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Herabfallende EisplattenUnfälle auf der Leverkusener Rheinbrücke – Vollsperrung aufgehoben

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Polizei und Autobahnmeisterei haben die Leverkusener Rheinbrücke der Autobahn 1 in beide Richtungen gesperrt, nachdem sich über Nacht Eis gebildet hatte,

Polizei und Autobahnmeisterei haben die Leverkusener Rheinbrücke der Autobahn 1 in beide Richtungen gesperrt, nachdem sich über Nacht Eis gebildet hatte,

Aufgrund möglicher Eisbildung an der Leverkusener Rheinbrücke ist die Autobahn 1 seit der Nacht in beiden Richtungen voll gesperrt.

Die Autobahn 1 ist seit der Nacht zum Montag (16. Februar) zwischen dem Autobahnkreuz Leverkusen und der Anschlussstelle Köln-Niehl in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt. Grund dafür ist Gefahr durch herabfallende Eisstücke im Bereich der Rheinbrücke Leverkusen.

In der Nacht war es zu Unfällen gekommen, woraufhin die Strecke der A1 gesperrt wurde. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu weiteren gefährlichen Situationen kommt“, so ein Polizeisprecher. Der Bereich solle großräumig umfahren werden, hieß es.

Eis an der Leverkusener Rheinbrücke: Vollsperrung soll am Vormittag beendet werden

Die Autobahn GmbH Rheinland prüft derzeit das Bauwerk, teilte ein Pressesprecher am Morgen gegen 4.42 Uhr mit. Die Vollsperrung wurde um 2 Uhr eingerichtet. Gegen 7.42 Uhr erklärte ein Sprecher, die Sperrung der Leverkusener Rheinbrücke könnte voraussichtlich noch bis in den Montagvormittag andauern. Gegen 8.40 Uhr teilten die Verantwortlichen dann mit, dass die Vollsperrung der A1 in Kürze aufgehoben werde. Kurz darauf war die Strecke wieder für den Verkehr frei. Feuerwehr und Brückenexperten sind seit dem frühen Morgen vor Ort.

16.02.2026, Nordrhein-Westfalen, Leverkusen: Eine Drohne steigt neben den Drahtseilen der Leverkusener Rheinbrücke auf, um den Zustand der Konstruktion zu überprüfen. Die Autobahnmeisterei sperrte die Autobahn 1 (A1) in beide Richtungen, nachdem sich über Nacht Eis gebildet hatte, das auf darunter fahrende Fahrzeuge hätte stürzen können. Foto: Roberto Pfeil/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Eine Drohne steigt neben den Drahtseilen der Leverkusener Rheinbrücke auf, um den Zustand der Konstruktion zu überprüfen.

Den ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge war es in der Nacht zum Montag zu insgesamt drei einzelnen Unfällen mit Sachschäden gekommen. Die Autos wurden durch Eisplatten beschädigt, Verletzte gab es glücklicherweise keine.

Die Eisbildung an den Pylonen der Leverkusener Rheinbrücke ist ein bekanntes Thema. Erst im Winter 2025 musste die Leverkusener Rheinbrücke aufgrund von Eisbildung voll gesperrt werden. Auch damals war es aufgrund von herabfallendem Eis von den Brückenpfeilern zu Unfällen gekommen. Glücklicherweise war es bei Blechschäden geblieben.

Mildere Temperaturen: Freigabe für Leverkusener Rheinbrücke noch unklar

Am Sonntagabend (15. Februar) hatte teils heftiger Schneefall in der Region Köln eingesetzt. Der Deutsche Wetterdienst warnte für den Verlauf des Montags vor Neuschnee und vereinzelt gefrierendem Sprühregen. Es könne auch stürmisch werden. Gleichzeitig sollten die Temperaturen aber wieder steigen. Womöglich könnte das Eis an der Leverkusener Rheinbrücke bald schmelzen.

Die Oberseiten der Pylone aus Stahl an der Leverkusener Rheinbrücke sind wie Spitzdächer konstruiert, darauf kann unter Umständen der Schnee kleben bleiben und vereisen.

Nachdem das Eis im Vorjahr zunächst nicht geschmolzen war, versuchte man mit dem Einsatz von Rettungshubschraubern, das Eis mit dem von den Rotorblättern ausgelösten Luftzug herunterzuholen. Leider erfolglos. Rettung brachte schließlich ein Spezialfahrzeug der RWE-Werksfeuerwehr. Mit dem Gelenkarm ließen sich Einsatzkräfte zu den Dachflächen der zwei Pylone hochfahren und entfernten das Eis.

Dass eine neue Brücke schon beim ersten Schneefall gesperrt werden musste, hatte bei vielen Autobahnnutzern Kritik hervorgerufen. Von einem Konstruktionsfehler wollte Willi Kolks, Leiter der Außenstelle Köln bei der Autobahn GmbH, damals nichts wissen: „Bei bestimmten Wetterphänomen sind gerade die Rheinbrücken wegen der Kombination aus Wind, Sonne und Kälte anfällig. Das passiert immer mal wieder“, sagte Kolks.

Weitere Maßnahmen, um auf solche Fälle vorbereitet zu sein, ergriff man seitdem aber nicht. Stattdessen teilte die Autobahn GmbH damals mit, dass man die damalige Wettersituation für „sehr unwahrscheinlich“ halte: „Sollten Schnee und Eis vorhergesagt sein, werden in Abstimmung mit der Feuerwehr zunächst die beiden äußeren Fahrspuren sowie der Rad- und Gehweg auf der Rheinbrücke gesperrt.“ Es sei nötig, Spuren zu sperren, „um den Verkehr aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Pylonen der Rheinbrücke noch intensiver auf die Ansammlung von Eis und Schnee überprüfen zu können.“

Und weiter: „Sollten die Beobachtungen ergeben, dass eine Enteisung notwendig ist, wird die Rheinbrücke in Abstimmung mit der Feuerwehr für den Verkehr vollgesperrt, bis die Brücke wieder sicher befahrbar ist.“ Grundsätzlich überprüfe man die Pylone intensiv auf die Ansammlung von Eis und Schnee, wenn ein solches Wetter angekündigt sei, so die Autobahn GmbH.