Unterwegs auf der Loipe: Der Schnee zwischen Belmicke und der Silberkuhle wird auch von vielen Auswärtigen genutzt.
SchneeabenteuerLanglauf, Rodeln und Wandern am Blockhaus-Belmicke

Im Diagonalschritt durch den Schnee: Claudia und Benedikt Hoffmann waren aus Dormagen angereist.
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Das Wintersportgebiet Blockhaus-Belmicke hat auch innerhalb der Woche einiges zu bieten. Nach dem Ansturm der Rodler am vergangenen Wochenende gehören die weiten Schneeflächen nun vorwiegend den Langläufern. Während sich am Dienstag nur noch rund 100 Schneefreunde mit ihren Schlitten am Rodelhang tummelten, konnten die Loipenfans die Ruhe und den weiten Blick über die Schneeflächen in Reichshof auf rund 500 Metern Höhe über dem Meeresspiegel ungetrübt genießen.
Wir sind sonst immer in Österreich gefahren, aber jetzt hat sich das hier einfach angeboten
Interessante Akzente setzten die Bäume, an denen der frühe Nebel bei minus vier Grad gefroren war und die Zweige in glitzernde Kunstwerke verwandelte. Claudia und Benedikt Hoffmann sind eigens für dieses Vergnügen aus Dormagen angereist. Als Alternative zum Blockhaus – dort beträgt die Schneedecke rund 20 Zentimeter – stand für die beiden auch die Eifel zur Auswahl. „Aber dort war uns die Schneehöhe zu niedrig.“ Benedikt Hoffmann merkt an: „Wir sind sonst immer in Österreich gefahren, aber jetzt hat sich das hier einfach angeboten.“
Mangels eigener Langlaufskier haben sich die beiden ihre Ausrüstung bei Sport-Messerer in Gummersbach-Derschlag geliehen. Claudia Hoffmann ist begeistert: „Skier, Stöcke und Schuhe für 19 Euro pro Tag – und das Equipment passt perfekt.“ Nur eine kleine Einschränkung macht ihr Mann, er habe etwas gebraucht, um die richtige Internetseite zu finden. Die oberbergische Schneequalität und das Ambiente empfindet das Paar jedoch als herausragend: „Hier ist es top idyllisch und total ruhig.“
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Hans-Joachim Lepperhof (r.) spurt ehrenamtlich die Loipen.
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Derweil rauscht Hans-Joachim Lepperhof mit dem Snowmobil heran. Der ehrenamtliche Loipenspurer hat diesmal eine Walze angehängt. Er berichtet, dass er gestern Abend gemeinsam mit einem Kollegen aus dem fünfköpfigen Spurteam das gesamte Loipensystem von der Belmicke bis zur Silberkuhle präpariert hat. Heute ziehe er eine Parallelspur für die Winterwanderer, erzählt Lepperhof: „Weil es sich da besser läuft, treten die sonst in die Spur und machen die Loipe kaputt.“
Lepperhof ist seit dem vergangenen Freitag im Einsatz. Obwohl zu dieser Zeit nur wenig Schnee lag, hat er den Rodelhang gewalzt: „Bei dem starken Wind hat sich der Schnee in den Rillen gefangen. So ist eine optimale Grundlage für den nachfolgenden Schnee entstanden.“ Auch am Dienstagabend hat er den Hang zum Abschluss seiner Tour noch einmal gewalzt, um die Qualität der Fläche aufrechtzuerhalten.

Traumhafte Winterlandschaft im Oberbergischen.
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Von seiner ehrenamtlichen Arbeit hat Lepperhoff einen persönlichen Nutzen, berichtet er schmunzelnd. Er müsse sich beim Spuren durch die teilweise einen Meter hohen Schneewehen auf dem Snowmobil bewegen wie ein Motorradrennfahrer in der Kurve. Er schmunzelt: „Anfangs hatte ich Muskelkater, aber heute habe ich meinem Physiotherapeuten gesagt, dass ich keine Behandlung mehr brauche.“
Seit rund 25 Jahren steht Oliver aus Olpe auf Langlaufbrettern und nutzt jede sich bietende Möglichkeit, sein Hobby auszuüben. Da es im benachbarten Skigebiet Olpe-Fahlenscheid keine Loipen gibt, fährt er am Wochenende meist in Richtung Winterberg nach Girkhausen. Bei der aktuellen Schneelage nutzt er im näher liegenden Oberberg die Möglichkeit, nach Feierabend eine schnelle Runde zu drehen. Ein großes Lob hat er für das ehrenamtliche Spurteam, dass die Loipen durchgängig in Schuss hält. Er regt an, Spendenboxen an den Einstiegspunkten aufzustellen: „Kein Mensch sieht die viele Arbeit, die dahintersteckt.“
Während Barbara und Claus Schicha aus Overath die frisch präparierten Winterwanderwege nutzen, brauchen Levi (15) und seine zwölfjährigen Freunde Luke und Mateo aus Eckenhagen nur den Schnee. Sie haben sich auf die andere Hügelseite konzentriert und nutzen die Waldwege für eine Abfahrt mit ihren Snowboards hinunter ins Dorf. Dankbar ist Levi für einen privaten Lift-Service: „Unsere Eltern fahren uns jedes Mal wieder auf den Berg.“
Wintersport
An diesem Wochenende sind sowohl am Blockhaus als auch in Hahn die Lifte ab 11 Uhr geöffnet, die Loipen frisch gespurt. Der Liftparkplatz am Blockhaus ist geöffnet. Für die Anfahrt zum Blockhaus über Hespert und Tillkausen gilt am Wochenende eine Einbahnregelung Solange der Schnee so reichhaltig vorhanden ist wie derzeit, ist die Blockhaus-Panoramahütte an allen Tagen der Woche einschließlich Samstag ab 13 Uhr geöffnet, sonntags bereits ab 12 Uhr. Diese Regelung gilt vorerst bis zum Wochenende.

