Abo

Montanus-RealschuleBäume am Schulhof in Steinbüchel mussten gefällt werden

3 min
Ein Baum mit herausgeschnittener Krone

Einer der Bäume am Rand des Schulhofs der Montanus-Realschule, den Mitarbeiter eines Baumpflege-Unternehmens eingekürzt haben.

Der Lärm von Motorsägen auf dem Gelände der Steinbücheler Realschule sorgte am Mittwoch für Fragen aus der Nachbarschaft.

Lärm von Motorsägen schallte am Mittwochmorgen vom Gelände der Montanus-Realschule an der Steinbücheler Straße in die benachbarte Wohnbebauung und sorgte für Fragen. Baumfällarbeiten während der Schonzeit für Vögel und Insekten, die am 1. März begonnen hat – wie kann das sein? Diese Frage stellte sich auch Reinold Gober, der in der Nähe der Schule wohnt, und beschloss, dort gemeinsam mit seiner Frau nach dem Rechten zu sehen.

Tatsächlich waren auf dem Schulgelände Mitarbeiter eines Baumpflege-Unternehmens aus Sankt Augustin im Rhein-Sieg-Kreis mit Abholz- und Pflegearbeiten beschäftigt, wie Gober später am Tag im Gespräch mit dem „Leverkusener Anzeiger“ berichtete. Auf seine Fragen erläuterte einer der Männer ihm, was ihr Auftrag war. Noch während des Gesprächs gesellte sich aber auch der Hausmeister der Schule hinzu, der konstatierte, ihm sei von Abholzaufträgen auf dem Schulgelände nichts mitgeteilt worden.

Merkwürdiges Vorgehen

Anstatt dann mit den Arbeiten fortzufahren, verließen die Mitarbeiter des Unternehmens aus Sicht von Gober recht zügig den Schulhof. „Ich fand das Vorgehen merkwürdig“, so der Anwohner im Gespräch mit dieser Zeitung.

Eine Nachfrage bei der Stadtverwaltung ergab dann einige Antworten zum Abholzen der Bäume – warf aber zugleich weitere Fragen auf. Demnach hatte es am 20. Februar zuletzt eine der regelmäßigen Kontrollen der Bäume auf dem Schulgelände gegeben. Dabei stellte der Mitarbeiter des Fachbereichs Stadtgrün Handlungsbedarf bei elf Bäumen fest. Die festgelegten Arbeiten seien sämtlich „Maßnahmen zur Gefahrenabwehr im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht“, wie es in der Antwort der städtischen Pressestelle heißt. Und die dürfen ganzjährig erledigt werden, also auch während der Vogelschonzeit ab dem 1. März.

Traubenkirsche über Schulhof

Eine 15 Meter hohe Traubenkirsche neigte sich gefährlich in Richtung Schulhof und musste deshalb ebenso gefällt werden wie ein sechs Meter hoher Silberahorn, dessen Stamm mit Trameten – ein Baumpilz, der zur Fäule des Holzes führt – besetzt war. An den anderen neun Bäumen, der höchste davon ein 28 Meter hoher Feldahorn, desweiteren Hainbuchen, Vogelkirschen und ein Schnurbaum, mussten die Kronen gepflegt und Totholz entfernt werden.

Laut Stadtverwaltung hat es zwar mehrfach Versuche gegeben, den Hausmeister über die anstehenden Arbeiten an den Bäumen zu informieren, der sei aber „nicht zu erreichen gewesen“. Daher war der Mann ebenso von der Abholzaktion überrascht wie Nachbar Gober.

Desweiteren teilt die Pressestelle zu der Gesprächssituation auf dem Schulhof nun aber mit: „Der Mitarbeiter des Auftragnehmers (des Baumpflege-Unternehmens, Red.) ist von einer unbekannten Person verbal attackiert worden, und diese hat die gesamten Maßnahmen in Frage gestellt sowie mit der Polizei gedroht. Daraufhin hat der Mitarbeiter das Gespräch abgebrochen, damit die Situation nicht eskalierte.“

Auf Nachfragen weist Reinold Gober diese Darstellung der Stadt von sich: „Von verbaler Attacke kann keine Rede sein. Ich habe dem Mann gegenüber gesagt, ich würde mit dem Kommunalen Ordnungsdienst Kontakt aufnehmen und vielleicht hole man dann ja auch die Polizei hinzu. Das Gespräch war konkret, aber zu keiner Zeit unfreundlich. Ich habe das Gespräch mit dem Mann selbst abgebrochen.“ Ihm, Gober, sei klar gewesen, dass der Mann dort nur seine Arbeit erledige.

Offen bleibt, ob denn nun alle Arbeiten an den fraglichen elf Bäumen erledigt sind oder ob demnächst noch einmal der Lärm der Kettensäge über den Schulhof schallt. Ersatzpflanzungen für die zwei gefällten Bäume sind aktuell nicht geplant.