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Wildpark ReuschenbergLeichlinger Schüler klären über bedrohten Luchs auf

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ausstellung luchs lev

Schüler aus Leichlingen haben eine Ausstellung über den Luchs erstellt. Beim Fototermin blieb die Wildkatze allerdings kamerascheu.

Leverkusen – Mitte des 19. Jahrhunderts war der Luchs in Europa so gut wie ausgerottet. Bis dahin zogen die größten Wildkatzen Europas auch durch die Wälder rund um Leverkusen. Durch Wiederansiedlungsmaßnahmen kehren die charismatischen Tiere mit ihren langen Haarpinseln, dem gefleckten Fell und ihrem ausgeprägten Backenbart langsam wieder in die deutschen Wälder zurück.

Das und vieles mehr erfahren die Besucherinnen und Besucher des Wildparks Reuschenberg auf den bunten Infotafeln vor dem Wildkatzengehe, die Schülerinnen und Schüler der fünften Klasse des städtischen Gymnasiums Leichlingen angefertigt haben.

Aus trockenem Thema wird fächerübergreifendes Projekt

Entstanden ist die Idee mit den Infotafeln im Deutschunterricht der Referendarin Friderike Gerdes. Dort sollten die Kinder zunächst lernen, wie man strukturierte Sachtexte verfasst. Was als trockenes Thema anmutet, verwandelte Gerdes in ein fächerübergreifendes Projekt.

„Wir wollten daraus eine für die Kinder lebensnahe Aufgabe machen und im Idealfall auch ein bisschen was für den Artenschutz tun“, sagt Gerdes. Die Fünftklässler verfassten Sachtexte zu Luchsen – ihrem Aussehen, ihrem Verbreitungsgebiet und dem Verhältnis zu ihrer größten Bedrohung, dem Menschen.

Wichtiges Ereignis nach zwei Pandemiejahren

Anschließend verwandelten die 27 Schüler ihre Texte gemeinsam mit der Kunst- und Biologielehrerin Anke Pelster und dem Deutschlehrer Christian Eich in bunt bemalte Poster, die so nicht nur sachlich informieren, sondern nun auch das Wildkatzengehege verzieren.

Ausstellung Luchs Lev2

Einer der bunten Infotafeln über den Luchs und seine Besonderheiten.

Für die Kinder sei die Ausstellung nach zwei Pandemiejahren auch ein wichtiges soziales Ereignis: „Das Bedürfnis nach solchen gemeinschaftsstiftenden Events ist bei den Kindern extrem groß. Das merken wir deutlich“, sagt Christian Eich.

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Sabine Honnef, Leiterin des Wildparks, zeigt sich begeistert über die Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern: „Als Frau Gerdes sich bei uns gemeldet hat, fand ich die Idee auf Anhieb toll“, sagt sie. Mindestens bis zu den Sommerferien werden die laminierten Poster zu sehen sein, dann schaue man mal weiter.

„Es ist schön, dass schon in so einem jungen Alter über Artenschutz aufgeklärt wird“, sagt Honnef. Doch auch wenn es in den letzten Jahren erste, zaghafte Erfolge bei der Wiederansiedlung von Luchsen in Deutschland gab, im Rheinland werde man die Wildkatzen wohl so schnell nicht wiedersehen. „Das ist schwer vorstellbar. Luchse brauchen große Waldareale zum Überleben. Unsere Region ist dafür einfach zu stark zersiedelt. Das sollte uns Menschen zu denken geben“, so Honnef.