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JetskiWassersportlerin Claire Hartung aus Bergneustadt krönte  erfolgreiches Jahr im Atlantik

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Ab in die Naturgewalten: Mit der Helmkamera ist diese Aufnahme vor der französischen Küste von Mimizan entstanden.

Ab in die Naturgewalten: Mit der Helmkamera ist diese Aufnahme vor der französischen Küste von Mimizan entstanden.

Den Ritt durch die Atlantikwellen vor Mimizan hat Marc Sickerling, früherer Jetski-Weltmeister und Papa von Claire Hartung, im Video festgehalten.

Das abgelaufene Jahr hatte es für Claire Hartung wirklich in sich: Im Sommer erkämpfte sich die Wassersportlerin aus Bergneustadt ihren zweiten Europameistertitel im Jetski Freestyle und setzte mit der Bronzemedaille beim Weltmeisterschaftslauf in der belgischen Wallonie sogar noch einen drauf.

Als Anspannung und Fokussierung auf die Wettkämpfe abgefallen waren, gönnte sich Hartung zwei Ausflüge in die Freeride-Variante – die es trotzdem in sich hatten. Im Herbst gab Europas beste Pilotin vor den französischen Küstenorten Montalivet und Mimizan Gas und nahm es dabei mit über drei Meter hohen Wellen des Atlantiks auf.

Claire Hartung im Porträt.

Claire Hartung ist auf dem Jetski erfolgreich.

Beim Freeride gehe es nicht um Choreographien und Tricks, sondern darum, in und mit den Wellen zu surfen und über die Wellen zu springen, beschreibt Hartung die Herausforderung. Beim Treffen mit befreundeten Wassersportlern aus ganz Europa in Montalivet nahm die Szene unter anderem neue Ski in Augenschein.

Den Charme eines Familientreffens hatte dann die Zusammenkunft mit deutschen Fahrerinnen und Fahrern in Mimizan. „Freeride gilt als die schwierigste Disziplin. Du musst mit den Naturgewalten zurechtkommen, die du nicht beeinflussen kannst. Du musst einfach lernen, mit ihnen umzugehen“, verrät Claire Hartung.

Jetski: Bergneustädterin wagte ihre ersten Rollen über die Wellen

Wer ihr zuhört, der merkt schnell, dass eine gehörige Portion Mut dazu gehören muss, wenn über einem die Welle bricht und man dann eine ganze Weile die Luft anhalten muss.

Die Bergneustädterin wagte diesmal auch ihre ersten Rollen über die Wellen – trainiert hatte sie das Manöver auf ihrem Trainingssee mit einem originellen Trick: Mit ihrem Ski und einer Kurvenfahrt formte sie sich auf dem eigentlich stillen Gewässer selbst eine Welle, die zumindest für den Anfang als Trainingspartner diente. „Im Meer war das dann natürlich alles zwei Nummern größer. Es ist ein wahnsinnig tolles Gefühl, durch die Luft zu wirbeln“, blickt Hartung immer noch beeindruckt zurück.

Vater nahm ein Video von Claire Hartungs Wellenritt auf

Nach ihrer Rückkehr standen noch zwei Trainingseinheiten auf dem See an, inzwischen ist Winterpause. Der Jetski ist zerlegt, der Motor wird komplett überarbeitet. „Es ist wichtig, den Winter für diese Arbeiten zu nutzen. Fast alle Ersatzteile kommen aus den USA, eine größere Reparatur während der Wettkampfsaison würde einen längeren Ausfall bedeuten“, erklärt die 21-Jährige, die auch 2026 wieder angreifen will: Im Sommer steht die Verteidigung von Europas Krone an, diesmal in Frankreich.

Und auch die Weltmeisterschaft, die ihren Schwerpunkt eigentlich auf Amerika und Asien setzt, wird wieder mit einem Lauf in einem (noch nicht bekannten) europäischen Land starten. „Das ist ein echter Glücksfall“, freut sich Claire Hartung. Die Saison 2026 kann kommen.

Den Ritt durch die Atlantikwellen vor Mimizan hat Marc Sickerling, früherer Jetski-Weltmeister und Papa von Claire Hartung, festgehalten, der seine Tochter auf einem zweiten Ski mit der Helmkamera begleitet hat. Das gut anderthalbminütige Video ist sehenswert und auf der Videoplattform Youtube abrufbar.