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Rheindorfer SpätkirmesHandballer schlagen die Große Koalition mit Schürreskarre

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An die Karre, fertig, los: Teilnehmer am Start des traditionellen Schürreskarrenrennen.

Leverkusen – „Vorsicht, da stehen noch Zuschauer!“ schallt es am Sonntagvormittag häufiger durch Rheindorf. Die müssen Platz machen. Denn einmal im Jahr gehört die Straße hier dem großen Schürreskarrenrennen des Geselligkeitsvereins Germania 1880 Rheindorf.

Doping im Pavillon

Die hölzernen Ernteschubkarren werden an der Startlinie mit einem vollen Eimer Wasser bestückt, bevor die Läuferinnen und Läufer sie in einer Staffel bergauf zum Pavillon befördern. Dort gilt es, ein Schnaps- oder Kölschglas schnellstmöglich zu leeren, dann geht es die Strecke zurück. Laut Bezirksvorsteherin Regina Sidiropulos ist das Rheindorfer Rennen damit eine der wenigen fairen Sportveranstaltung: „Die Läuferinnen und Läufer dopen hier nicht vorher, das Doping passiert automatisch im Pavillon!“

Rüdiger Scholz trat mit der „Großen Koalition“ beim Rennen an

3000 Euro gespendet

Doch dieses sportlich faire Event ist nicht das einzige Highlight der Rheindorfer Spätkirmes: Am Freitag hatte bereits eine große Veedelsparty stattgefunden, am Samstag gab es einen Festzug zur Abholung des im Anschluss gekrönten neuen Hahnekönigs und am Montag wird noch das traditionelle Höhnerzupp-Essen stattfinden. Der erste Vorsitzende des Geselligkeitsvereins, Frank Albertz, ist zufrieden mit den diesjährigen Festlichkeiten: „Allein die Veedelsparty war schon sehr gut besucht, da waren so 300 bis 400 Gäste dabei und jetzt sind auch noch ein paar Familienveranstaltungen – das ist einfach eine schöne Mischung.“

Schutz und Glück hat Kirmes-Patron Zachäus über die Veranstaltung gebracht: Viele Besucher haben sich eingefunden und säumen mit Holzstühlen aus dem Festzelt die Laufstrecke. Das Wetter spielt mit, die Stimmung ist gut. In diesem Jahr fällt ein Team ganz besonders auf: Die „Große Koalition“, ein Zusammenschluss aus mehreren Lokalpolitikern. Diese haben 3000 Euro an Spenden gesammelt, die sie im Zuge des Rennens an die Organisation „Leverkusen hilft krebskranken Kindern“ übergeben haben.

Doping im Pavillon: Bevor es die Strecke mit Schubkarre und Wassereimer wieder zurück geht, muss getrunken werden.

Sieg ohne Training

Gewinnen konnten die Politiker damit aber nicht. Den Sieg haben „Die Handballer“ eingefahren. Mit einer großartigen Zeit von 3 Minuten und 46 Sekunden haben die vier Läufer aus dem Handballverein TuS Rheindorf eine ganz klare Spitzenleistung hingelegt. Sie sind mittlerweile alteingesessene Teilnehmer des Schürreskarrenrennen und haben in den vergangenen Jahren schon den ein oder anderen Sieg gefeiert. Und das alles ohne großes Training, verrät Handballer Andreas Schumacher: „Naja, wir haben nicht so richtig mit Programm dafür trainiert, aber das funktioniert auch so!“ Eine Ermutigung für die Herausforderer im nächsten Jahr.