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StadionführungZu Gast im Raumschiff - Flüchtlingskinder besuchen die BayArena

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„Da oben sind die Kameras für die Torlinientechnik installiert“, erklärt Stadionführer Michael Niggemeier den Flüchtlingskindern.

„Da oben sind die Kameras für die Torlinientechnik installiert“, erklärt Stadionführer Michael Niggemeier den Flüchtlingskindern.

Leverkusen – Für zwölf Flüchtlingskinder aus Leverkusen begann der zweite Tag der Herbstferien mit einer Stadionführung durch die BayArena. „Das ist das erste Mal, dass wir eine solche Tour anbieten“, sagt der Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes Peter Boddenberg. Er und seine ehrenamtlichen Mitarbeiter haben viele Ausflüge mit der Stadt organisiert. „Die Stadionführung ist aber ein Höhepunkt.“

Pünktlich um 11 Uhr wird die Gruppe von Stadionführer Michael Niggemeier abgeholt. Der Rasen, die Logenplätze, die Umkleidekabinen und die Tribüne – all das wartet auf die Kinder aus Syrien, dem Irak, und anderen Ländern. „Ich mache viele Führungen – aber eine Gruppe von Flüchtlingskindern habe ich zum ersten Mal“, sagt Niggemeier, der als Grundschullehrer arbeitet und Mathematik und Geschichte unterrichtet.

Die Führung startet bei den Logenplätzen. „Warum sind die Stühle rot und schwarz?“, fragt Niggemeier. „Weil das die Vereinsfarben sind“, ruft Tom. Der 14-jährige Schüler ist kein Flüchtlingskind, sondern ehrenamtlicher Mitarbeiter. „Mein Papa kümmert sich um Flüchtlinge. Dann wollte ich das auch machen. Es macht Spaß und ich kann den Kindern viele Fragen beantworten “, sagt Tom über seinen ersten Einsatz.

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Kein Übersetzer notwendig

Von den Logenplätzen geht es über die Tribüne zum Spielfeld. Das Stadiondach ragt wie eine futuristische Raumschiffdecke über den Rasen. Das Dach sei offen, damit es auf den Rasen regnen kann, erklärt der Führer. Anschließend geht es in den Pressebereich. Dort wo nach dem Abpfiff eine Schar von Journalisten und Kamerateams auf die Spieler warten, lassen sich die Kinder erklären, wie der Ablauf nach einem Spiel funktioniert. Dabei spinksen sie immer wieder auf die nur wenige Meter entfernte Kabinentüre der Bayer 04 Profis. „Vielleicht kommt da einer raus“, flüstern sie sich zu. „Die Profis lagern dort ihre Wertsachen, deswegen dürfen keine fremden Menschen darein“, erklärt Niggemeier. Die Kabine der Gäste dürfe man sich aber anschauen.

So geht die Gruppe zu ihrer nächsten Station. „Weiß einer von euch, was ein Zeugwart ist?“, fragt Niggemeier in der Umkleidekabine und löst auf: „Der ist für die Trikots der Spieler zuständig. Er ist die Mama der Fußballmannschaft..“ Für die Führung wurde trotz anfänglicher Bedenken kein Übersetzer geholt. Schließlich gehen die Kinder seit in Deutschland zur Schule. Beim abschließenden Mittagessen erzählen sie den Ehrenamtlern, was sie an der Arena am meisten begeisterte.

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