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EhrenamtFreiwillige Feuerwehr der Stadt Waldbröl soll mehr Wertschätzung erfahren

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Mehr als 200 Einsatzkräfte bräuchte die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Waldbröl. Zurzeit engagierten sich aber nur 132 Menschen in den vier Einheiten. Ab sofort erhält die Wehr jedoch höhere Aufwandsentschädigungen.

Mehr als 200 Einsatzkräfte bräuchte die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Waldbröl. Zurzeit engagierten sich aber nur 132 Menschen in den vier Einheiten. Ab sofort erhält die Wehr jedoch höhere Aufwandsentschädigungen.

Der Stadtrat hat beschlossen, die Aufwandsentschädigungen zu erhöhen und diese transparenter zu machen. Der Wehr fehlen aber Einsatzkräfte.

Weil am jüngsten Stichtag im Jahr 2023 mehr als 20.000 Menschen in der Marktstadt lebten, zahlt Waldbröls Rathaus heute nicht nur den Stadtverordneten in der Politik mehr Geld: Ebenso erhalten nun die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr eine höhere Aufwandsentschädigung. Dafür hat der Stadtrat am Mittwochabend einstimmig grünes Licht gegeben. Damit entfallen die Pauschalsätze, die bisher in Waldbröl gegolten haben.

Stadtbrandinspektor Daniel Wendeler (50) ist seit Juli 2020 Chef der Freiwilligen Feuerwehr in Waldbröl.

Stadtbrandinspektor Daniel Wendeler (50) ist seit Juli 2020 Chef der Freiwilligen Feuerwehr in Waldbröl.

Und weil die Stadt zudem das Ehrenamt würdigen, die Verantwortung berücksichtigen und ihre Wertschätzung für die Einsätze der zurzeit 103 Kameradinnen und Kameraden zeigen möchte, will sie Transparenz schaffen und multipliziert die Entschädigung mit einem sogenannten Auszahlungsquotienten: Der liegt bei Daniel Wendeler, dem Chef der Feuerwehr, bei 200 Prozent, das entspricht ab sofort einer Summe von 721 Euro (2025: 561 Euro). Stadtjugendfeuerwehrwartin Ricarda Wehling etwa erhält dagegen 133 Euro (Quotient: 40 Prozent, 2025: 112 Euro).

Diesen Beträgen zugrunde liegt die Entschädigungsverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen, die bei Kommunen mit 20.001 bis 30.000 Einwohnern einen Satz in Höhe von 360,40 Euro vorsieht für Ratsmitglieder. Überdies gibt es für die Wartung von Geräten und Wachdienste 2500 Euro pro Jahr (unverändert, rund 38.000 Euro gesamt).

Waldbröls Feuerwehrchef Daniel Wendeler schlägt Alarm

„Das freut uns natürlich“, betont Stadtbrandinspektor Wendeler. Jedoch macht der 50-Jährige keinen Hehl daraus, dass es bei seiner Feuerwehr brennt: Dem im Januar 2022 vorgestellten Brandschutzbedarfsplan zufolge bräuchte Waldbröls Wehr 209 Einsatzkräfte, derzeit sind es laut Wendeler aber nur 103.

„Nach einem Hoch im Jahr 2023 mit 132 Kräften schrumpfen wir derzeit wieder“, schildert er. Alle vier Einheiten bräuchten dringend Verstärkung – ein Problem, das die Feuerwehr nun angehen will. Wendeler: „Auch dabei hoffen wir auf die Unterstützung der Stadt.“ Als Gründe für den jüngsten Schwund nennt er Wegzüge aus der Marktstadt, berufliche Hindernisse und auch die Altersgrenze, die den aktiven Dienst heute auf ein Höchstalter von 67 Jahren festlegt.

Für die Wehrleute unterhalb der Leitung stehen nach Auskunft von Kämmerin Anja Brauer in diesem Jahr erneut 30.000 Euro bereit (unverändert). „Diese Entschädigung verteilen wir nach einem Punktesystem“, erklärt der Wehrchef. So werden etwa die Einsätze bei Notfällen ebenso bewertet wie die Teilnahme an Übungen und Fortbildungen oder auch das Engagement in der Ausbildung und in der Jugendarbeit.

Insgesamt kommt die Kämmerei für 2026 auf Aufwandsentschädigungen in Höhe von nahezu 68.000 Euro für die Feuerwehr, das sind fast 7000 Euro mehr als im vergangenen Jahr.