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Lise-Meitner-GymnasiumContainer-Klassen sind geschlossen

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In den Containern am Lise-Meitner-Gymnasium wurden zu hohe Werte des Reizgases Formaldehyd festgestellt.

In den Containern am Lise-Meitner-Gymnasium wurden zu hohe Werte des Reizgases Formaldehyd festgestellt.

Wiesdorf – In der zweiten Jahreshälfte rücken im Lise-Meitner-Gymnasium wieder die Handwerker an. Mehrere Abschnitte der Gebäudesanierung haben Schüler und Lehrer bereits hinter sich. Nun ist Trakt 2 an der Reihe. Der zweigeschossige Gebäudeteil, errichtet in den 1950er und 1960er Jahren, beherbergt die Bibliothek, Klassen- und Biologie-Räume. Ausweichen ist also angesagt – doch wohin?

34 Container stehen auf der Wiese neben der Schulsporthalle. Sie waren als Ausweichmöglichkeit gedacht, mussten aber schon im September geräumt werden. Der Grund: Zu hohe Formaldehydwerte. Das Reizgas ist eine Basis-Chemikalie der Industrie und wird in vielen Produkten verarbeitet. Wird der Richtwert überschritten, können Kopfschmerzen, Augenreizungen und Reizungen der Schleimhäute in Nase und Rachen auftreten.

Verseuchte Dämmplatten

Bislang hatte die Stadtverwaltung gehofft, dass sich die Container sanieren lassen. Nun steht fest: Die Sanierungsversuche sind gescheitert, in den Behelfsklassen werden keine Schüler mehr unterrichtet. „Der Formaldehydwert ist immer noch hoch“, sagt Verwaltungssprecherin Heike Fritsch. Außerdem sei davon auszugehen, dass der Wert im Sommer noch steige. Das Fazit aus dem Rathaus: „Die Container können nicht mehr genutzt werden.“ Als Quelle des Übels waren Akustikdämmplatten ausgemacht worden. Diese wurden zwar entfernt, das brachte aber nicht den gewünschten Erfolg.

Neue Container kann sich die Stadt derzeit nicht leisten. Wohin also mit den Schülern, wenn Trakt 2 im nächsten Schuljahr saniert wird? Ob in dem Wiesdorfer Gymnasium noch Platz ist, um zusätzliche Unterrichtsräume einzurichten, werde nun geprüft, heißt es aus der Verwaltung.

Wer die Schule kennt, weiß: Das wird eng. Eine Option wäre, einen Teil des Unterrichts in andere Gebäude im Umfeld des Lise-Meitner-Gymnasiums zu verlagern. Diese Erfahrung macht die Gesamtschule Schlebusch seit anderthalb Jahren. Statt während der Brandschutzsanierung Container auf dem Schulhof aufzustellen, entschied sich die Verwaltung für die Auslagerung von zwei Jahrgängen in die ehemalige Hauptschule Görresstraße. Im Sommer kehren die Gesamtschüler von Küppersteg nach Schlebusch zurück – und das Gebäude an der Görresstraße steht leer. Im Gespräch mit dem „Leverkusener Anzeiger“ wollten sich die Verantwortlichen aus dem Rathaus an diesen Gedankenspielen nicht beteiligen. (ana)

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