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DiamanthochzeitChristel und Karl-Heinz Braß aus Engelskirchen haben vor 60 Jahren geheiratet

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Ein älteres Ehepaar sitzt nebeneinander, der Mann schaut seine Frau an.

Seine Hartnäckigkeit führte zum Ziel: Die Eheleute Braß feiern Diamanthochzeit.

Christel und Karl-Heinz Braß aus Engelskirchen kennen sich seit 64 Jahren. Im Sommer 1959 fiel ihm nach einem Ernteeinsatz ein Mädchen auf.

Heute feiern Christel und Karl-Heinz Braß das Fest ihrer Diamanthochzeit, also 60 Jahre gemeinsame Jahre. Die beiden kennen sich sogar schon seit 64 Jahren. Der 82-jährige Jubilar berichtet, dass er in der Kindheit oft im Heimatdorf seiner späteren Ehefrau in der Gemeinde Anröchte bei Soest zu Ernteeinsätzen war. Dort hatte der Onkel des Bonners eine Landwirtschaft, er half im Sommer auf dem Hof: „Für die Arbeit habe ich 50 Pfennig in der Woche bekommen. Das Schlimmste war, den Schweinestall auszumisten.“

Heu habe er dagegen gerne gemacht, auch Kühe gemolken. Eines Tages im Sommer 1959 sei ihm dann auf der Rückfahrt vom Feld, hoch oben auf dem Erntewagen sitzend, ein Mädchen aufgefallen, das sich mit einer Freundin vor dem Haus unterhielt, erinnert sich Braß. Diese verriet ihm später, dass jenes fremde Mädchen gesagt habe: „Komm, lass uns mal den Jungen angucken.“

Ein altes Hochzeitsfoto in schwarz-weiß.

Nach der Hochzeit am 14. Juni 1963 zogen sie in die Dienstwohnung des Postangestellten nach Köln.

So tauchten beide denn auch abends auf dem Bauernhof auf, spinxten durch das Fenster, und es kam zum ersten Plausch. „So schüchtern, wie ich damals war, habe ich danach einen Freund gebeten, ein Treffen zu vereinbaren“, berichtet Braß mit einem Lächeln. Nach einem Spaziergang teilten sich die jungen Leute in einem Café eine Cola: „Meine 50 Pfennige reichten leider nur für ein einziges Glas.“

Wieder zu Hause schrieb er Christel täglich Briefe. Und zwei Jahre später nutzte er jede Gelegenheit, mit seiner von den ersten Arbeitslöhnen gekauften Isetta die zwei Jahre jüngere Freundin in dem 170 Kilometer entfernten Ort zu besuchen.

Nach der Hochzeit am 14. Juni 1963 zogen sie in die Dienstwohnung des Postangestellten nach Köln. Nach der Geburt ihrer Tochter Sylvia zwei Jahre später nahm auch die gelernte Schneiderin bei der Post eine Stelle im Schalterdienst an.

Ende der 70er entdeckten die beiden bei einem Campingurlaub im Oberbergischen ein Grundstück in Loope und bauten ein Haus, in dem sie bis heute leben. Vor einem halben Jahr musste Christel Braß allerdings in ein Pflegeheim umziehen. Die Verbundenheit der Eheleute hat darunter nicht gelitten, versichert der Jubilar: „Urlaub, Hobbys und Freizeit – wir haben unser ganzes Leben alles gemeinsam gemacht. Und deshalb besuche ich sie hier auch jeden Tag für einige Stunden.“


Über die Jubilare

Er sagt über seine Frau: „Ich schätze ihre Verbindlichkeit und die Lebensfreude, die sie ausstrahlt.“ Für sie ist seine Beharrlichkeit besonders: „Das fing schon mit dem Briefeschreiben an – damit hat er meinen vorherigen Freund ausgebootet.“ Die eindrucksvollsten Erlebnisse verbinden die beiden mit ihren Wohnmobiltouren durch ganz Europa: „Am schönsten war unsere zweimonatige Norwegenreise. Da sind wir bis zu den Lofoten gekommen.“