„Höre auf meinen Anwalt“Frau aus Waldbröl gerät bei „Bares für Rares“ in skurrile Situation

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Lidija Zovkic aus Waldbröl (v. l.) mit Horst Lichter und Sven Deutschmanek bei Bares für Rares.

Lidija Zovkic aus Waldbröl (v. l.) mit Horst Lichter und Sven Deutschmanek bei „Bares für Rares“.

Im Händlerraum sorgte der Wassily-Chair für ein kleines Wettbieten. Doch ein Händler hatte einen ungewöhnlichen Ratschlag.

Zwei wahre Design-Ikonen hat Lidija Zovkic aus Waldbröl zu „Bares für Rares“ mitgebracht. Die 49-Jährige hoffte auf ein Top-Ergebnis. Sie hatte sich im Vorfeld der Sendung vom Montag (10. Juni) schon schlau gemacht über die beiden Sessel, jedoch auch gesehen, dass sehr unterschiedliche Preisvorstellungen kursierten.

Nicht nur Moderator Horst Lichter zeigte sich direkt begeistert von den Designer-Stühlen, auch Experte Sven Deutschmanek begutachtete die Stücke mit eingehendem Interesse. Lidija war unterdessen im Auftrag ihres Cousins „Bares für Rares“. Eine Freundin, die immer wieder auch mal Designer-Stücke aussortiert, habe ihm die Teile überlassen.

„Bares für Rares“-Experte: „Absolute Design-Ikonen!“

Die Stühle, die eigentlich „Club-Sessel“ sind, betonte Deutschmanek zum Auftakt seiner Expertise, trügen einen sehr berühmten Namen: „Wassily-Chair“. Nach dem Expressionisten Wassily Kandinsky. Der habe es nämlich geliebt, darauf zu sitzen – und so habe man den Sessel nach ihm benannt, wusste „Bares für Rares“-Experte Sven Deutschmanek.

Doch Kandinsky sei nicht der einzige große Name im Zusammenhang mit den Sesseln. „Das sind absolute Design-Ikonen von Marcel Breuer“, brachte es Deutschmanek auf den Punkt. Breuer habe am Bauhaus in Dessau als Jungmeister gearbeitet und war dort Leiter der Möbelwerkstatt.

Aus dem Jahr 1925 stamme der Entwurf, der erstmals Stahlrohre in der Möbelproduktion einsetzte. Der Sessel sei noch oft produziert worden, Deutschmanek vermutet aber, dass die Exemplare aus Waldbröl aus diesem Zeitraum von 1964 bis 1968 stammen. Darauf lasse das grobe Baumwollgewebe schließen, mit dem die Sessel bespannt sind.

Lidija aus Waldbröl zeigt sich mit „Bares für Rares“-Expertise zufrieden

Der Stoff sei zwar etwas verschmutzt, könne aber gereinigt werden. Die Stahlrohre seien hingegen in perfektem Zustand, hob der „Bares für Rares“-Experte hervor. Aber sind die 1000 Euro pro Stuhl drin, die sich Lidija Zovkic erhofft hatte?

Nicht ganz, aber knapp. Zwischen 700 und 900 Euro pro Stuhl seien laut Expertenschätzung realistisch, also 1400 bis 1800 Euro für beide. Ein Preis, mit dem sich die Waldbrölerin zufrieden zeigte: „Prima!“

Fleißiges Bieten für Wassily-Chair bei „Bares für Rares“

Guter Zustand, kein Nachbau, Leinen statt Leder: Im Händlerraum von „Bares für Rares“ zeigte sich die Runde begeistert von den Design-Ikonen.

Lidija Zovkic aus Waldbröl im Händlerraum bei „Bares für Rares“.

Lidija Zovkic aus Waldbröl im Händlerraum bei „Bares für Rares“.

Aber kamen die Gebote in die Sphäre der Expertise? Händler Jan Cizek stieg mit 500 Euro ein, auch Benjamin Leo Leo und Christian Vechtel stiegen mit ein.

Sowohl Leo Leo als auch Cizek erklärten zwischendrin, schon am Limit angekommen zu sein, boten aber dennoch weiter. Bei 1200 Euro von Leo Leo schien dann aber endgültig Schluss zu sein.

Verkäuferin aus Waldbröl gerät bei „Rares für Rares“ in skurrile Situation

Die 49-Jährige aus Waldbröl sah sich plötzlich mit einer merkwürdigen Situation konfrontiert. Denn Christian Vechtel erklärte bei dem Gebot von Leo Leo kurzerhand, dass 1200 schon nah an der Expertise dran sei. „Und ich glaube, mehr macht er auch nicht“, so Vechtels Hinweis an Lidija Zovkic. „Ich will ihn nicht weiter reizen, mehr konnte ich nicht tun.“

Eine skurrile Szene bei „Bares für Rares“, die auch Händler Leo Leo nicht unkommentiert ließ. „Der Anwalt der Verkäuferin sagt das. Richten sie sich nach ihrem Anwalt?“, nahm Benjamin Leo Leo den Ball mit einem ironischen Unterton auf.

Doch auch die Waldbrölerin stieg in den Spaß mit ein und erklärte: „Ich höre auf meinen Anwalt und schlage zu.“ Und so gingen die Design-Ikonen für 1200 Euro zu Benjamin Leo Leo. Er sei der Verkäuferin „ohne seinen Anwalt ja auch schutzlos ausgeliefert“ gewesen, lachte er, während er das Geld abzählte.

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