Vor der Partie in der Handball-Bundesliga blickt VfL-Trainer Gudjon Valur Sigurdsson auch kopfschüttelnd auf die jüngsten Bekanntgaben der EHF.
Lizenz für 2026/27Viel Rechnerei vor dem Auswärtsspiel des VfL Gummersbach gegen Berlin

Gegen die Füchse Berlin wollen die Gummersbacher Handballer in der Bundesliga ihre Siegesserie fortsetzen und weitere Punkte einfahren.
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Kurz vor dem Auswärtsspiel in der Handball-Bundesliga des VfL Gummersbach gegen die Füchse Berlin am Donnerstagabend um 19 Uhr blickt VfL-Trainer Gudjon Valur Sigurdsson nicht nur auf die für sein Team herausfordernde Partie, sondern kopfschüttelnd auf die jüngsten Bekanntgaben der Europäischen Handball-Föderation.
Worum geht es genau? Insgesamt fünf Startplätze stehen der Handball-Bundesliga offiziell in den Wettbewerben der EHF – also der Europa League und Champions League – zu. Zur Saison 2026/27 erweitert die EHF die Champions League jedoch von 16 auf 24 Teams. Mit dieser Neuerung qualifizieren sich nicht – wie bisher – die Mannschaften auf Platz eins und zwei in der Bundesligatabelle sicher für die Champions League. Künftig erhalten laut EHF stattdessen sowohl der Titelverteidiger als auch der Sieger der European League einen Startplatz in der Champions League und müssen sich nicht mehr zwingend über ihre Liga qualifizieren.
Champions League im Handball: Komplizierte neue Regelung
Es gibt jedoch eine Einschränkung. Die EHF teilt mit: „Kommen die Sieger der Champions League und der European League aus einem Land und haben sich beide nicht über die Liga qualifiziert, gibt es nur für den Königsklassengewinner einen Startplatz.“ Pro Nationalverband sind außerdem höchstens drei Startplätze erlaubt. Heißt: Nur der Deutsche Meister hat seinen Startplatz in der Champions League wirklich sicher. Gehen die Titel in der Champions League und der European League an nicht deutsche Mannschaften, können neben dem Meister zwei weitere Vereine auf den Plätzen zwei und drei in der Tabelle der Liga ein sogenanntes Upgrade in die Champions League beantragen.
„Das alles ist für mich nicht wirklich überraschend, aber es ist unverständlich, dass wir erst im April erfahren, welche Plätze für die Champions League reichen können. Das sollte zu Saisonbeginn schon klar sein. Das meine ich unabhängig von uns in Gummersbach. Das betrifft ja viele Vereine“, sagt Sigurdsson, der in dieser Vorgehensweise vor allem die Transparenz für die Vereine vermisst. Ähnlich hatte sich vor einigen Tagen bereits VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler gegenüber der „Sport Bild“ zur Reform der Champions League geäußert und ebenfalls die fehlende Klarheit kritisiert.
Für Gummersbach ist in der Handball- Bundesliga zurzeit noch einiges drin
Für Gummersbach ist in der Bundesliga zurzeit noch einiges drin. Aktuell stehen die Blau-Weißen auf Platz vier in der Tabelle. Bei einem Sieg gegen den Tabellendritten Berlin könnte der VfL an den Füchsen und der SG Flensburg-Handewitt vorbeiziehen und stände zumindest kurzzeitig auf Rang zwei. Flensburg spielt erst am Freitag zu Hause gegen die MT Melsungen.
„Der vierte Platz wäre für uns in dieser starken Liga schon ein riesiger Erfolg. Aber natürlich wollen wir auch weiterhin punkten“, sagt Sigurdsson unabhängig von der Diskussion um Qualifikationsplätze für internationale Turniere. Seit den vergangenen Tagen und den neusten Bekanntgaben schaue man nun aber zwangsläufig noch mal anders auf die Tabellenplatzierung in der Liga, so der VfL-Trainer.
Gegen die Berliner, die am vergangenen Wochenende noch den Pokalsieg feierten, werden es die Gummersbacher am Donnerstag nicht leicht haben. „Das sind Vollprofis, und sie sind nicht umsonst so erfolgreich“, betont Sigurdsson, der die zahlreichen Tempo-Tore und die schnelle Mitte der Berliner lobt.
Der VfL Gummersbach ist seit der Verletzung von Julian Köster personell geschwächt. Auch Mathis Häseler laboriert noch an einer Fußverletzung und wäre nur im Notfall einsatzfähig. Alle anderen im Gummersbacher Kader sind aber fit, berichtet der VfL-Trainer.
VfL Gummersbach erhält unter Vorbehalt die Lizenz für 2026/27
Der VfL Gummersbach hat am Mittwoch von der Handball-Bundesliga die Bestätigung zur Lizenzerteilung für die Saison 2026/27 erhalten. Unter dem Vorbehalt der sportlichen Qualifikation bekommen alle 36 Bewerber aus der 1. und 2. Liga die Lizenz. „Wir verstehen die Entscheidung als Bestätigung unserer Arbeit. Unser Anspruch bleibt es, uns sportlich weiterzuentwickeln und dafür die notwendigen wirtschaftlichen Grundlagen zu schaffen“, sagt VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler.
