Playmobil ohne BegegnungsverkehrWiedereröffnung im Schloss Homburg

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Den Anforderungen der Corona-Zeit hat sich das Kreismuseum angepasst: Die Kasse ist verglast, rote Bodenschilder mahnen zum Abstandhalten an, die Ausstellung ist nun als Rundweg angelegt – der die Besucher durch zuvor verschlossene Türen führt.

Nümbrecht – Eintrittskarte und Ausstellungskatalog reicht Olga Loos durch einen kleinen Schlitz in der Plexiglasscheibe. Die Museumskasse im Schloss Homburg wurde rechtzeitig für die Anforderungen der Corona-Zeit aufgerüstet.

Es ist Samstagmittag, Tag drei nach der Wiedereröffnung. Loos trägt einen Mund-Nase-Schutz, ihr so verborgenes Lächeln spiegelt sich zumindest in den Augen wider. Denn trotz Spuckschutz, Masken und Hygieneregeln sind die Museumsmitarbeiter erleichtert, endlich wieder Gäste empfangen zu dürfen.

Rund 25 Besucherinnnen und Besucher

In den ersten Tagen nach Ende der Zwangspause sind rund 25 Besucher in die Playmobil-Ausstellung gekommen – und die haben die neuen Hygiene-Spielregeln offenbar schon verinnerlicht, wie Museumspädagogin Miriam Klein beobachtet hat. Kaum jemand, der vor Betreten des Gebäudes ans Aufsetzen der Maske erinnert werden muss. Kein Meckern, wenn die Kassierer den Besuch zu den Handdesinfektionsmittelspendern bitten. Die stehen am Beginn der nunmehr als Rundweg angelegten Ausstellung, weitere sind im Gebäude verteilt.

Bunte Schilder weisen den Weg – vom Kassenbereich die Treppe hinab, dann linker Hand Richtung White Cube. Davor steht Regina Kerstin. Sie führt normalerweise Gruppen durchs Museum. Doch weil es derzeit keine Führungen geben darf, hat sie nun ein Auge auf den reibungslosen Besucherablauf. Ihr Wissen über die Ausstellung hilft Kerstin dabei, Ansammlungen charmant zu vermeiden: Falls im White Cube zu viele Besucher sind, fängt sie Neuankömmlinge mit einem fröhlichen „Hallo“ ab, erzählt ihnen ein bisschen über die Schau – bis der White Cube wieder frei ist.

Rote Aufkleber

Tatsächlich sind es eher die roten Aufkleber auf dem Boden, die an die besonderen Umstände erinnern. „Abstand halten“ steht dort, auch am Eingang zum White Cube. In dem Ausstellungsraum gibt es Neues: Das Playmobil-Areal mit Polizisten, Feuerwehrleuten und anderen Rettern war gerade fertig, als das Museum schließen musste. Zumindest sorgt das Virus jetzt dafür, dass die Besucher durch zuvor verschlossene Türen schreiten dürfen.

Damit der Rundweg funktioniert und kein Begegnungsverkehr herrscht, steht der Notausgang des White Cubes offen. Durch ihn geht’s eine Außentreppe hinauf und durch einen sonst unscheinbaren Seiteneingang ins Schloss hinein.

Alles wie vorher

Ab hier ist eigentlich alles wie Vor-Corona-Zeiten: Von der Burgküche geht’s in die Ausstellungsräume im ersten und zweiten Obergeschoss. Auch dort gibt es all das zu sehen, was schon bisher zur Ausstellung gehörte. Allein das Playmobil-Spielzimmer, der Aufgang zum Bergfried und das Forsthaus wurden wegen der Auflagen geschlossen. Der Weg hinaus führt über die alte gemauerte Spindeltreppe – die Einbahnstraße endet hinter einem Notausgang im Schlosshof.

Dass sich der Andrang seit Donnerstag in Grenzen hielt, kam dem Museum gelegen: Die ersten Besucher haben gezeigt, dass der Museumsbetrieb unter Corona-Auflagen funktioniert, sagt Miriam Klein. Um auch weiterhin sicherzustellen, dass nicht zu viele Menschen zur selben Zeit in der Ausstellung unterwegs sind, rät das Museum zur telefonischen Anmeldung. Die Preise sind unverändert (siehe Infokasten).

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Eigentlich sollte die Playmobil-Ausstellung mit den Osterferien zu Ende gehen, nun ist sie noch bis Mitte Juni zu sehen. Viele Stammgäste wird’s freuen: Ein fünfjähriges Mädchen, das schon mehrere Male zu Gast war, stand am Donnerstag mit als erste wieder vor der Tür.

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