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OrtshistorieWo man die Lindlarer Geschichte jetzt anfassen kann

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Dieses Foto zeigt (von links nach rechts) Winfried Panske, Andreas Deichsel, Burkard Graatz, Bürgermeister Sven Engelmann und Stefan Christel beim Enthüllen des Bronzereliefs.

Winfried Panske (v.l.) , Andreas Deichsel, Burkard Graatz, Bürgermeister Sven Engelmann und Stefan Christel enthüllten gemeinsam das Bronzerelief, das Lindlar um 1900 darstellt.

Feierliche Einweihung des Bronze-Ortsreliefs „Lindlar um 1900“ auf dem Marktplatz.

Der Marktplatz im Lindlarer Ortskern ist um ein Wahrzeichen reicher: Ein Bronzerelief mit der plastischen Ansicht des historischen Ortes um 1900 wurde am Wochenende feierlich von Bürgermeister Sven Engelmann und im Beisein von Manuel Peters, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Freilichtmuseum Lindlar, Andreas Deichsel, Sprecher des Arbeitskreises für Regionalgeschichte, Heike Brand, Regionalmanagerin der Leader-Region Oberberg sowie weiterer zahlreicher Vertreter örtlicher Vereine und Sponsoren eingeweiht.

Das Relief lädt dazu ein, die Geschichte Lindlars mit Augen und Händen zu erkunden.
Manuel Peters

„Das Relief lädt dazu ein, die Geschichte Lindlars mit Augen und Händen zu erkunden“, sagte Peters und betonte, dass das Relief dank seines Standortes jederzeit für jedermann zugänglich sei. Die Bronzearbeit zeigt 172 markante Häuser, darunter die Pfarrkirche St. Severin, das Alte Amtshaus, das Amtsgericht, die Alte Volksschule und die Landwirtschaftsschule, das Bürgermeisteramt, Schloss Heiligenhofen oder den Alten Kirchhof mit Brunnen. Dahinter ist eine Schautafel angebracht mit einer Übersicht der auf den Relief befindlichen Gebäude samt QR-Code, über den Interessierte weitere Informationen erhalten.

Recherche im Gemeindearchiv

Zudem wurde das Relief mit Blindenschrift versehen. So wird die Ortsentwicklung für Bürger, Gäste und Touristen jeden Alters anschaulich vermittelt und im Wortsinn greifbar. Entstanden ist dieses besondere Kunstobjekt dank des Einsatzes der ehrenamtlichen Mitglieder des Arbeitskreises Regionalgeschichte im Förderverein des Bergischen Freilichtmuseums Lindlar, die die Informationen über die Gebäude in monatelanger Arbeit recherchiert haben.

Dafür hatte die Gemeinde Lindlar den Ehrenamtlichen Einblicke in das Gemeindearchiv gewährt. Zudem konnten sie auf alte Katasterpläne des Oberbergischen Kreises zurückgreifen. Kostenpunkt für das aus Bronze bestehende Relief: rund 50.000 Euro. Dafür gab es von der Leader-Region Oberberg Fördermittel von etwas mehr als 21.000 Euro, die NRW-Stiftung unterstützte mit 10.000 Euro und von der Kulturstiftung der Kreissparkasse flossen 2000 Euro sowie von der Volksbank Oberberg 3000 Euro in das Projekt.

Der Grauwackesockel, auf dem das Relief ruht, wurde indes von der Firma BGS gesponsert, wie Peters berichtete. Für Andreas Deichsel vom Arbeitskreis für Regionalgeschichte ist das Relief weitaus mehr als nur ein Kunstprojekt. „Es ist ein Identität stiftendes Kunstwerk und wir setzen unserer Gemeinde damit ein Denkmal. Und ich wünsche mir, dass es Jung und Alt dazu animiert, sich mit der Geschichte dieses Ortes auseinandersetzen“, so Deichsel.