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StraßensanierungBlitzer-Ärger in Nümbrecht

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Das Foto zeigt den stationäre Blitzer an der L339 in Nümbrecht-Niederbröl, mit Blick in Richtung Waldbröl-Bröl.

Der stationäre Blitzer an der L339 in Nümbrecht-Niederbröl, hier mit Blick in Richtung Waldbröl-Bröl.

Erst wurden Schlaglöcher repariert, dann kam ein Tempolimit mit laut Anwohnern fehlerhafter Ausschilderung.

Die Situation auf der L339 in Nümbrecht-Niederbröl – vor allem die Beschilderung einer temporären Tempo-30-Zone – sorgt seit einigen Tagen bei Verkehrsteilnehmern für Unmut.   Am Sonntagabend schrieb die Polizei gar eine Anzeige, weil ein Unbekannter ein Tempo-30-Schild mit Farbe unleserlich gemacht hatte. Wer in Richtung Waldbröl-Bröl fuhr, wusste also vielleicht wegen des beschmierten Schildes gar nicht, dass er bremsen musste – und wurde dann womöglich vom stationären Blitzer, der momentan auf Tempo 30 eingestellt ist,   geblitzt. Der Landesbetrieb Straßen NRW spricht gar davon, dass „einige der aufgestellten Schilder bereits entwendet oder mit Farbe übersprüht worden sind“ und ersetzt werden müssen.

Viele Schlaglöcher

Unmut und Unverständnis gibt es schon länger rund um diese Thematik. Anwohner Volker Steffen schildert den Hintergrund: Die Fahrbahn der L339 habe in den letzten Wochen überraschend schnell an Qualität eingebüßt, obwohl der letzte Frost schon länger her war. Zirka ab Ende Februar seien viele, teils sehr tiefe Schlaglöcher entstanden, insbesondere auf dem Teilstück zwischen dem Kreisverkehr in Nümbrecht-Gaderoth und   Waldbröl-Bröl, auf einer Länge von mehreren Kilometern. Einige Tage später seien die Schlaglöcher neonfarben markiert worden.

Die Leute kennen das nicht, die fahren in der Regel diszipliniert 50. Ich finde, was da zurzeit stattfindet, ist reine Abzocke.
Volker Steffen

Danach sei aber erst mal nichts weiter passiert – bis eine Beschilderung mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 70 aufgestellt worden sei. „Dann haben die angefangen, die Straße zu reparieren. Und jetzt stehen hier nicht nur 70er-Schilder, in Niederbröl stehen auch 30er Schilder“, so Volker Steffen. Auch der stationäre Blitzer sei auf Tempo 30 eingestellt – obwohl die Schlaglöcher jetzt bis auf eins geflickt seien. Demnach gibt es dort nun die Situation, dass die Straße repariert ist, das Tempolimit aber noch Bestand hat und Temposünder, die schneller als mit 30 Sachen unterwegs sind, geblitzt werden.

Eine „seltsame Reihenfolge“, findet Steffen. „Die Leute kennen das nicht“, ärgert er sich, „die fahren in der Regel diszipliniert 50. Ich finde, was da zurzeit stattfindet, ist reine Abzocke.“

Er ärgert sich auch, weil die Beschilderung nur auf der Hauptstraße zu sehen sei, „das heißt, wenn Sie aus der Ortschaft Niederbröl auf die Straße auffahren, können Sie die Begrenzung auf Tempo 30 gar nicht erkennen“, die Beschilderung scheine fehlerhaft zu sein. Dabei wolle er sich gar nicht generell gegen Tempo 30 aussprechen – „sofern ein sachlicher Grund vorhanden ist“, aber das sei in Niederbröl eben nicht der Fall.

Auf Nachfrage beim Oberbergischen Kreis, der den stationären Blitzer betreibt, hieß es, dass die Kamera tatsächlich auf Tempo 30 eingestellt ist – weil ja zurzeit Tempo 30 angeordnet sei. Die Frage, ob dort momentan überhaupt trotz des im Raum stehenden Vorwurfes, dass die Beschilderung nicht korrekt sei, wirklich in beiden Richtungen geblitzt werde, ließ der Kreis am Montag auf Nachfrage offen.

Eine grundhafte Sanierung der Fahrbahn in mehreren Abschnitten der Landesstraße 339 ist im internen Straßenerhaltungsprogramm unserer Regionalniederlassung gelistet. Ein genauer Zeitraum für diese Sanierung kann leider aktuell noch nicht benannt werden.
Information des Landesbetriebs Straßen NRW

Zuständig für die Ausbesserungsarbeiten ist der Landesbetrieb Straßen NRW. Dort hieß es:   „Eine grundhafte Sanierung der Fahrbahn in mehreren Abschnitten der Landesstraße 339 ist im internen Straßenerhaltungsprogramm unserer Regionalniederlassung gelistet. Ein genauer Zeitraum für diese Sanierung kann leider aktuell noch nicht benannt werden.“

Tempolimit und Beschilderung seien mit Kreis, Straßenverkehrsamt und Polizei abgestimmt, „mit der Aufstellung der Schilder wurde direkt nach den Abstimmungen begonnen. Die Verfüllung der entsprechenden Schlaglöcher mit Heißasphalt startete, sobald es die Witterungsverhältnisse zuließen, ungefähr zu selben Zeit.“ Bis zur grundhaften Sanierung der beschädigten Streckenabschnitte werde das Tempolimit bestehen bleiben müssen. In nächster Zeit würden noch ein paar zusätzliche Schilder aufgestellt, um die Übersichtlichkeit zu optimieren.