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Handball-BundesligaVfL Gummersbach mit glücklichem Punkt gegen Göppingen in letzter Sekunde

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Ludvig Hallbäck wird von zwei Göppingern abgewehrt.

Ludvig Hallbäck wirkte gegen seine alten Göppinger Mannschaftskollegen übermotiviert.

Nach schwacher erster Halbzeit lagen die Gummersbacher zur Pause mit 12:19 zurück und trennten sich von Göppingen mit 29:29.

Fünf Sekunden vor Schluss traf Miro Schluroff zum 29:29 und sorgte damit für den kurz zuvor noch kaum für möglich gehaltenen Punkt für den VfL Gummersbach im Handball-Bundesligaspiel gegen Frisch auf Göppingen.

Das tat er, obwohl er sich schon früh im Spiel (8.) einen Finger der linken Hand ausgekugelt hatte und mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Platz ging. Kurz darauf kehrte er zurück und trug mit neun Toren in der mit 4132 Zuschauern erneut ausverkaufen Schwalbe-Arena zur Punkteteilung beim 29:29 (12:19) bei.

Für VfL-Trainer Gudjon Valur Sigurdsson war es ein absolut unverdienter Punkt

Göppingens Trainer Ben Matschke zeigte sich als guter Gast und beglückwünschte anschließend den VfL zum Punkt. Sein Gegenüber, VfL-Trainer Gudjon Valur Sigurdsson, formulierte es deutlicher und sprach von einem absolut unverdienten Punkt seines Teams.

Der Gummersbacher ging mit seiner Mannschaft und vor allem mit der ersten Halbzeit hart ins Gericht. Er vermisste Einsatz, Willen und Kampfbereitschaft, eben alles was die taktisch gut agierenden Göppinger zeigten. Schon im Abschlusstraining am Freitag habe ihm die Einstellung nicht gefallen. In der ersten Halbzeit habe die Abwehr ohne Willen und ohne die Lust, das Logo des VfL zu verteidigen, gespielt, kritisierte Sigurdsson. Mit 12:19 ging es in die Pause und das die Wende in den zweiten 30 Minuten geschafft wurde, habe an den Zuschauern gelegen. Die hätten die Mannschaft trotz des hohen Rückstands mit Applaus in die Pause verabschiedet und dann nach vorne gebracht. „Ohne die Halle und die Fans hätten wir nicht geschafft“, so der VfL-Trainer. Zu viele seiner Spieler seien neben der Spur gewesen.

Beim 2:1 führte der VfL Gummersbach zum letzten Mal

Die Gäste, die ohne den an der Schulter verletzten Ole Pregler antraten, waren mit einem Lauf von zuletzt 6:1-Siegen nach Gummersbach gekommen und überzeugten von Beginn an mit vollem Einsatz in Angriff und Abwehr. Zwar führten die Gastgeber mit 2:0 (2.) durch Treffer von Miro Schluroff und Teitur Einarsson, doch sollte das 2:1 (3.)   das letzte Mal sein, dass die Gummersbacher   vorne lagen. Von Beginn an häuften sich die technischen Fehler, neun waren es bis zur Pause, am Ende zählte die VfL-Statistik 15. Dazu kamen Fehlwürfe, so dass die Göppinger davonzogen.

Als der VfL-Trainer in der 14. Minute die erste Auszeit nahm, lag sein Team mit 5:9 (14.) hinten. Sigurdsson wechselte immer wieder durch. Kay Smits hatte einen schwachen Tag erwischt und Kentin Mahé konnte dem Spiel keine Impulse geben. Die Abwehr zeigte große Lücken, die die Göppinger Angreifer, die auf Tempo setzten, nutzen.

Das Spiel schien in der Schlussphase mehrfach entschieden zu sein

So lag der VfL zur Halbzeit mit sieben Treffern zurück. Als dann nach der Pause Ludvig Hallbäck mit einem Fehlpass begann und der anschließend sichere Milos Vujovic mit dem ersten seiner insgesamt acht Siebenmeter scheiterte, gingen die Gäste mit 21:13 in Führung. Das schien die   Hausherren anzutreiben, die mit einem 5:0-Lauf auf 18:21 (42.) verkürzten und in der Folge bis auf 23:24 herankamen. Als die Gäste erneut auf 27:24 (53.) davonzogen, schien die Partie entschieden.

  Der VfL kam auf 27:28 (56.) heran und hatte die Chancen zum Ausgleich. Doch Kristjan Horzen konnte den Ball nicht festhalten und im darauf folgenden Angriff warf Tom Kiesler den von Tilen Kodrin eroberten Ball ins Leere.   Wieder legte Göppingen zum 29:27 (59.) vor, der VfL stellt auf offene Manndeckung. Mit einem Siebenmeter verkürzte Vujovic auf 28:29 und 30 Sekunden später Schluroff nach Ballverlust von Göppingen auf 29:29. Den letzten Wurf von der Mittellinie hielt Torhüter Dominik Kuzmanovic.

Mitten   in den ohrenbetäubenden Jubel ließ der Technische Delegierte Thorsten Zacharias die Schiedsrichter die letzten 30 Sekunden des Spiels am Videotisch überprüfen. Erst als die nichts mehr zu beanstanden hatten, konnte sich der VfL über den Punkt freuen.

Weiter geht es für den VfL Gummersbach am Sonntag, 10. Mai, 16.30 Uhr, mit der Partie beim HC Erlangen.


Tore VfL Gummersbach: Vidarsson (2), Kodrin (2), Vujovic (8/7), Hässeler (2), Einarsson (2), Schluroff (9), Hallbäck (1), Horzen (1), Smits (1).

Tore Frisch Auf Göppingen: Neudeck (2), ten Velde (3), Klöve (4), Persson (6), Schiller (2/2), Aström (1), Sunnefeldt (5), Lastro (1), Newel (5).