Das Breitbandkabel landete auf dem Asphalt der Bundesstraße 256. Aufgrund solcher Vorfälle arbeitet der SPD-Mann Wastl Roth-Seefrid an einer Petition.
Mängel im BreitbandnetzHölzerner Mast der Telekom stürzt in Waldbröl-Grunewald ins Grüne

Polizei und Feuerwehr sichern in der Waldbröler Ortschaft die Stelle, an der ein hölzener Kabelmast der Deutschen Telekom umgekippt ist. Der Mast landete im Grünen und nicht auf dem Asphalt der stark befahrenen Bundesstraße 256.
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Das hätte anders ausgehen können: Offenbar am Mittwoch (4. Februar 2026) ist in der Waldbröler Ortschaft Grunewald ein hölzerner Mast der Deutschen Telekom umgestürzt – und ins Grüne gekippt, also nicht auf den Asphalt der stark befahrenen Siegstraße, der Bundesstraße 256 zwischen Waldbröl und der Nachbargemeinde Windeck. Auf der Straße – diese ist auch als Schladernring bekannt – gelandet ist aber das Breitbandkabel, das an jenem Mast befestigt war. Und zwar auf beiden Fahrspuren.
Gegen 16.30 Uhr rückten Polizei und Feuerwehr an, um die Gefahrenstelle zu sichern. Für mehr als eine Dreiviertelstunde war die Straße gesperrt, damit neun Einsatzkräfte der Waldbröler Wehreinheit Stadtmitte das schwere Kabel mit Handwerkzeug durchschneiden und danach von der Fahrbahn entfernen konnten.

Der Mast liegt flach, das Breitbandkabel ist abgerissen und liegt auf der Fahrbahn. Es muss von der Freiwilligen Feuerwehr zerschnitten werden: An der Bushaltestelle in der Waldrböler Ortschaft Grunewald ist dieser Kabelmast umgestürzt.
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Vor bald sieben Jahren hat die Telekom über das „Weiße Flecken“-Programm mit Fördermitteln aus der Bundeskasse in der Marktstadt mit dem Ausbau des Glasfasernetzes begonnen und dieses großflächig geschlossen. Allerdings brachte das Unternehmen die Leitungen in kleinen Ortschaften wie eben Grunewald nicht unter die Erde, sondern hängte diese in die Höhe. „Bis heute aber sind die vielen Mängel von der Telekom nicht behoben worden, obwohl sie dem Unternehmen natürlich bekannt sind – und das oftmals schon seit dem Jahr 2019“, wettert der Waldbröler SPD-Ratsherr Wastl Roth-Seefrid.
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Er kennt viele Stellen, an denen solche Kabelstränge zu tief hängen und damit eine Gefahr bedeuten – nicht nur in Waldbröl, sondern im gesamten Kreisgebiet. Auch mit der Bundesnetzagentur steht der Schönenbacher in Kontakt, zurzeit bereitet er eine Petition an den Bundestag vor, damit solche Missstände beseitigt werden.
Waldbröler Ratsherr Wastl Roth-Seefrid warnt vor dem Ausfall von Home-Office und Hausnotruf
„Denn bald startet die Landwirtschaft in die neue Saison“, betont Roth-Seefrid und denkt etwa an einen Landwirt, der im Juli 2024 bei der Arbeit in der Waldbröler Ortschaft Helzen mit seinem Mähwerk ein ebenso überirdisch geführtes Kabel der Telekom gekappt hat. „Und wenn so etwas geschieht, dann ist das Home-Office offline und der Hausnotruf ist ebenfalls außer Betrieb“, führt der SPD-Mann aus. Wenige hundert Meter von Grunewald entfernt hängt zudem ein Kabelstrang in einer Kurve keine drei Meter über der Fahrbahn der B 256, an derer Stelle liegt ein Mast seit nunmehr zwei Jahren in den Büschen.
Auch im Rathaus der Marktstadt ist die Verärgerung über die Untätigkeit des Bonner Konzern groß: „Die Telekom hat nichts unternommen, sie hat weder Leitungen gesichert noch neuverlegt“, führt Stadtsprecher Felix Becher aus. „Trotz wiederholter Nachfragen haben wir immer noch keine Antworten erhalten.“ So habe sogar die abschließende Abnahme der Bauarbeiten bisher nicht stattgefunden. Becher: „Noch sind die Mängel unbearbeitet, sowohl überirdisch als auch im Tiefbau.“
Der Vorfall in Grunewald sei in Bearbeitung, teilt unterdessen die Telekom-Sprecherin Katja Kunicke auf Nachfrage dieser Zeitung mit: „Ein Fremdverschulden kann hier nicht ausgeschlossen werden, da das Kabel in der Straßenquerung zur Hauszuführung abgerissen wurde.“ Die Telekom bemühe sich, die Störung bis zum kommenden Wochenende zu beheben.
Einen Zusammenhang zu bereits benannten Mängeln im Netz sieht Kunicke indes nicht: „Die oberirdischen Linien wurden im vergangenen Jahr überprüft. Unabhängig davon können Beeinträchtigungen an unseren Leitungen im öffentlichen Raum immer wieder eintreten.“
Die Sprecherin ruft dazu auf, der Telekom Schäden an solchen Leitungen über die „Trassen Defender 2“-App oder einen der Kontaktkanäle zu melden, damit Störungen und Schäden beseitigt werden können.


