Doerrenberg Edelstahl hatte die Sparten Gießerei und Stahlwerk an die Callista GmbH verkauft.
Traditionsunternehmen DoerrenbergBergische Edelstahlwerke stellen Insolvenzantrag

Blick auf die Bergischen Edelstahlwerke und Doerrenberg Edelstahl in der Ortschaft Ründeroth.
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Die Bergischen Edelstahlwerke haben einen Antrag auf vorläufige Insolvenz gestellt. Am Dienstagmittag ist die Belegschaft in einer außerordentlichen Betriebsversammlung über die Entwicklung ihres Unternehmens informiert worden. Das berichtet Gewerkschaftssekretär Haydar Tokmak auf Nachfrage dieser Zeitung.
Für Tokmak stellt sich die aktuelle Situation so dar, dass das Unternehmen zwar über eine gute Auftragslage verfüge, allerdings mit einer fehlenden Liquidität zu kämpfen habe. Diese will man offenbar in den kommenden Monaten wiedererlangen. Von Februar bis April, so der IG Metall-Funktionäre, bekommen die Kolleginnen und Kollegen Insolvenzausfallgeld gezahlt. In der Zeit wolle man sich „Luft verschaffen“, wie Tokmak weiter berichtet. Dazu gehöre auch, dass das Unternehmen neue Investoren suchen wolle.
Deutliche Kritik äußerte der Gewerkschaftssekretär während der Betriebsversammlung an der Mutter des Unternehmens, der Callista Private Equity GmbH. Tokmak sagte dieser Zeitung, dass es ein Unding sei, dass Calissta ausgerechnet in schwierigen Zeiten die Belegschaft „einfach alleine lässt“. Einigkeit bestehe aber darüber, dass man nun alles unternehmen müsse, die Arbeitsplätze zu erhalten, so Tokmak.
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Die Callista GmbH hatte vor nicht einmal einem Jahr vom Ründerother Traditionsunternehmens Doerrenberg Edelstahl die beiden Geschäftsbereiche Gießerei und Stahlwerk gekauft. Damals bekamen 130 Menschen einen neuen Arbeitgeber.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden ist der Lüdenscheider Martin Plappert, der Notar sowie Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht ist. Er berichtete diese Zeitung, dass Callista das Unternehmen habe „fallen lassen“. Nach seinem Kenntnisstand hat die Eigentümerin nach Bekanntwerden der Insolvenz die Bergischen Edelstahlwerke bereits weiterverkauft. Um keine Unruhe aufkommen zu lassen, habe man am Dienstag die Belegschaft informiert und „motivierend einbezogen“. Die aktuelle Liquiditätslücke sei entstanden, weil sich ein Auftrag zeitlich hinaus geschoben habe. Dem gegenüber stünden aber Aufträge mit einem Volumen von fünf Millionen Euro. Ziel sei es daher, die Kunden „ohne Abbruch zu bedienen“. Mit einem möglichen Investor habe es bereits erste Gespräche geben. Darauf wolle man nun aufbauen.

