Ludger Storp aus Wipperfürth ist seit seiner Jugend ein großer Norwegen-Fan und Kenner der norwegischen Kultur.
Norwegen-FanDer Wipperfürther Ludger Storp stellt in einem Buch vier nordische Künstler vor

Norwegen-Experte und Buchautor: Ludger Storp aus Wipperfürth liest am Donnerstag im „Hotel am Markt“ – der Abend ist ausverkauft.
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Nikolai Astrup, Johann Christian Dahl, Lars Hertervig und Harald Sohlberg. Vier norwegische Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts. Ihre Namen sind außerhalb Norwegens unbekannt, und doch haben sie die Kunst des skandinavischen Landes geprägt und in dessen Literatur ihre Spuren hinterlassen.
Ludger Storp aus Wipperfürth ist seit seiner Jugend ein großer Norwegen-Fan und Kenner der norwegischen Kultur. Nun hat er aus Spaß am Thema ein Buch über das Künstlerquartett geschrieben, mit dem Titel „Mehr als nur Munch“. Für die meisten Nicht-Norweger dürfte Edvard Munch (1863 – 1944) der einzige bekannte Maler und Grafiker aus dem nordischen Land sein. Das 112 Seiten starke Kunstdruckbuch im Format A4 ist in einem Wuppertaler Kleinverlag erschienen.
Am Donnerstag, 23. April, findet im Rahmen der Reihe „Literarischer Salon“ im Hotel am Markt eine Lesung statt, die ist allerdings ausverkauft. Dafür tritt am 8. Oktober der Schauspieler Christian Wirmer in Wipperfürth auf, mit einem Solotheaterabend „Morgen und Abend“ nach Jon Fosse. Storp hat dieses Gastspiel organisiert.
Was mich fasziniert, sind die interkulturellen Bezüge, gerade zwischen Norwegen und Deutschland.
„Der Schlüssel zur norwegischen Kultur war für mich die Sprache“, erzählt der 72-Jährige. „Ich komme aus Essen, in meiner Jugend gab es dort keine Möglichkeit, Norwegisch zu lernen. Also habe ich einen Bettelbrief an die größte norwegische Tageszeitung, Aftenposten, geschrieben und sie gebeten, mir alte Zeitungen zuzuschicken, weil ich so gerne Norwegisch lernen möchte. Und das hat der Verlag fast zwei Jahre lang gemacht.“
Über einen Freund lernte Storp Schlüsselwerke der norwegischen Literatur kennen, und stelle fest, dass es enge Beziehungen zwischen Malerei und Literatur gibt. Darum hat Storp in sein Buch auch einige Gedichte norwegischer Autoren eingefügt, von ihm selbst ins Deutsche übersetzt. Für das Buch, das der ehemalige Lehrer zunächst nur für sich selbst schrieb, waren umfangreiche Recherchen nötig. „Ich habe ganz viele Antiquariate in Norwegen und Dänemark abgegrast“, erzählt er.
Interkulturelle Bezüge zwischen Norwegen und Deutschland
„Was mich fasziniert, sind die interkulturellen Bezüge, gerade zwischen Norwegen und Deutschland“, sagt der Wipperfürther, der bis zu seiner Pensionierung als Lehrer am EvB-Gymnasium arbeitete. Im 19. Jahrhundert, als die Norweger begannen, sich als eigene Nation zu begreifen – das Land hatte über Jahrhunderte zu Dänemark und Schweden gehört – müssen junge Maler zur Ausbildung ins Ausland gehen.
Viele, darunter auch Lars Hertervig und Carl Dahl, zieht es nach Deutschland. Der letztere schließt dort Freundschaft mit Caspar David Friedrich, und auch im Malstil ähneln sich beide sehr, wie Storp anhand von Beispielen eindrucksvoll demonstriert. Der Autor verzichtet bewusst darauf, die Bilder bis ins Detail zu sezieren, sondern schreibt lieber – in wunderbar lebendiger Sprache – über Bezüge.
Zwar gehören die vier Maler, die er in seinem Buch zusammenführt, unterschiedlichen Richtungen und Epochen an. Doch zwei Dinge vereinen sie. Ihre Begeisterung für die norwegischen Natur mit Bergen, Bäumen und dem weiten Himmel, und ihre Vorliebe für das helle nordische Licht, das sich in ihren Bildern spiegelt.
Ludger Storp: Mehr als nur Munch. Norwegen in Bildern. IMT-Verlag Wuppertal, 26 Euro.

