbacherin dann auf die Parasportabteilung des TSV aufmerksam geworden. Mit dem Handy sei sie zu ihren Eltern gegangen und habe gesagt, dass sie das mal ausprobieren wolle. Und dann ging es für die Lehramtsstudentin alles ganz schnell.
Ganz schnell ging es auch für den dritten Talkgast, die Bayer-04-Fußballerin Carlotta Wamser. Die war nämlich im Sommer 2025 schon auf Kreta im Urlaub, als die 22-Jährige einen Anruf von ihrer Mutter bekam: „Rate mal, wer angerufen hat“, habe die gesagt. Es war Nationaltrainer Christian Wück. „Er sagte, er will mich bei der EM-Vorbereitung dabei haben.“ Und zwar als Nachrückerin für die verletzte Giulia Gwin. Also packte Wamser, die neben dem Fußball ebenfalls studiert, schnell ihre Sachen und reiste zur Nationalmannschaft.
Dort erlebte sie bei der Europameisterschaft in der Schweiz sowohl Höhen als auch Tiefen. Das Team kam ins Halbfinale, wo man sich Spanien geschlagen gegeben musste. Wamser war im letzten Gruppenspiel gegen Schweden (1:4) nach einem Handspiel vom Platz geflogen (die erste rote Karte der deutschen Frauen-WM-Geschichte), gegen Spanien hatte sie eine Großchance vergeben. „Das hatte ich aber relativ schnell abgehakt“, sagte die Rechtsverteidigerin professionell. Am Freitag beginnt für sie wieder die Bundesliga-Rückrunde gegen Union Berlin.

Corinna Zeeb (25) vom SSV Lützenkirchen bekam von Stadtdirektor Marc Adomat (l.) und Oberbürgermeister Stefan Hebbel (r.) den Sportjugend-Ehrenamtspreis verliehen.
Copyright: Niklas Pinner
Bei aller verdienter Anerkennung für die Sportlerinnen und Sportler braucht es für den Erfolg auch immer Menschen, die ihn möglich machen. Betreuer, Trainer, weitere Ehrenamtler. Darauf wies auch der TSV-Vorsitzende Klaus Beck in einer kurzen Ansprache hin. Um auch diesen Menschen, die eher im Hintergrund arbeiten, gerecht zu werden, vergeben die Organisatoren der Sportlerehrung, deren Sponsoren die Bayer AG und die Sparkasse sind, den Sportjugend-Ehrenamtspreis.
Dieser mit 500 Euro für die Vereinsarbeit dotierte Preis ging in diesem Jahr an die 25-jährige Corinna Zeeb vom SSV Lützenkirchen. Seit zehn Jahren übernimmt sie schon Verantwortung in der Badmintonabteilung ihres Vereins. Seitdem sie 15 Jahre alt ist, als Trainerin, inzwischen mit C-Lizenz, und seit 2024 als Jugendwartin. Sie war entscheidend an einem Schutzkonzept gegen Gewalt beteiligt.
Für einen Workshoptag zu diesem Thema sollen auch die 500 Euro verwendet werden, erzählte die Ehrenamtlerin: „Man muss sich engagieren, damit regelmäßig Training und Ferienfreizeiten stattfinden können.“ Vorsichtig formulierte sie auf Anregung von Anke Feller auch einen Wunsch ihn Richtung Stadtdirektor Marc Adomat und OB Stefan Hebbel: Finanzielle Unterstützung sei schon hilfreich für die Arbeit ihres Vereins. Das lässt sich wohl auch auf die anderen Leverkusener Vereine übertragen.
Einträge ins goldene Buch
Torben Blech (Leichtathletik), Leandro Calado Simoes (Paraleichtathletik), Magnus Fischer (Sitzvolleyball), Johannes Floors (Paraleichtathletik), Nadine Flöper (Kickboxen), Stefan Hähnlein (Sitzvolleyball), Elena Kratter (Paraleichtathletik), Markus Rehm (Paraleichtathletik), Jule Roß (Paraleichtathletik), Arianna Adler, Nele Franzen, Noemi Montorro, Lara Piotraschke, Marleen Soko, Alexandra Wadenphol, Lynn Wellmann (alle Tanz), Carlotta Wamser (Fußball). (nip)

