Nach Jahrzehnten im Familienbesitz geht die Gummersbacher Bäckerei Lange an einen neuen Eigentümer über.
Lange TraditionGummersbacher Bäckerei Lange wird von „Schneider's“ übernommen - Großteil der Beschäftigten soll bleiben

Hartmut Lange (l.) und seine Frau Gritta mit Philipp Schneider, geschäftsführender Gesellschafter.
Copyright: Schneider’s Bäckerei
Die Gummersbacher Bäckerei von Hartmut Lange wird von der „Schneiders Bäckerei“ übernommen. Die Großbäckerei sitzt in Netphen. Damit sei die Nachfolge der Gummersbacher Familienbäckerei gesichert, wie es in einer Mitteilung heißt. Nach drei Generationen und Jahrzehnten gelebter Handwerkstradition stellt die Bäckerei Lange die Weichen für die Zukunft: Zum 1. August übergibt Geschäftsführer Hartmut Lange das Unternehmen in neue Hände und begibt sich in den Ruhestand. Mit „Schneiders Bäckerei“ wurde laut Mitteilung ein erfahrener Handwerksbetrieb gefunden, der die gewachsene Tradition verantwortungsvoll fortführen werde. Beide Familien hätten sich nach intensiven und vertrauensvollen Gesprächen bewusst für diesen Schritt entschieden, heißt es.
Schneider übernimmt viele Filialen von Lange
„Was Lange währt, bleibt weiter gut“ – unter diesem Leitgedanken soll die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahrzehnte fortgeführt werden. Ziel der Übergabe sei es, den Großteil der Standorte zu sichern und Mitarbeitenden wie Kundinnen und Kunden eine verlässliche und langfristige Perspektive zu bieten. „Schneiders Bäckerei“ übernimmt viele Filialen sowie einen Großteil der Mitarbeitenden. Nach einer kurzen Übergangsphase sollen die Standorte in das Filialnetz von Schneider integriert werden. Für Hartmut Lange und seine Familie sei die Übergabe ein wohlüberlegter Schritt: „Uns war wichtig, unser Lebenswerk in Hände zu geben, die das Bäckerhandwerk ebenso schätzen wie wir und es mit Verantwortung weiterentwickeln.“
Am Ende sei es zu erwarten gewesen, sagte Hartmut Lange dieser Zeitung am Donnerstag. Ihnen sei es wichtig gewesen, den Wechsel zum jetzigen Zeitpunkt zu kommunizieren, damit sich Belegschaft und Kundschaft darauf einstellen könnten. „Wir wollten niemanden im Ungewissen lassen.“ Die Mitarbeitenden wurden am Mittwoch und am Dienstag informiert. Was den Übergang der Filialen und der Mannschaft an Schneider angeht, sagt Hartmut Lange, dass man die Filialen, die nicht übernommen würden, anderweitig noch vermarkten wollen. Doch damit habe man ja noch nicht beginnen können. Dass die Übergabe für ihn „nicht einfach“ ist, sei wohl nachvollziehbar, sagt der Geschäftsmann, der jetzt 71 Jahre alt ist und mit 80 nicht mehr in der Backstube sein will, wie er betont. Seine Kinder hätten andere Berufe, so dass die Entscheidung für ihn und seine Frau Gritta (65) irgendwann angestanden hätte.
„Schneiders Bäckerei“ ist ein Siegerländer Familienunternehmen in dritter Generation, gegründet 1957, und zählt mittlerweile rund 60 Geschäfte. „Viele Handwerksbetriebe stehen aktuell vor der Frage der Nachfolge“, erklärt Philipp Schneider, geschäftsführender Gesellschafter. „Umso wichtiger sind Lösungen, die Kontinuität ermöglichen und das Handwerk zukunftsfähig aufstellen. Es ist wichtig, vor Ort Handwerksbäckereien zu haben, die losgelöst von der Industrie die heimische Region mittragen und mitentwickeln.“ In den kommenden Monaten soll nun ein partnerschaftlicher und sorgfältig geplanter Übergang gestaltet werden, der Kontinuität und Stabilität für alle Beteiligten gewährleiste.

