Axel Neumann war nach fünf Jahrzehnten eine Institution am Beckenrand. Jetzt winkt der Ruhestand.
Nach 50 JahrenNümbrechter Schwimmmeister geht in den Ruhestand

Nümbrechts Bürgermeister Thomas Hellbusch dankte Axel Neumann (r.) für den langjährigen Dienst.
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Längst sind die kleinen Jungs und Mädels, die bei Axel Neumann das Schwimmen lernten, selbst gestandene Mütter und Väter, und auch ihre Kinder sind längst über das Seepferdchen hinaus. Viele von ihnen ließen es sich nicht nehmen, zu seiner Verabschiedung zu kommen, war der heute 64-Jährige nach fast 50 Jahren geradezu eine Institution am Beckenrand. „Ich glaube, mich kennt ganz Nümbrecht“, sagt er und lacht. Am 1. Februar geht der Schwimmmeister in den Ruhestand.
Kein Tag war wie der andere, ich habe mir den richtigen Beruf ausgesucht!
„Ich war ein junger Spund, als 1971 das Hallenbad eröffnet wurde, und bin gleich begeistert in den Schwimmverein gegangen“, erinnert er sich, und als er bei einem Schulpraktikum einen ersten Blick auf die Technik jenseits des Beckens werfen durfte, stand sein Entschluss fest: Er begann am 1. August 1978 seine Ausbildung in Nümbrecht und wurde nach einem Meisterkurs „Geprüfter Schwimmmeister“. Gern blickt er zurück: „Es war ja damals ein relativ kleines Bad, das gefiel mir, wir haben viel selbst repariert, und mir hat der Kontakt zu den Badegästen Spaß gemacht. Kein Tag war wie der andere, ich habe mir den richtigen Beruf ausgesucht!“ So fiel es ihm nicht schwer, sieben junge Azubis für den Beruf zu begeistern. Zu allen hat er heute noch Kontakt. „Mir fiel es auch nie schwer, Aushilfen zu gewinnen“, erzählt der frisch gebackene Rentner.
Während seiner Dienstzeit gab es einige Veränderungen. So wurde das Schwimmbad 2004 komplett saniert und trägt seitdem den Namen „Element“. Damals wurde ein ebenerdiger Zugang zum Beckenrand für den leichteren Einstieg und ein Kinderbecken geschaffen, heute gibt es einen barrierefreien Zugang mit Pool-Lift. In den letzten 16 Jahren pendelte Axel Neumann von Linz am Rhein nach Nümbrecht. Nachdem er seinen Nachfolger Nadim Sheik drei Monate lang eingearbeitet habe, befinde er sich seit seinem letzten Arbeitstag am 15. Januar noch im Urlaubsmodus, erzählt er, und schon könne er die Rentner verstehen, die klagten, keine Zeit zu haben.
Ob er sich denn vorstellen könne, in Zukunft als Badegast in die Nümbrechter Fluten zu steigen? Der Schwimmmeister schüttelt den Kopf. Er habe lange genug auf's Wasser geguckt, meint er schmunzelnd. „Lieber fahre ich jetzt am flachen Rheinufer mit dem Fahrrad. Aber Nümbrecht bleibe ich auf jeden Fall verbunden!“

