Ende 1957 hat sich das Ehepaar, das heute in der Engelskirchener Ortschaft Loope wohnt, auf einer Tanzveranstaltung kennengelernt.
65 JahreDie Engelskirchener Dorothea und Klaus Scheurer feiern heute Eiserne Hochzeit

Im Februar 1959 entschied sich das Paar für ein gemeinsames Leben.
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Als sie sich auf einer Tanzveranstaltung Ende 1957 kennen und lieben lernten, war Dorothea 17, Klaus 19 Jahre alt. Sie arbeitete bei Lukas als Fabrikmitarbeiterin, Klaus war ausgelernter Kfz-Schlosser. Ihre jeweiligen besten Freunde waren ein Pärchen und wollten sie einander vorstellen. Der Jubilar erinnert sich noch an die Worte seines besten Freundes: „Er sagte zu mir ‚Ich habe da eine für dich. Du musst sie unbedingt kennenlernen‘.“ Sie verbrachten den ganzen Abend zusammen und zu später Stunde geleitete Klaus Dorothea den kurzen Weg bis zur Haustür.
Keine anderthalb Jahre später wagten sie den entscheidenden Schritt: Am 6. Februar 1959 wurde standesamtlich, am Folgetag kirchlich geheiratet und am heutigen Dienstag begeht das Ehepaar seinen Eisernen Hochzeitstag. Doch als sie vor 65 Jahren vor Freunden und Familie Ja zueinander sagten, waren sie schon nicht mehr nur zu zweit: Dorothea trug ein Kind unter dem Herzen und noch im Juni des gleichen Jahres erblickte ihr erster Sohn das Licht der Welt. In den Folgejahren wuchs die Kinderschar – es folgten im Oktober 1962 und 1968 die Söhne zwei und drei und schließlich machte die einzige Tochter im Juni 1973 das Familienglück komplett.

Am wohlsten fühlen sich Dorothea (83) und Klaus (85) Scheurer im Kreis ihrer Familie.
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Während die Familie zuerst einige Male innerhalb Loopes umzog, fand sie im neu gebauten Eigenheim im Amselweg ihr Zuhause und kurz vor Weihnachten 1979 zog die Familie Scheurer ein. Auch beruflich hatte sich einiges verändert. Der Kfz-Schlosser Klaus hatte nach seiner Wehrdienstzeit einige Jahre weiter in seinem Lehrberuf gearbeitet, bevor er bei einer Spedition als Lkw-Fahrer eine Anstellung fand und dort auch bis zum Eintritt ins Rentenalter blieb.
Die Arbeit führte ihn oft fort von der Familie – manchmal sah er Frau und Kinder tagelang nicht. War er dann aber an den Wochenenden zu Hause, verbrachte er jede freie Minute mit ihnen. „Wir sind viel Fahrrad gefahren, gingen Schwimmen und haben Tagesausflüge unternommen. Das war uns immer sehr wichtig“, erzählt der heute 85-jährige. Aber auch wenn er viel unterwegs war, wusste Klaus, dass zu Hause alles seinen Gang nimmt. Dorothea kümmerte sich um die Kinder und erledigte auch alles andere, was anfiel.
Als dann auch die Tochter in den Kindergarten ging, arbeitete Dorothea zur Unterstützung der Haushaltskasse als Reinigungskraft in verschiedenen Unternehmen, unter anderem in der Reha-Klinik des LVR, und das bis zur Rente. Das Rentnerdasein, aber auch so manches gesundheitliches Problem hat das Paar heute noch enger zusammen geschweißt. Sie verbringen viel Zeit zusammen und mit der Familie.
Und die ist stetig gewachsen. Neben den vier Kindern gibt es zwölf Enkel und mittlerweile sechs Urenkel – das jüngste ist erst zehn Wochen alt. Der Nachwuchs ist das größte Glück des Jubelpaares, das sich mit dem Auszug der Kinder mittlerweile auch wohnlich verkleinert hat. Den Eisernen Hochzeitstag werden Dorothea und Klaus deshalb im Familienkreis feiern.
Die Jubilare
Über seine Frau sagt Klaus Scheurer: „Wir haben beide immer viel gearbeitet. Ich war ja meistens unterwegs, Dorothea musste sich zu Hause immer um alles kümmern und ich bin ihr dafür unglaublich dankbar. Ich musste mir keine Sorge machen, ich wusste ja, dass ich mich auf sie verlassen kann.“
„Früher habe ich meinem Mann den Rücken frei gehalten, damit er sich auf seine Arbeit konzentrieren konnte. Heute fällt es mir aus gesundheitlichen Gründen schwerer, Dinge im Haushalt zu erledigen und jetzt ist er mir eine große Stütze und tut alles, um mir zu helfen“, ist die heute 83-jährige Dorothea glücklich, ihren Mann an ihrer Seite zu wissen.

