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SteuernOberbergs Finanzämter landen bei Ranking eines Online-Anbieters im hinteren Drittel

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Das Finanzamt in Gummersbach aus der Luftperspektive.

Das Finanzamt in Gummersbach rangiert bei dem Ranking auf Platz 346 von 482.

Die Oberfinanzdirektion Nordrhein-Westfalen ordnet das Ergebnis ein.

Die Online-Plattform für Lohnsteuererklärungen „Lohnsteuer-kompkat.de“ hat laut eigener Aussagen auf der Basis von mehr als einer Million bei ihr eingereichter, anonymisierter Steuererklärungen ermittelt, wie lange Bürger im Schnitt auf ihren Einkommensteuerbescheid warten mussten. Demnach warteten Steuerpflichtige in Deutschland im Durchschnitt 50,2 Tage – das war rund 0,6 Tage schneller als im Vorjahr.

Die beiden oberbergischen Finanzämter in Gummersbach und Wipperfürth rangieren auf den Plätzen 346 und 331 mit durchschnittlich 53,4 bzw. 54,4 Tagen für die Bearbeitung. Wipperfürth war 2024 auf Rang 283, davor auf Platz 185. Gummersbach war in den Vorjahren auf Platz 446 (2024) bzw. 374 (2023). Bundesweiter Spitzenreiter der Auswertung ist Zwiesel mit der Außenstelle Viechtach in Bayern mit 28,4 Tagen – Schlusslicht auf Platz 482 ist das Finanzamt Berlin International mit 90,4 Tagen.

„Auswertungen sind nur sehr eingeschränkt aussagekräftig“

Die Oberfinanzdirektion NRW berichtet auf Nachfrage, dass „Auswertungen einzelner Steuer-Software-Anbieter nur sehr eingeschränkt aussagekräftig“ seien. „Sie beruhen auf einer kleinen, selektiven Stichprobe von Steuererklärungen und bilden weder die Gesamtheit der Steuerfälle noch die unterschiedlichen Aufgabenprofile der Finanzämter ab.“ Die Fall- und Organisationsstrukturen der Finanzämter würden sich deutlich unterscheiden, sowohl innerhalb Nordrhein-Westfalens als auch bundesweit.

So gebe es Ämter mit einem hohen Anteil an Arbeitnehmerfällen, die in der Regel weniger komplex seien. Andere Finanzämter betreuten deutlich mehr Unternehmen oder steuerlich beratene Fälle mit längeren Abgabefristen und höherem Prüfungsaufwand. Zudem schwankten die Erklärungseingänge im Jahresverlauf erheblich. All diese Faktoren wirkten sich auf Bearbeitungszeiten aus und ließen einfache Vergleiche zwischen einzelnen Finanzämtern nicht zu.

NRW-Finanzämter betreuen rund 7,4 Millionen Einkommenssteuerfälle

Die nordrhein-westfälischen Finanzämter betreuen laut der Behörde insgesamt rund 7,4 Millionen Einkommenssteuerfälle. Maßgeblich für die Bürger sei dabei nicht ein Vergleich zwischen einzelnen Finanzämtern, sondern dass ihre Steuererklärung sorgfältig, rechtssicher und innerhalb eines verlässlichen Zeitrahmens bearbeitet wird. In Nordrhein-Westfalen würden über 95 Prozent aller Einkommensteuererklärungen innerhalb weniger Wochen bis maximal fünf Monaten erledigt. Innerhalb von sechs Monaten seien es über 97 Prozent aller Erklärungseingänge. „Viele Bürgerinnen und Bürger erhalten ihren Steuerbescheid deutlich schneller“, sagt die Behörde.

Konkret zu Oberberg heißt es schließlich, dass im Finanzamt Gummersbach rund 78 Prozent und im Finanzamt Wipperfürth rund 75 Prozent der Einkommensteuererklärungen, sogenannte Arbeitnehmerfälle, für den Veranlagungszeitraum 2024 elektronisch eingereicht wurden. Rund ein Viertel der für diesen Veranlagungszeitraum eingereichten Einkommensteuererklärungen wurden mit Unterstützung einer steuerlichen Beratung erstellt.

Nordrhein-Westfalen setzt laut Auskunft der Oberfinanzdirektion ab diesem Jahr flächendeckend Künstliche Intelligenz im Risikomanagement der Einkommensteuerveranlagung ein. Das KI-Modul unterstütze die Auswahl prüfungsbedürftiger Fälle, identifiziere risikoarme Erklärungen treffsicher und ermögliche deren automatisierte Verarbeitung. Dadurch entfielen viele manuelle Prüfschritte, Bescheide könnten schneller ergehen und die Beschäftigten würden Zeit gewinnen für komplexe Fälle, bei denen eine fachliche Prüfung erforderlich sei.