Drei Anlagen sollen künftig in der Sülemicke stehen, ein weiteres auf dem Beulberg. Für den 10. Juni ist eine Bürgerversammlung angesetzt.
ERG-GruppeItalienischer Konzern plant vier Windräder in Bergneustadt

Die Größe moderner Windräder hatte Bergneustadts Bürgermeister Matthias Thul schon 2024 anhand von Modellen im Krawinkelsaal veranschaulicht. Rechts ist die Altstadtkirche nachgebildet.
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Auch auf Bergneustädter Stadtgebiet werden Planungen zum Bau von Windrädern nun konkreter. In dieser Woche hat das Rathaus Informationen veröffentlicht, nach denen die ERG-Gruppe die Errichtung von insgesamt vier Windrädern konkret beabsichtigt – drei in der Sülemicke, also im Dreieck zwischen Wiedenest, Belmicke und Wörde, und eine weitere auf dem Beulberg, nordöstlich von Hackenberg.
Regionalplan weist Bergneustädter Flächen explizit aus
Bei beiden Arealen handle es sich um durch den Regionalplan für den Kölner Regierungsbezirk ausgewiesene sogenannte „Windenergiebereiche“, heißt es von der Stadt. Und weiter: „Die Stadt Bergneustadt selbst ist nicht Genehmigungsbehörde für die Anlagen. Dies bedeutet, dass die Stadt selbst auf den Genehmigungsprozess kaum Einfluss besitzt.“
Zur Erinnerung: Bereits im November 2024 war das Thema Windkraft in der Stadt Thema einer Bürgerversammlung im Krawinkelsaal gewesen. Der damals noch im Entwurf vorliegende Regionalplan hielt zwei Windkraftflächen auf dem Beulberg und Platz für vier Windräder in der Sülemicke für sinnvoll. Der Eigentümer einer Beulberg-Fläche hatte seine Entscheidung für oder gegen die Verpachtung an die Windenergie indes vom Stimmungsbild der Bergneustädter abhängig gemacht.
Weiteres Windrad hätte wohl zu wenig Abstand zu Wiedenest-Süd
Das nun in Rede stehende Windrad solle auf dem zweiten, einem anderen Eigentümer gehörenden Landstrich errichtet werden, teilt das Rathaus auf Nachfrage mit. In der Sülemicke wiederum kalkulierte die Stadtratsmehrheit mit dem neuen Wohngebiet Wiedenest-Süd wenigstens ein Windrad wegen zu geringer Abstände kippen zu können – offenbar mit Erfolg.
Wenngleich die Stadt wenig Einfluss hat, lädt Bürgermeister Matthias Thul zu einer weiteren Bürgerversammlung ein, in der er über den aktuellen Sachstand informieren, sowie den Ablauf des Genehmigungsverfahrens erklären möchte. Diese findet statt am Mittwoch, 10. Juni, 18 Uhr, im Krawinkelsaal, Kölner Straße 260.
Die ERG-Gruppe mit Hauptsitz in Genua ist übrigens der größte Windkraftbetreiber Italiens und einer der wichtigsten im europäischen Raum. Gegründet wurde das Unternehmen vor dem Zweiten Weltkrieg als Raffinerie, seit 2007 verwandelt es sich in einen Spezialisten für Wind- und Solarenergie.
