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Städtischer Chor LeverkusenMitreißender Bach in der Christuskirche

2 min
Johannespassion in der Christuskirche: Der Städtische Chor Leverkusen und das Neue Rheinische Kammerorchester Köln unter der leitung von Michael Utz führten das Werk von Bach auf.  Bild: Ralf Krieger

Johannespassion in der Christuskirche: Der Städtische Chor Leverkusen und das Neue Rheinische Kammerorchester Köln unter der leitung von Michael Utz führten das Werk von Bach auf. Bild: Ralf Krieger

Den Leverkusener Sängerinnen und Sängern des über 100 Jahre bestehenden Chores ist es gelungen die Zuhörer in der Wiesdorfer Christuskirche über zwei Stunden lang in den Bann zu ziehen.

Die Leidensgeschichte Christi, angefangen beim Verrat, der Gefangennahme, Verleugnung durch die Freunde, das Verhör durch Pontius Pilatus und schließlich die Kreuzigung und traurige Grablegung ist der Inhalt der Johannespassion von Bach. Der vertonte den Text und Dialoge, deren Grundlage die Kapitel 18 und 19 des Johannesevangeliums sind. Fans behaupten, dass selbst Ungläubige alleine vom Zuhören der unglaublich erhabenen Bach'schen Choräle, Arien und Chorgesänge eine Ahnung bekommen können, was eine handfeste religiöse Verzückung ist. Für Chöre ist die Darbietung einer der ganz sicher schwierig zu singenden Bach-Passionen eine Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Dem Städtischen Chor ist es wirklich gelungen.

Leidensgeschichte Jesu

Den Leverkusener Sängerinnen und Sängern des über 100 Jahre bestehenden Chores unter der Leitung von Michael Utz ist es gelungen, gemeinsam mit dem Neuen Rheinischen Kammerorchester Köln, die Zuhörer in der Wiesdorfer Christuskirche über zwei Stunden lang mit der Musik Bachs in den Bann zu ziehen. Die Soli für Frauen sind Mangelware im Stück: Die Kölner Sängerin Theresa Nelles hätte man gerne öfter gehört, aber die Leidensgeschichte Jesu bedingt es und Bach hat es gewollt, dass in der Johannespassion mehr Männer handeln und dann in der Passion eingesetzt werden: Die Solisten Jaro Kirchgessner, Johannes Klüser, Konstantin Paganetti und Joel Urch waren es wert, dass ihnen konzentriert zugehört wurde. Die Johannespassion ist lang, sie dauert über zwei Stunden, eine Pause gab es nicht.

Dass sich gegen Ende der langen Aufführung die ersten Zuhörer durch die Reihen zur Toilette durchschlagen müssen — meist Männer — dafür können weder Musiker noch Zuschauer etwas. Eine kurze Pause hätte da vielleicht doch geholfen, auch wenn sie die schöne Konzentration des Publikums unterbrechen würde.