Großer Sohn der Stadt wird 95 altJürgen Habermas und seine Wurzeln in Gummersbach

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Jürgen Habermas

Jürgen Habermas war in den letzten Jahrzehnten immer wieder zu Besuch in Gummersbach. So wie hier an der evangelischen Kirche.

Prof. Jürgen Habermas ging aufs Gummersbacher Jungengymnasium, machte dort Abi und wollte eigentlich Journalist werden. Heute wird der Philosoph 95 Jahre alt.

Es gibt nur wenige Söhne der Stadt Gummersbach, die bereits zu Lebzeiten Weltruhm erlangt haben. Einer ist der Philosoph Prof. Jürgen Habermas, der am Dienstag in Starnberg seinen 95. Geburtstag begeht. Mit seiner aktuellen familiären Situation erklärt Habermas im Kontakt mit dieser Zeitung, dass er diesmal keine größeren Interviews geben kann. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ist ihm trotzdem gewiss, zumal er sich auch zuletzt noch zu aktuellen Themen wie den Kriegen in Gaza und der Ukraine geäußert und sich dabei nicht nur Freunde gemacht hat.

Jürgen Habermas wuchs in der Körnerstraße in Gummersbach auf

Doch das war nie das Ansinnen des Gummersbachers, der in Düsseldorf zur Welt kam und in der Körnerstraße mit zwei Geschwistern aufwuchs. Nach seinen Erinnerungen an diese Kleinstadt gefragt, sagte er einmal: „Da kommt vieles zusammen. Das Elternhaus in der Körnerstraße natürlich, das die Nachfolger schön in Ordnung gebracht haben; der älteste Freund Jupp Dörr, den ich vor ein paar Jahren in Bonn wiedergesehen habe; das erste Fahrrädchen mit fünf Jahren; die Diesterwegschule, an der mein Großvater der erste Rektor gewesen war, Schützenfeste – und so weiter.“ Klingt alles sehr bodenständig. Und genau so kommt Jürgen Habermas auch rüber, wenn man ihn einmal privat treffen durfte.

Dabei wäre der Jubilar beinahe Journalist geworden. „In meinem Abiturzeugnis habe ich Journalist als Berufswunsch angegeben. Ich hatte schon während der letzten Jahre auf dem Gymnasium Film- und Theaterkritiken geschrieben; das habe ich als Student etwas professioneller bei Otto Vormstein auf der Lokalredaktion des Kölner Stadt-Anzeiger fortgesetzt“, erinnerte er sich vor Jahren an seine Jahre in der Kreisstadt. Für Philosophie, Psychologie und Genetik habe er sich schon früh interessiert. „Aber es wäre Größenwahnsinn gewesen, mit dem Ziel zu studieren, später einmal Professor zu werden.“ 

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