Das Raumproblem am Lindlarer Gymnasium soll nun mittels eines Neubaus in Modulbauweise gelöst werden, drei Klassenräume sind geplant.
Drei Klassenräume in ModulbauweiseVerwaltung stellt Lösung für Gymnasium Lindlar vor

Wo jetzt der Bolzplatz ist, sollen künftig die neuen Klassenräume stehen.
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Seit vielen Jahren ist die Erweiterung des Gymnasiums Lindlar im Gespräch, immer wieder wurde sie verschoben. Im Haushalt 2025 waren sieben Millionen Euro eingestellt. Die Wiedereinführung von G9 und der prognostizierte Anstieg der Schülerzahlen machten den seit Jahren diskutierten Raumbedarf deutlich. Man ging von einer Vierzügigkeit aus und einem zusätzlichen Klassenraumbedarf von fünf bis sieben Räumen aus.
Doch wie die Verwaltung im jüngsten Ausschuss für Schule, Sport und Kultur erläuterte, geht das aktuell vorliegende Schülerzahlenmonitoring, das im vorigen Jahr erstellt wurde, davon aus, dass im Gegensatz zur Prognose aus dem Jahr 2022 auch künftig die Dreizügigkeit weiter ausreiche.
Raumbedarf wurde neu bewertet
„Die sich daraus ergebene Neubewertung des Bedarfs ergibt, dass bei gleichbleibendem Anmeldeverhalten und unter Berücksichtigung des G9 an Gymnasien, drei weitere Klassenräume ausreichend sind“, so die Verwaltung in ihrer Stellungnahme.
Daher habe man die bisherigen Erweiterungspläne erneut überprüft. „Als flexible Alternative zur geplanten Schulerweiterung“ schlägt die Verwaltung jetzt die Errichtung eines Modulbaus vor. „Dieser soll unter Berücksichtigung der aktuellen Schülerzahlen drei Klassenzimmer mit den erforderlichen Nebenräumen, wie beispielsweise Sanitäranlagen, Putzmittel- und Technikräume, beinhalten. Der Standort und die Planungen für einen dauerhaften Neubau werden eine mögliche Erweiterung, einen Rückbau, aber auch eine anderweitige Nutzung berücksichtigen“, heißt es weiter.
Modulbauweise bietet einige Vorteile
Ein Erweiterung in Modulbauweise biete einige Vorteile: So könne die Größe an den Bedarf bei entsprechend geänderten Schülerzahlen angepasst werden, die Bauzeit sei deutlich kürzer als bei einer konventionellen Bauweise. Das finanzielle Risiko sei geringer, da es keine dauerhafte Überkapazität gebe, denn die Module könnten zügig wieder abgebaut werden. Das Fazit der Verwaltung: „Vor dem Hintergrund der aktuellen Prognose stellt der Modulbau eine wirtschaftlich und planerisch verantwortungsvolle Alternativlösung dar“.
Die Verwaltung hat mit dem neuen Schulleiter Frank Mistler über die Pläne gesprochen. Der Raumbedarf sei da, und mit dem Schuljahr 2026/ 2027 müsse die Schule intern durch Umnutzung kurzfristige Lösungen schaffen. Er habe keine Vorbehalte gegen eine Modulbauweise. Wenn die deutlich schneller errichtet werden könnten und zudem den Haushalt der Gemeinde nicht so stark belasten würden, sei das nur zu begrüßen.
Geplant sind die Module, die Platz für drei Klassenräume, Flure, Sanitäranlagen und Technik bieten sollen, auf der Grünfläche, die hinter dem Vossbruch-Forum in Richtung Hellinger Straße liegt. Dort wäre auch noch Platz für eine mögliche Erweiterung. Mindestens 60 Quadratmeter soll jeder Klassenraum groß sein.
So geht es weiter
Da es einen Ratsbeschluss zur Erweiterung des Gymnasiums in herkömmlicher Bauweise und mit einem größeren Umfang gibt, muss dieser erst einmal aufgehoben werden. Das könnte in der Ratssitzung am 5. Mai erfolgen. Dann könnte die Politik, die den neuen Plan der Verwaltung positiv aufgenommen hat, auch die Entscheidung für die Erweiterung mit drei Klassenräumen in Modulbauweise treffen, so Beigeordnete Diana Ottofülling.
Eine neue Baugenehmigung ist erforderlich, Fundamente müssen gegossen und die Module ausgeschrieben werden. Bis die neuen Räume genutzt werde können, werde es wohl bis 2028 dauern.

