Ausverkaufte Schwalbe-ArenaVfL Gummersbach verliert Heimspiel gegen Kiel 26:30

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Eine Spielsituation auf dem Handballfeld vor dem Tor von Gummersbachs Torhüter Tibor Ivanisevic.

Mit einer starken Abwehr vor einem überragenden Torhüter Tibor Ivanisevic forderte der VfL den Kielern alles ab.

Obwohl er lange Zeit gut mithielt, hat der VfL Gummersbach sein Heimspiel gehen den THW Kiel in der Handball-Bundesliga verloren.

Das gibt es auch nicht oft, dass nach dem Abpfiff beide Trainer unglaublich stolz auf ihre Teams sind. Mit 26:30 (10:12) hatte der VfL Gummersbach gegen den THW Kiel verloren und dabei dem neuen Spitzenreiter der Handball-Bundesliga alles abverlangt.

Filip Jicha, Trainer des Siegers, freute sich, dass seine Mannschaft   nach dem 3:8-Rückstand nach 18 Minuten weitergemacht und ins Spiel gefunden habe. Sein Kollege Gudjon Valur Sigurdsson, Trainer des unterlegenen VfL, lobte, wie seine Mannschaft gedeckt habe und wie Torhüter Tibor Ivanisevic vor allem in der Anfangsphase alles gehalten habe, was aufs Tor kam. Und dann waren da auch noch die Zuschauer, die das Auftreten des VfL selbst dann noch honoriert hätten, als Kiel in der 18. Minute einen 8:0-Lauf startete.

Zehn technische Fehler zählte Sigurdsson in der ersten Halbzeit

Bis dahin hatten die Hausherren die Partie bestimmt. Den Torreigen gegen den Kieler Torhüter Magnus Landin, der sich phasenweise ein Duell mit seinem Gummersbacher Kollegen lieferte, eröffnete Tom Kiesler mit einem Tempogegenstoß (3.). Als Kiel die erste Auszeit nahm, lag der VfL mit 5:2 (13.) vorne und der VfL-Torhüter hatte bereits zwei Siebenmeter gegen Niclas Ekberg gehalten und zeigte kurz darauf seine   bereits sechste Parade. Am Ende waren es bis zur Pause alleine zwölf Paraden, dazu kamen fünf nach dem Wiederanpfiff. Zudem hielt Ivanisevic vier Siebenmeter. Fast schon traditionell sei der Torwart gut gegen Kiel, berichtete Filip Jicha. „Wir haben gut gespielt und gekämpft“, sagte der so Gelobte nach dem Abpfiff, dass die Mannschaft durchaus mehr verdient gehabt hätte.

Mit 8:3 (18.) führte der VfL, als er so langsam der intensiven und aggressiven Abwehrarbeit Tribut zollen musste. Kiel setzte auf den siebten Feldspieler und kam zu einem 8:0-Lauf, weil den Gummersbachern im Angriff nicht mehr alles gelang und selbst freie Würfe nicht den Weg an Landin vorbei fanden. Zehn technische Fehler zählte Sigurdsson in der ersten Halbzeit und doch ging seine Mannschaft nur mit einem Rückstand von 10:12 in die Pause. „Es war schwer für uns, wenn die Kräfte nachlassen und wir nicht mehr mit voller Intensität   in die Zweikämpfe gehen“, erklärte Sigurdsson.

Bis zum 15:15 blieb der VfL Gummersbach dran

Nach dem Wiederanpfiff hatten die Gummersbacher ihre Intensität gegen die Kieler wiedergefunden und glichen beim 13:13 (36.) aus. Bis zum 15:15 (40.) blieben sie dran, ehe Zeitstrafen sie zurückwarfen und die Gäste diese nutzten, um sich abzusetzen. Als Ellidi Vidarssson (45.) und Miro Schluroff (48.) kurz hintereinander nach der jeweils dritten Zeitstrafe mit Rot vom Platz mussten, fehlten Sigurdsson auch die Alternativen.

Beim 22:18 (47.) hatten sich die Kieler auf vier Tore abgesetzt und verwalteten den Vorsprung bis ins Ziel. Filip Jicha sprach anschließend von einem Spitzenspiel, mit der Intensität, den Emotionen und mit allem, was dazu gehöre. Ähnlich sah es auch sein Gummersbacher Gegenüber. Was nicht dazu passte, war die Leistung der beiden Schiedsrichter, die mit ihrer chaotischen Vorgehensweise nicht auf dem Niveau mithalten konnten.

„Die Jungs haben einen Riesenschritt nach vorne gemacht, mit dem was sie gegen Kiel und unter der Woche gegen Leipzig geleistet haben“, lobte Sigurdsson sein Team. Es habe gut getan, zu sehen, wie sich seine Handballer gegen die körperlich überlegenen Kieler gestellt hätten. Auch wenn die Gäste am Ende verdient gewonnen hätten.

„Kiel musste sich den Sieg hart erarbeiten“, freute sich denn auch VfL-Spieler Ole Pregler und sah darin die Bestätigung für den starken Auftritt seiner Mannschaft. „Wir können stolz auf unsere Leistung sein“, sagte Pregler und sah den Grundstock dafür ebenfalls in dem starken Auftritt in Leipzig. Der Sieg habe das Selbstvertrauen gestärkt, zumal die Mannschaft nach dem Auftritt in Magdeburg eine Reaktion zeigen wollte.

Zum nächsten Pflichtspiel geht es für den VfL Gummersbach am Ostersonntag zu den Rhein-Neckar Löwen.

Tore VfL Gummersbach: Vidarsson (4), Kodrin (2), Köster (2), Blohme (5/2), Häseler (2), Schluroff (1), Pregler (4), Styrmisson (1), Kiesler (1), Zeman (2).

Tore THW Kiel: Duvnjak (1), Sagosen (4), Reinkind (2), M. Landin (1), Overby (1), Weinhold (2), Ekberg (7/3), Dahmke (1), Bilyk (6), Pekeler (5).

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