Elf junge Sportler aus Japan besuchen die Marienheider Gesamtschule und die Handballer des VfL Gummersbach.
Schnitzel und HandballJugendsportler aus Japan besuchen VfL Gummersbach

Japanische Handballer im Kunstunterricht an der Gesamtschule Marienheide.
Copyright: Andrea Knitter
„Freundschaft“ und „Handball“ sind nur zwei Begriffe, die die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Marienheide gemeinsam mit ihren japanischen Gästen während des Kunstunterrichts in Schriftzeichen malen. Auch wenn sie nicht dieselbe Sprache sprechen, der Austausch über das Projekt klappt. Zum zweiten Mal ist eine Gruppe japanischer Handballer zu Gast im Oberbergischen, trainiert mit den B-Junioren des VfL Gummersbach, spielt gegen die Schulmannschaft der Gesamtschule und war beim Sieg der Bundesligamannschaft des VfL in der Schwalbe-Arena.

Japaner trainieren mit der B-Jugend des VfL Gummersbach.
Copyright: Dustin Heiland
Dabei steht nicht nur Handball auf dem Programm der elf Jungen der Jahrgänge 2010 und 2011, die eine Woche in Gummersbach sind. Für sie hat Stanislav Zhukov, Ex- Teammanager des VfL und heutiger MPT (Fachkraft im Multiprofessionellen Team) an der Gesamtschule Marienheide, gemeinsam mit seiner Frau Kseniia (Schulbegleiterin) ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Er hat vor zwei Jahren auch den Kontakt zwischen dem Verein und den japanischen Handballern hergestellt. Im Rahmen seiner Trainer-C-Lizenz-Ausbildung in Düsseldorf hatte er Akiyama Shigeki, der dort eine Sportagentur betreibt und bis heute als Dolmetscher dabei ist, kennengelernt. Zunächst kam Trainer Ayumu Muta und traf sich mit den Trainern des VfL. Ein Jahr später kehrte er mit jungen Handballern zurück. Die elf Spieler, darunter zwei Torhüter, sind ausgewählt und kommen aus ganz Japan. Die Reise müssen sie selbst finanzieren ohne Zuschuss vom japanischen Handballverband.

Japanische Handballer im Kunstunterricht an der Gesamtschule Marienheide.
Copyright: Andrea Knitter
Als sie am Montag in Frankfurt landeten, holte sie Schinker-Reisen mit dem VfL-Bus ab und brachte sie ins Victors Hotel nach Gummersbach. Dort traf Ayumu Muta am Mittwoch mit Eisenachs Trainer Sebastian Hinze auf einen alten Bekannten. Vor einem Jahr war der Bundesliga-Trainer dort mit den Rhein-Neckar-Löwen abgestiegen und hatte sich mit den Japanern unterhalten. Nach dem Training mit den B-Junioren und dem Besuch des Kraftraums in der Schwalbe-Arena probierten die jungen Japaner auch die Restaurants in der Kreisstadt aus. „Sie sollen das essen, was ihre deutschen Altersgenossen mögen“, erklärt Zhukov. Und dazu zählen Hamburger, Gyros und Pizza. Der japanische Trainer schwärmt vom deutschen Schnitzel, das es in abgewandelter Form übrigens auch in seiner Heimat gebe. Beim vergangenen Besuch hat Stanislav Zhukov gesehen, dass die Jugendlichen im Werkunterricht, als sie an einem Projekt arbeiteten, besser in den Austausch kamen als im Englischunterricht.
Alles zum Thema Bergisches Land

Japaner trainieren mit der B-Jugend des VfL Gummersbach
Copyright: Dustin Heiland
Deshalb gab es in diesem Jahr das Kunstprojekt. „Der kulturelle Austausch ist uns sehr wichtig, und ich hoffe, dass daraus eine Tradition wird“, erklärt Schulleiter Christoph Straube. Draußen an der Schule hängen die deutsche und die japanische Flagge, und Plakate weisen auf das „Länderspiel“ hin. Nachdem die von Thomas Möller trainierte Schulmannschaft und das japanische Team in die Halle eingelaufen sind, erklingen die Nationalhymnen. Am heutigen Samstag steht noch eine Fahrt nach Köln an, ehe am Sonntag das Programm mit einem Testspiel gegen die B-Junioren des HC Gelpe/Strombach und einem Besuch im Gumbala endet. Am Montag geht es für die Jugendlichen zurück.
Ein Japaner ist geblieben
Beim ersten Besuch der japanischen Handballer fiel Jörg Bohrmann, Leiter der Handballakademie des VfL und Lehrer an der Gesamtschule Marienheide, der Linkshänder Gen Arima (15) auf. Er fragte ihn, ob er sich nicht vorstellen könne, beim VfL zu trainieren. Zunächst kam der Vater, schaute sich um und Gen absolvierte ein Probetraining. „Danach haben wir gesagt, dass wir den Versuch starten wollen.“

VfL-Handballakademie: Leiter Jörg Bohrmann mit Spieler Gen Arima.
Copyright: Andrea Knitter
Der 15-Jährige zog Anfang des Jahres mit seinem Vater nach Gummersbach. Nach vier Wochen mit den B-Junioren sind die Trainer angetan von Gen. „Er hat noch viel mehr Talent als ich dachte“, schwärmt Bohrmann.
