VfL Gummersbach gewinnt mit 33:22 gegen GWD Minden. Teitur Einarsson in den letzten zehn Minuten mit sieben Toren in Folge.
Handball-BundesligaDeutlicher Sieg des VfL Gummersbach beim Comeback von Julian Köster

Gemeinsame Freude: Durch seine Kurzeinsätze gab Julian Kösters seinem Teamkollegen Miro Schluroff kleine Pausen.
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Die Freude war Julian Köster anzusehen. In der 17. Minute wechselte ihn sein Trainer Gudjon Valur Sigurdsson ein und die erste Handlung des Kapitäns war das Tor zum 9:8. Ein Tor, das die Aufholjagd von GWD Minden stoppte und den Weg zum 33:22 (19:12)-Sieg des VfL Gummersbach ebnete.
Vor 4132 Zuschauern in der erneut ausverkauften Schwalbe-Arena gewannen die Gummersbacher damit auch ihr vorletztes Heimspiel der Saison in der Handball-Bundesliga und bleiben in ihrer Heimspielstätte in diesem Jahr ungeschlagen.
Die Entscheidung zum Einsatz von Julian Köster fiel erst am Morgen vor dem Spiel
Die Entscheidung, dass Julian Köster nach seiner Meniskus-Operation im April bereits gegen Minden spielen würde, wurde erst am Morgen vor dem Spiel gefällt, sagte VfL-Trainer Gudjon Valur Sigurdsson. Zuvor hatte Julian Köster zwei halbe Trainingseinheiten absolviert, um zu sehen, ob das Knie reagiert. Das tat es nicht und der Kapitän sollte wenigstens auf der Bank sitzen.
Daraus wurden Kurzeinsätze und zwei Tore. „Julian ist intelligent genug, sich in den Zweikämpfen zurückzuhalten“, erklärte sein Trainer: „Es ist schön, den Kapitän wieder an Bord zu haben.“ Zumal der ja den VfL zur neuen Saison in Richtung THW Kiel verlässt. Die Zuschauer feierten ihn, als er die Mannschaft beim Einlaufen in die Halle anführte.
VfL Gummersbach spielte gegen Minden aus einer starken Abwehr heraus
Gegen GWD Minden, das auf dem vorletzten Tabellenplatz gegen den Abstieg kämpft, agierte die Gummersbacher Abwehr vor einem starken Torhüter Bertram Obling, der auf 16 Paraden und zwei gehaltene Siebenmeter kam, gewohnt sicher. Im Angriff war es bis zur Pause ein überragender Kay Smits, der sechs seiner insgesamt sieben Tore in den ersten 30 Minuten warf.
Als das Spiel in den letzten zehn Minuten so langsam vor sich hinplätscherte, kamen die Minuten des Teitur Einarsson, oder wie es sein Trainer ausdrückte, die „Einarsson-Show“. Mit seinen sieben Toren in Folge schraubte der Isländer das Ergebnis in die Höhe. Und auch Patrick Kiesewalter aus der zweiten VfL-Mannschaft bekam seine fünf Einsatzminuten.
Kay Smits warf sein 500stes Bundesligator
Da Ellidi Vidarsson mit einer Gehirnerschütterung ausfiel und Mthis Häseler (Fußprobleme) ebenfalls nicht spielen kann, war Sigurdsson froh, trotzdem eine breite Bank zu haben und rotieren zu können. Zumal Tom Kiesler leichte Probleme mit dem Fuß hat und in der Halle hohe Temperaturen herrschten.
Die Gummersbacher fanden zunächst gut in die Partie und setzten sich bis auf 7:4 (12.) ab, als Gästetrainer Aaron Zierke die erste Auszeit nahm. Mit einem 3:0-Lauf glich sein Team zum 8:8 (16.) aus. Der VfL spielte nun im Angriff konzentrierter und setzte sich ab. Der Treffer zum 14:10 (24.) war für Kay Smits das 500ste Tor in der Bundesliga. Zur Pause führten die Hausherren mit 19:12.
Nun geht es für den VfL Gummersbach zum SC Magdeburg
Nach dem Wiederanpfiff wechselte der ehemalige Gummersbacher Tibor Ivanisevic ins Mindener Tor und parierte gleich drei Bälle der VfL-Werfer. Beide Mannschaft taten sich in der ersten Viertelstunde nach der Pause schwer mit dem Torewerfen und der Abstand änderte sich wenig.
Seiner Mannschaft seien die Körner ausgegangen, erklärte Aaron ZIercke anschließend. Zumal man auch noch auf Philipp Vorlicek verzichten musste, der nach der Pause wegen eines Infekts in der Kabine blieb. Auch wenn für Minden nach dem fast zeitgleichen 29:26-Sieg der HSG Wetzlar gegen den HC Erlangen, die Luft im Kampf gegen den Abstieg immer dünner wird, der Glaube an den Klassenerhalt sei da, so Ziercke.
Im letzten Auswärtsspiel der Saison geht es für den VfL Gummersbach am Mittwoch, 3. Juni, 20 Uhr, zum frisch gebackenen deutschen Meister SC Magdeburg.
Tore VfL Gummersbach: Vujovic (4/3), Köster (2), Einarsson (7), Schluroff (5), Hallbäck (2), Mahé (1), Horzen (4), Smits (7).
Tore GWD Minden: Pedersen (4), Kranzmann (1), Antanavicius (1), Jensen (3), Korte (1), Weber (1), Sterba (4), Sajenev (1), Vorlicelk (2), Bergner (1), Donker (3).
