Karnevalsschlägerei vor GerichtLindlarer wegen Körperverletzung angeklagt

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Lindlar – Nach einem Faustschlag gegen den Kopf ist ein 16-Jähriger am Karnevalssonntag dieses Jahres im Festzelt auf dem Lindlarer Marktplatz bewusstlos zu Boden gesunken. Wenig später wurde der Jugendliche mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert, wo er zwei Tage behandelt wurde.
Als Täter machten Polizei und Staatsanwaltschaft einen 26-jährigen Lindlarer aus, dem in dieser Woche vor dem Wipperfürther Amtsgericht der Strafprozess gemacht wurde. Da der Lindlarer den Schlag von Anfang an vehement bestritt, hatte das Amtsgericht fünf Zeugen geladen, die zur Tatzeit ebenfalls im Zelt feierten.
Dabei ging selbst die Anklage nicht davon aus, dass der 26-Jährige den Jüngeren vorsätzlich niederschlug. Er sei vielmehr mit einer anderen Gruppe aneinandergeraten und habe im Verlauf dieses Streites „wild um sich schlagend“ den Jugendlichen getroffen – was eine fahrlässige Körperverletzung bedeute.
Angeklagter bestreitet Vorwürfe
„Der Angeklagte hat zu einem Schlag ausgeholt, der uns gelten sollte und dabei den Jungen getroffen“, berichtete ein Kürtener als Zeuge. Zwei Lindlarer betonten dagegen, es habe weder einen Schlag gegeben, noch sei jemand zu Boden gegangen.
Der Auszubildende selbst konnte sich nur noch daran erinnern, dass er im Kölschglas-Kostüm auf dem Weg zu Freunden in einer anderen Ecke des Zeltes war. Dann habe er einen Schlag abbekommen und sei erst im Krankenhaus wieder wach geworden.
„Er stand zur falschen Zeit am falschen Ort“, vermutete der Staatsanwalt. Der Angeklagte bestritt weiter, irgendetwas mit der Attacke zu tun zu haben. Vier weitere Zeugen hatten sich im Vorfeld schriftlich zu dem Vorfall geäußert. Auch von ihnen sei nach Lage der Dinge kaum Hilfe bei der Aufklärung zu erwarten, so das Wipperfürther Gericht. Mit Zustimmung aller Beteiligten stellte es das Strafverfahren gegen Zahlung von 250 Euro an die Staatskasse ein.
