Die Gummersbacher Kindertagesstätte Hoppetosse zeigt bei MINT-Veranstaltung ihre Arbeit mit 3D-Druckern.
3DGummersbacher Kinder drucken sich die Spielfiguren selbst

Lionel und Antonio (r.) mit Erzieher Manuel Broska an den 3D-Druckern.
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Anlässlich des bevorstehenden Events „MINT für Minis“ am Mittwoch und Donnerstag, 25. und 26. Februar, auf dem Campus Gummersbach der TH Köln zeigt die Kita Hoppetosse, dass naturwissenschaftliches Lernen längst Teil des Kita-Alltags ist. Leiterin Anke Winterscheidt schildert, dass ein Schwerpunkt in der seit mehr als 50 Jahren existierenden Kita Forschen und Experimentieren sei. Das gelte schon für die Jüngsten in einem Alter von zwei Jahren.
Analoges mit der digitalen Welt kombiniert
Ein Kernelement sei dabei der 3D-Druck. Gestartet sei diese Aktion 2022 mit einem kleinen Drucker in offener Bauweise, im vorigen Jahr wurde ein größeres Modell mit geschlossener Druckkammer von dem gleichen Hersteller aus Tschechien angeschafft. Die Kita-Leiterin erklärt: „Wir sind viel analog unterwegs, kombinieren das aber mit der digitalen Welt.“ Das gebe den Kindern viele neue Handlungsanreize. Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit lobte die Art und Weise, wie die Kita moderne Technik in den Alltag integiert: „Es ist spannend, wie Sie das schildern.“
Chef des 3D-Druck-Projekts ist der Erzieher Manuel Broska. Er hatte sich während der Pandemie intensiv mit dieser Technologie beschäftigt und ihr Potenzial für die Bildungsarbeit erkannt. Beim ersten Drucker lag das Hauptaugenmerk auf dem Ersatz von verlorengegangenen Spielfiguren oder anderen Teilen von Brettspielen: „Das ist sehr viel nachhaltiger, als irgendwann das Spiel noch einmal kaufen zu müssen.“
Das Space-Shuttle gedruckt
Inzwischen werden mit dem großen Drucker auch Spielsachen wie ein Space-Shuttle, Bewässerungselemente für den Garten oder Puzzles hergestellt, daneben auch Anschauungsobjekte wie vergrößerte Insektenmodelle. Broska schildert, dass die Druckprodukte Einzug in alle Bereiche der Kita gehalten haben. So werden etwa auch Ringe mit integrierter Platte hergestellt, die es ermöglichen, durch ein aufgeklebtes Foto den Zahnputzbecher eines Kindes eindeutig zu identifizieren und gleichzeitig den Becher bei Bedarf auszutauschen.
„Mittlerweile gibt es tausende Vorlagen, die kostenfrei heruntergeladen und dann gedruckt werden können“, beschreibt der Projektleiter. Allerdings passten die nicht immer. Dann komme eine spezielle Shaper-Sopftware auf seinem Tablet zum Einsatz, die das geplante 3D-Objekt modelliert. Anschließend übernehme ein Slicer des Herstellers die Erstellung der Druckdatei.
Im Druckerraum zeigten der sechsjährige Antonio und sein ein Jahr jüngerer Kumpel Lionel, auf welch vielfältige Weise der 3D-Druck zum Einsatz gekommen ist. Bei einigen aufgebauten Brettspielen ließen sie den Bürgermeister raten, welche Spielfigur nachgedruckt wurde – und nicht immer lag der Rathauschef richtig. Nun sind alle gespannt, was sie bei „MINT für Minis“ erwartet.

