Wipperfürth – Im Untergeschoss ziehen Arbeiter Kabelbäume ein, im Erdgeschoss ist der Maler zu Gange, der Installateur schließt die letzten Heizungskörper an. Die Treppenstufen sind noch mit Faserplatten geschützt, und auf der Dachterrasse müssen die Bodenplatten verlegt werden. Baustelle eben.
Doch Daoud Mhaibesh, Geschäftsführer des Seniorenheims „Inovana“, das das „Haus auf dem Silberberg“ ersetzt, ist zuversichtlich, den anvisierten Umzugstermin am 21. Oktober halten zu können. Bis dahin sind es noch fünfeinhalb Wochen.
Baukosten von rund 8,5 Millionen Euro
Schon die Dimensionen des Neubaus an der Lüdenscheider Straße sind beeindruckend. Auf drei Etagen gibt es 74 Einzelzimmer und drei Doppelzimmer für Paare, alle zwischen 18 und 24 Quadratmeter groß und mit eigenem Bad samt ebenerdiger Dusche und Behinderten-WC. In jedem Stockwerk sind zwei große Aufenthaltsbereiche vorgesehen. Im Erdgeschoss kommen eine Cafeteria im Eingangsbereich, ein Restaurant und ein Friseursalon hinzu. Für den wird noch ein Pächter gesucht.
Im Obergeschoss gibt es zudem einen großen Therapieraum und zwei große Dachterrassen, die größere mit direkten Blick auf den Fußballplatz des VfR Wipperfürth. „Unsere Herren werden sicher oft hier sitzen und das Training und die Spiele verfolgen“, ist sich Mhaibesh sicher. Auch die Zimmer, die einen Blick auf das VfR-Gelände erlauben, waren heiß begehrt.
Das neue Seniorenheim liegt, anders als das Haus auf dem Silberberg, mitten in der Stadt. Für die Bewohner die Möglichkeit, am Leben in der Innenstadt teilzuhaben. Umgekehrt will sich das Heim auch für die Bürger der Stadt öffnen. Das Café soll allgemein zugänglich sein, „wir werden hier morgens Brötchen für die EvB-Schüler schmieren“, freut sich Mhaibesh. Auch Konzerte und Lesungen sind dort vorgesehen. Bei Großveranstaltungen – etwa einer Fußball-WM – können ein Beamer und eine Leinwand aufgestellt werden. Die sechs Aufenthaltsbereiche sollen hingegen fernsehfrei bleiben.
Im Untergeschoss des Gebäudes sind eine Tiefgarage mit 25 Stellplätzen und die Technikräume untergebracht. Ein eigenes Blockheizkraftwerk sorgt in Zusammenspiel mit Photovoltaik auf dem Dach für Strom und Wärme. In der Wäscherei kümmern sich drei Mitarbeiter und zwei 24-Kilo-Waschmaschinen um die saubere Wäsche. Die Großküche kann bis zu 600 Essen am Tag frisch zubereiten und arbeitet auch als Caterer für andere Abnehmer. „Von einem Großzulieferer abgesehen, beziehen wir alle Lebensmittel aus der Region“, sagt Mhaibesh stolz.
82 Mitarbeiter, darunter 35 Altenpflegekräfte, werden bei Inovana arbeiten. Jeder Altenpfleger erhält einen mobilen Klein-Computer zur Dokumentation. Die Technik ist kein Selbstzweck, sondern Teil des Konzepts. Sie soll die Mitarbeiter entlasten, damit sie mehr Zeit für die Bewohner haben. „Wir haben genauso viele Mitarbeiter wie auf dem Silberberg“, so Mhaibesh, „aber hier rund 30 Bewohner mehr und damit auch mehr Einnahmen.“ Das soll den Senioren zugutekommen. „Wir können dadurch einen anderen Pflege-Standard bieten“, so Mhaibesh.
Während die Handwerker die letzten Arbeiten erledigen, laufen die Vorbereitungen für den Umzug auf Hochtouren. In der Nacht vom 20. auf den 21. Oktober geht es los, am 21. Oktober ziehen dann die Bewohner ein. „Die Vorfreude bei allen ist riesig“, sagt der Geschäftsführer. Was aus dem alten Haus auf dem Silberberg wird, steht noch nicht fest. „Wir verhandeln derzeit mit mehreren Interessenten“, erklärt Mhaibesh.