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Nach Umzug der SchützenStadt Gummersbach möchte die Stadthalle übernehmen

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Der Abriss der Stadthalle sei keine Option, sagt der Gummersbacher Bürgermeister.

Für die Auflösung der Trägergesellschaft bedarf es eines einstimmigen Beschlusses der Gesellschafter.

Mit dem Umzug der Gummersbacher Schützen vom Steinberg auf das Steinmüllergelände und einer gelungenen Premiere im Jahr 2025 dort hat die Stadthalle bzw. Schützenburg, wie das unter Denkmalschutz stehende Gebäude auch heißt, ihren ursprünglichen Zweck, für den sie einst gebaut wurde, im Grunde verloren. Für Festivitäten unterschiedlichster Art, und nun auch das Schützenfest, hat sich die Halle 32 längst etabliert. Doch wie geht es weiter mit der Schützenburg, der „guten Stube“ der Stadt? Seit Oktober 2015 ist der Betreiber eines asiatischen Restaurants Mieter. Die Stadthalle GmbH, also die Trägergesellschaft, – bestehend aus der Stadt Gummersbach und den fünf vaterstädtischen Vereinen Schützenverein, VfL Gummersbach, Hexenbuschverein, Bürgerverein und Gesellschaft zur Eintracht – wird von mehreren ehrenamtlichen Geschäftsführern geleitet. Aktuell ist es mit Uwe Schneevogt aber nur einer.

Mit Blick auf die veränderte Ausgangslage möchte Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit als Vertreter des Mehrheitsgesellschafters gerne erreichen, dass die Trägergesellschaft aufgelöst wird und die Halle gemäß Satzung an die Stadt fällt. In der Eintracht, wo Halding-Hoppenheit auch Mitglied ist, hat er bereits während der letzten Jahreshauptversammlung dafür geworben – und keinen Widerspruch bekommen, wie er berichtet. Mit Vertretern des VfL Gummersbach e.V. hat er ebenfalls gesprochen genauso mit den Schützen. Hexenbusch- und Bürgerverein stünden noch aus, sagt der Bürgermeister, der auf ein deutliches Votum für seine Pläne hofft. Uwe Schneevogt berichtet, dass die Betreuung der Stadthalle als Ehrenamtler kaum zu leisten sei, er könne sich nicht jeden Tag kümmern, weil er auch noch eine eigene Firma habe.

Pachtvertrag wurde im Jahr 2025 um zehn weitere Jahre verlängert

Dass der Bürgermeister die Gesellschaft gerne auflösen möchte, könne er gut verstehen. Bei so vielen Gesellschaftern sei die Lage bisweilen doch komplex. „Für alle Beteiligten wäre es sicher so einfacher“, sagt der Geschäftsführer, der erst zum 1. Januar 2025 den Vertrag mit dem Pächter um weitere zehn Jahre hatte verlängern können. Dass die Funktion des Geschäftsführers mit Auflösung der Gesellschaft wegfalle, findet er allerdings mit Blick auf den direkten Kontakt zum Pächter keinen Gewinn. Schneevogts Schilderungen kann der Bürgermeister absolut verstehen. Qualität und Inhalt dieses Amtes seien nicht mehr mit dem zu vergleichen, was vor Jahren vielleicht der Standard gewesen sei. „Da wird einem technisch, kaufmännisch und juristische eine Menge abverlangt“, sagt er. Uwe Schneevogt und bis zuletzt auch der inzwischen ausgeschiedene Stephan Höller hätten all die Jahre eine „braven Kampf“ geführt.

Dass man die alte Struktur jetzt ändern sollte, davon ist Halding-Hoppenheit fest überzeugt und hat das auch schon mit der Politik im Ältestenrat erörtert. „Die Halle ist bei der Stadt in guten Händen“, sagt der Bürgermeister. Für die Auflösung der Gesellschaft sei aber ein einstimmiger Beschluss erforderlich. „Das darf also nicht strittig sein.“ Und schon jetzt betont der Rathauschef, dass es keinen Grund zur Sorge gebe, die Stadt könnte die Halle abreißen lassen. Für ihn sei das Denkmal und sein Erhalt eine „Herzensangelegenheit“, wie der Bürgermeister es nennt. Er könne sich sehr gut vorstellen, dass das Objekt von der städtischen Immobilienwirtschaft betreut werde. „Und wenn man mir die Frage stellt, warum wir uns als Stadt einen solchen Mühlstein um den Hals hängen wollen, kann ich nur antworten, dass wir per Gesellschaftsvertrag ohnehin bürgen“, sagt Raoul Halding-Hoppenheit dieser Zeitung.