Ein Profi im IGP-Sport: Raven und die Leverkusenerin Sabine Küpper haben viele herausfordernde Prüfungen gemeistert.
Schäferhundeverein SchildgenSport-Ass auf vier Pfoten in den Ruhestand verabschiedet

Sabine Küpper und ihr Hund Raven sind seit 13 Jahren ein Team.
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„Er ist ein Familienmitglied, immer und überall dabei, egal ob beim Waldtag oder beim Sport. Ich will nicht sagen, dass er perfekt ist,“ sagt Sabine Küpper. Und sie fügt schnell noch hinzu, mit ganz viel Nachsicht in der Stimme: „Er hat auch seine kleinen Macken.“ Die Rede ist von ihrem Rüden Raven, ihrem „Sportkumpel“, wie sie ihn nennt. Ein „Sport-Ass auf vier Pfoten“ wäre ebenfalls eine treffende Kurzbeschreibung seiner Karriere.
Sein sportliches Hundeleben lang gehörte der deutsch-belgische Schäferhund-Mix dem Schäferhundeverein (SV) Ortsgruppe Schildgen an. Bei der Jahreshauptversammlung vergangenen November wurde er ganz offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Für seine langjährigen tollen Leistungen im IGP-Sport, freut sich Sabine Küpper, erhielt der Vierbeiner sogar einen Ehrenpokal.
Die schwierigste Kategorie IGP III steht gleich zwölf Mal in seinen Leistungsheften
Vor allem in Sachen IGP – der Internationalen Gebrauchshundeprüfung – ist Raven ein Profi. Allein die schwierigste Kategorie IGP III hat er gleich zwölf Mal in seinen Leistungsheften eingetragen, erzählt seine menschliche Begleiterin. Die Prüfung besteht, grob gesagt, aus drei Aufgabenfeldern. Erstens einer Fährte folgen und dabei Gegenstände finden. Zweitens „Unterordnung“ im Sinne von Gehorchen mit Sitz, Platz und Steh aus der Bewegung sowie Apportieren – und dabei unter anderem eine 1,80 Meter hohe Kletterwand überwinden. Drittens steht „Schutzdienst“ auf dem Aufgabenzettel, dabei geht darum, einen Fluchtversuch zu verhindern oder einen Angriff aus der Bewegung abzuwehren.
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Immer mal wieder gehörte Kritik, die Tiere würden im Rahmen dieser Ausbildung „scharf gemacht“, tritt die Leverkusenerin entgegen: „Die Hunde wissen, dass sie nicht beißen dürfen“, so Sabine Küpper. Und: „Das sind ganz normale Wohnungshunde, die liegen wie jeder Hund auf dem Sofa.“
Gemeinsam haben sie an jeder der 29 Ortsgruppen-Prüfungen teilgenommen
Für die unbedingt nötige Beschäftigung abseits des Sofas zu sorgen, sei die Aufgabe des Menschen, sagt die 67-Jährige: „Auch Hunde haben Bedürfnisse.“ Gemeinsam mit Raven hat sie in den vergangenen 13 Jahren manchen Kilometer zurückgelegt, vor der Arbeit, nach der Arbeit, jeden Tag zwölf bis 15 Kilometer. Zum Tagesprogramm kam dann noch das spezielle Training für die vielen Prüfungen hinzu, die er seit 2015 erfolgreich absolviert hat.
Bei den Prüfungen in den vergangenen zehn Jahren habe „der Hund immer alles gegeben. Seine Prüfungen hat er ausnahmslos hoch motiviert und immer freudig absolviert.“ Gemeinsam haben sie an jeder der 29 Ortsgruppen-Prüfungen teilgenommen, und Raven habe jede mit sehr guten Leistungen und vielen Punkten bestanden, berichtet Sabine Küpper. Der Rüde hat alle Prüfungsvarianten mitgemacht: von der Begleithundeprüfung, die die Alltagstauglichkeit des Tieres zum Beispiel im Verkehr testet, sein Sozialverhalten und seinen Gehorsam, bis hin zur Fährtenhundprüfung.
Für den Hund ist die Fährtenhundprüfung ein spannender Sport
Dabei tritt ein Fährtenleger eine Spur, die der Hund drei Stunden später verfolgen und dabei auch noch Gegenstände aus unterschiedlichem Material wie Filz, Holz, Stoff oder Plastik finden und anzeigen muss. Für den Hund sei das ein spannender und zugleich anstrengender Sport, berichtet die Hundefreundin, bei dem er „akribisch durch die Grasnarbe pflügt“. Und auch bei seiner menschlichen Begleitung sei volle Konzentration nötig.
Nach den gemeinsamen sportlich-aktiven Jahren hofft sie nun noch auf „viele schöne Jahre“ Seite an Seite mit Raven, dem „Urgestein der OG Schilden“ und Sport-Ass auf vier Pfoten. Sabine Küpper: „Inzwischen vielen auch bekannt unter dem Rufnamen Opi.“

