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Digitales AntibiotikumGummersbacher für Verdienste im Gesundheitswesen in der Türkei geehrt

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Das Bild zeigt die Geehrten bei der Gala in der Türkei.

Im Rahmen einer Gala in der Türkei wurde Andreas Krause (3.v.r.) für „seine besonderen medizinischen Leistungen im türkischen Gesundheitswesen“ geehrt. 

Der Gummersbacher Andreas Krause wird mit Preis in der Türkei ausgezeichnet - für seine Verdienste im Gesundheitswesen.

Die Gummersbacher Firma Tripart Titan und die Viromed Medical aus Rellingen, Weltmarktführer in der Kaltplasmatechnik, haben in der Türkei den „Innovationspreis für besondere medizinische Leistungen im türkischen Gesundheitswesen“ erhalten. Die beiden deutschen Unternehmen haben auf dem türkischen Markt ein Medizinprodukt eingeführt, das als „Zukunft der Wundbehandlung“ beschrieben wird – das sogenannte Virocap-Kaltplasmagerät.

Zu sehen ist das Kaltplasmagerät im Einsatz an einer Hand.

Zusammen mit einer weiteren deutschen Firma führte der  Gummersbacher  ein Kaltplasmagerät ein, das den Einsatz von Antibiotikum ersetzen kann.

Im Kern geht es darum, dass durch die Behandlung mit kaltem atmosphärischem Plasma körpereigene Regenerationsprozesse aktiviert werden. Der Zellstoffwechsel wird angeregt, wodurch der gesamte Heilungsprozess der Haut gefördert wird. Kaltplasma schaltet auf unkomplizierte Weise Viren, Bakterien (einschließlich multiresistenter Erreger) und Sporen aus, sagt Krause. Der Gummersbacher ist Geschäftsführer der Tripart Titan und seit 35 Jahren im medizinisch-technischen Bereich unterwegs. Gegen multiresistente Erreger In Zeiten von multiresistenten Erregern bedeute die Behandlung mit Kaltplasma einen „regelrechten Quantensprung in der Wundheilung“, wie er erläutert. Denn durch den Einsatz von Kaltplasma könne der Einsatz von belastenden Medikamenten stark reduziert werden.

Hohe Resistenz gegen Antibiotikum

Und nicht nur das. In einem Land wie der Türkei seien an die 60 Prozent der Bevölkerung resistent gegen Antibiotika. Bei schweren und schwersten Infektionen schlage kein Präparat mehr an. Umso wichtiger sei es, einen Weg gefunden zu haben, der dem Problem begegne. Krause beschreibt das Produkt als eine Art „digitales Antibiotikum“. Führende außeruniversitäre Forschungsorganisationen wie die Max-Planck-Gesellschaft und die Leibnitz-Gemeinschaft seien an der Entwicklung des medizinischen Geräts beteiligt gewesen, sagt der Gummersbacher. Und Anfang 2025 habe er mit seinem türkischen Geschäftspartner Yücel Bekdemir dessen Wirkweise erstmals in der Türkei in einem Krankenhaus vorstellen können. Und das mit Erfolg, denn diesem Krankenhaus seien weitere gefolgt, so auch in Ordu und Istanbul. „Das war einfach sensationell“, sagt Krause.

Für das türkische Gesundheitswesen sei der Einsatz des Kaltplasmagerätes ein „Gamechanger“, inzwischen sei der Vertrieb zu einem Selbstläufer geworden. Auch das türkische Gesundheitsministerium habe sich die Arbeit mit dem Virocap-Kaltplasmagerät angeschaut. In der Folge sei man zu dem Schluss gekommen, dass Tripart Titan und Viromed Medical eine Auszeichnung verdient hätten, weil die Einführung des Medizingeräts sich derart positiv auf das Gesundheitswesen ausgewirkt habe. Die Auszeichnung, die die deutschen Unternehmer jetzt in der Türkei bekommen haben, sei durchaus mit einem Bambi hier in Deutschland zu vergleichen, berichtet Krause. In der Türkei wird die Auszeichnung von dem Magazin „1461 Kapilicarsi“ verliehen.

Gummersbacher will weitere Märkte für das Medizinprodukt erschließen

Im Fokus stehen Personen und Firmen aus unterschiedlichen Branchen, die im jeweiligen Jahr besondere Erfolge oder Popularität erreicht haben. Verliehen werden Auszeichnungen unter dem Motto „Yilin Enleri“ – „Die Besten des Jahres“. Auf der Bühne stehen dann sowohl Medienpersönlichkeiten als auch Dienstleiter, Künstler oder Vertreter erfolgreicher Marken. Die Gummersbacher Firma Tripart Titan ist Exklusivpartner der Viromed-Gruppe und wurde als einziges Unternehmen in Istanbul ausgezeichnet. Nach dieser Wertschätzung in der Türkei wollen Krause und Viromed weitere internationale Märkte erschließen – sei es in Afrika oder in der Türkei. Aber auch in Deutschland geht es weiter mit den Anwendungsmöglichkeiten der Kaltplasma-Methode.

Am 12. Februar plant die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) – vertreten durch Prof. Hortense Slevogt – gemeinsam mit dem Team des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) Braunschweig eine internationale Pressekonferenz durchzuführen. Im Mittelpunkt steht die Vorstellung und wissenschaftliche Einordnung der Kaltplasma-Therapie zur Anwendung in der Lunge mit Pulmoplas.