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Rund 300 GästeSo feierten Oberbergs Athleten bei der Gala der Sportlerwahl in Lindlar

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Gruppenfoto von Sportlern

Richtig voll wurde es beim Finale der Sportlerwahl-Gala auf der Lindlarer Bühne.

Handballer Tom Kiesler wurde der Mann des Abends. Aber auch Rebecca Dißmann und der VfL Gummersbach erhielten donnernden Beifall.  

Es ist halb acht am Montagabend, als es um Tom Kiesler unruhig wird. Einige Teamkameraden boxen ihm freundschaftlich gegen die Schulter, sein Trainer Gudjon Valur Sigurdsson, der direkt vor ihm sitzt, schickt einen ausgestreckten Daumen nach hinten. Auf der Bühne nimmt VfL-Kapitän Julian Köster gerade die Urkunde für seinen zweiten Platz bei der Sportlerwahl entgegen. Damit bleibt nur noch einer übrig.

Einziger „echter“ Gummersbacher im VfL-Trikot

Und tatsächlich bittet Moderator Christian Schmidt Sekunden später auch Kiesler nach oben. Der Abwehrchef des VfL und momentan einzige „echte“ Gummersbacher im Kader des Handball-Bundesligisten hat es geschafft: Tom Kiesler ist Oberbergs „Sportler des Jahres 2025“. „Die Menschen im Oberbergischen, speziell die in Gummersbach, würdigen mit dieser Wahl meine Leistung. Das bedeutet mir viel, das macht mich schon stolz“, sagt der 24-jährige Nationalspieler, bevor er mit Urkunde und Pokal zum Platz zurückkehrt.

Lindlar
OVZ Sportlerehrung 2025

Auf seine Gummersbacher Heimat legte Tom Kiesler Wert. Schon der Ur-Opa spielte für den VfL. „Ich bin stolz, Teil dieses Vereins zu sein“, so der 24-Jährige.

Interviewszene auf einer Bühne

„Wir pulverisieren unseren Rekord praktisch jährlich neu“, sagte Christian Stahl (r., hier mit Gunter Derksen (M.) und Moderator Christian Schmidt) über die 5700 Stimmen der Sportlerwahl.

Der Stolz auf Rekorde, Bestzeiten und Titel, vor allem aber auf die Unterstützung durch die Leserschaft von Oberbergischer Volkszeitung und Oberbergischer Anzeiger ist bei der Gala zur Sportlerwahl 2025 im Lindlarer Kulturzentrum überall greifbar. Bestes Beispiel: Rebecca Dißmann. Die 16-jährige Ninjasportlerin war schon vor Wochen völlig aus dem Häuschen, als sie von ihrer Nominierung erfuhr. „Als dann schon fast alle Frauen auf der Bühne standen, war ich überzeugt, man hat mich vergessen. Niemals hätte ich damit gerechnet, heute die Sportlerin des Jahres zu werden“, strahlt die Marienheiderin.

Gruppenbild mit Sportlerinnen

Völlig überrascht wurde Rebecca Dißmann aus Marienheide (r. mit Pokal) von ihrem Erfolg bei den Frauen.

Einen „hohen Stellenwert für das Team“ bescheinigt auch Julian Köster der Sportlerwahl, der als Kapitän für die VfL-Handballer den ersten Platz in der Mannschaftswertung abholt. Und Manuel Seinsche, Trainer der drittplatzierten Regionalliga-Handballer des SSV Nümbrecht, die aktuell um die Klasse bangen, bringt es so auf den Punkt: „Das ist ein mega Support und positiver Schub, den wir unbedingt mit in den Abstiegskampf nehmen werden.“

Gruppenbild mit ausgezeichneten Sportlern

Eine bunte Truppe aus Läufern, Schwimmern, Eishockey-Cracks und Handballern wurde bei den Männern geehrt.

Hochzufrieden, vor allem mit der Gesamtzahl von 5700 abgegebenen Stimmen, ist Christian Stahl, stellvertretender Gesamtredaktionsleiter der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft: „Das sind 500 Stimmen mehr als im Vorjahr, wir pulverisieren unseren Rekord praktisch jährlich neu.“ Oberbergs Tageszeitungen würden auch künftig, „ganz nah dran am Geschehen in dieser sportverrückten Region sein“, verspricht Stahl.

Drei Sportler mit ihren Pokalen.

Die Champions: Tom Kiesler (l.), Rebecca Dißmann und VfL-Kapitän Julian Köster.

Seit 1979 ist die Gala der jährliche Treffpunkt des oberbergischen Sports. Und auch diesmal gelingt es Moderator Christian Schmidt, manchen Athletinnen und Athleten Anekdoten zum Schmunzeln zu entlocken. So verrät die Wipperfürther Fußballerin Julia Mickenhagen, die bei Bayer Leverkusen unter Vertrag ist, dass sie bei den männlichen Kollegen heimlich dem BVB die Daumen drückt.

Tanzgruppe auf der Bühne

Ordentlich Schwung brachte auch die Turngruppe des Homburgischen Gymnasiums Nümbrecht mit nach Lindlar.

Zu sehen ist ein Bankvorstand mit Mikrofon

„Sport ist vielmehr als Wettkampf. Sport bedeutet Leidenschaft, Zusammenhalt und ein faires Miteinander“, sagte Andree Henkel, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Köln.

Langstreckenläufer Tim Funken aus Lindlar erinnert, wie er vor dem ersten Marathon das Jubeln probte, während der Waldbröler Ü70-Fußballer vom Trip mit der DFB-Elf zur WM in Tokio schwärmt. VfL-Coach Sigurdsson wiederum hat nicht ganz ernst gemeinte Tipps für diejenigen parat, die Julian Köster und Miro Schluroff partout nicht unterscheiden können.

Zu sehen sind zwei junge Frauen auf Einrädern

Kunststücke auf dem Einrad zeigten Sira Brockhaus und Alina Simara vom Homburgischen Gymnasium Nümbrecht.

Ausrichter des Abends in Lindlar ist die Kreissparkasse Köln (KSK), die die Sportlerwahl seit vielen Jahren gemeinsam mit der Sparkasse Gummersbach unterstützt. Sport und Sparkasse, das passe ausgezeichnet zusammen, betont KSK-Vorstandsmitglied Andree Henkel. Zusammen mit Gunter Derksen, Mitglied im Vorstand der Sparkasse Gummersbach, ist er sich einig: „Wir Sparkassen haben die Aufgabe, einen Teil unseres Erlöses an das sportliche Ehrenamt in der Region zurückzugeben – und damit vielleicht das schönste Geschäftsmodell der Welt.“