Stadt Gummersbach will geplante Maßnahmen in Frömmersbach und Bernberg trotz angespannter Haushaltssituation angehen.
Weniger SteuereinnahmenKeine Förderung für Kunstrasenplätze in Gummersbach

Politik und Verwaltung wollen in diesem Jahr vor den Sommerferien die AG Haushalt einberufen.
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Das war mal keine gute Nachricht: Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit berichtete im Gummersbacher Finanzausschuss, dass die Stadt die erhofften Bundesfördermittel für die Sanierung ihrer Kunstrasenplätze nun doch nicht bekommt. Das Programm sei zwanzigfach überzeichnet gewesen, sagte der Bürgermeister. Doch die Sporttreibenden in Bernberg und Frömmersbach sollen deswegen nicht in die Röhre schauen. Wie mehrfach berichtet, hatte der Bürgermeister versprochen, dass die Stadt in jedem Fall die Plätze sanieren werde, auch dann, wenn sie keine Fördermittel bekommt.
Pro Platz werden, so die aktuelle Kalkulation, rund 550.000 Euro fällig. Ob die ausreichen, werde man aber erst sehen, wenn die Deckschicht abgetragen sei. Dabei hat sich die Gewerbesteuer in der Kreisstadt nicht so entwickelt, wie man sich das im Rathaus bei der Einbringung des 2026er Etats noch gedacht hatte: Damals war man von 51,7 Millionen Euro ausgegangen. Aktuell sind es aber nur 44 Millionen – also 7,7 Millionen weniger, wie Kämmerin Katharina Klein dem Ausschuss erläuterte. Man erwarte im laufenden Jahr noch Zugänge, wie sie sagte. Aber: „Ich fürchte, dass der Ansatz schwer zu erreichen sein wird.“
Auch die Einnahmen bei der Grundsteuer B sind rückläufig
Auch bei der Grundsteuer B hinken die tatsächlichen Beträge hinter dem her, was die Stadt einkalkuliert hatte. Von einem Ansatz in Höhe von elf Millionen fehlten noch 330.000 Euro, sagte Klein, die „nicht glaubt“, dass der Ansatz noch erreicht werde. Und nicht nur das. Die Kämmerin rechnet sogar mit einer weiteren Verschlechterung. Im Rathaus hat man auf die Entwicklung reagiert, denn neben den Steuereinnahmen sind auch die Ausgaben im Bereich der Jugendhilfe – und den gestiegenen Fallzahlen dort – ein weiterer unkalkulierbarer Faktor. „Das müssen wir kritisch beobachten“, sagte die Kämmerin. Die Arbeitsgruppe Haushalt mit Vertretern aus Verwaltung und Politik soll in diesem Jahr nicht erst im Herbst ihre Arbeit aufnehmen, sondern bereits vor der Sommerpause. Die erste Sitzung ist am 24. Juni. Und die Aufgabenstellung ist schon jetzt klar: Jeder ist aufgefordert, Vorschläge zu machen, wie gespart werden kann.
Und die Möglichkeit, neue Gewerbeflächen auszuweisen und damit Unternehmen Platz für Neuansiedlungen bzw. Expansion zu bieten, ist auch nicht mehr da, wie die Chefin des GTC, Susanne Roll, bestätigte. Danach hatte Karl-Manfred Valentin (AfD) gefragt. Ergänzend sagte der Bürgermeister, dass eine städtische Entwicklung ohne Gewerbesteuer nicht möglich sei. Umso wichtiger sei es, der Wirtschaft Perspektiven zu erhalten, bzw. neue zu schaffen. Was aktuell bleibe, seien Leerstands- bzw. Brachflächenmanagement. Im Zusammenhang mit den unlängst im neuen Regionalplan ausgewiesenen Flächen in Herreshagen bzw. Rospe/Hardt-Hanfgarten stellte er noch einmal klar, dass er bei dem Thema mehr Offenheit erwarte, weil solche Flächen für den wirtschaftlichen Fortbestand unverzichtbar seien. Gelinge das nicht, würden Unternehmen, die sich entwickeln wollten, von Gummersbach abwandern.
