Bergisch GladbachZanders-Sirene soll nicht mehr in Betrieb genommen werden

Die Zanders-Sirene wurde mit dem Wasserdampf des Kraftwerks betrieben.
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Bergisch Gladbach – Heul’ doch mal, nur ein einziges Mal noch. Aber die Zanders-Sirene wird nie mehr heulen, auch wenn sich das manche wünschen.
Immer an den Samstagen, Schlag 12 Uhr, ging die Sirene los, und sie erinnerte die vielen bei der Papierfabrik Beschäftigten an Schichtwechsel und an Feierabend. Über Jahre und Jahrzehnte ging das so, und wer in der Stadtmitte wohnt, wird sich an den summenden Ton noch gut erinnern. Man konnte die Uhr danach stellen, die Sirene war die Zuverlässigkeit in Person.
Aber irgendwann war Schluss mit der Sirene, und mit der Betriebsstilllegung am 30. April ist das Kapitel endgültig geschlossen worden. Ihr Heulton war übrigens um einiges sanfter und weicher als die scheppernden Klänge der heutigen Modelle.
Zanders-Sirene als Mischung aus nostalgischer Erinnerung und Brandschutz
Aber die Zanders-Sirene hätte ja auch ohne die Papierfabrik heulen können, in einer Mischung aus nostalgischer Erinnerung und notwendigem Brandschutz. Als hörenswerte Sehenswürdigkeit hätte das sicher Neugierige in die Stadt gezogen, ähnlich dem Bahn-Schranken-Apparat am Driescher Kreisel, der ja auch seit Jahren keine Güterzüge mehr gesehen hat.
Dass nie mehr geheult wird auf dem Zanders-Gelände, hat natürlich mit der Stilllegung der Firma zu tun. Das hat die Stadt jetzt amtlich ermittelt, nach einer (ernst gemeinten) Anfrage von Josef Cramer, Vorsitzender im Ausschuss für strategische Stadtentwicklung. „Ich bin ja auf der unteren Hauptstraße aufgewachsen und kenne das Teil“, sagt Cramer.
Stadt überprüfte, ob Zanders-Sirene in Gang kommen könnte
Diese Sirene sei zu Betriebszeiten mit Wasserdampf aus dem eigenen Kraftwerk betrieben worden, berichtet Projektleiter Udo Krause. Mit der Betriebsaufgabe sei das Kraftwerk stillgelegt worden, weshalb auch die Sirene nicht mehr funktioniere. Die Stadt habe aber tatsächlich überprüft, ob der Heuler wieder in Gang kommen könnte. „Technisch nicht umsetzbar“ sei das, informiert der Fachmann.
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Weil ja demnächst ganz viele Neubürger aufs Zanders-Gelände ziehen und ein neues Stadtviertel entsteht, hätte man ja auch an den Brandschutz denken können. Eine Sirene wird im Zanders-Quartier aber überhaupt nicht benötigt. Geheult wird seit langem mit der Sirene auf dem Einkaufszentrum Rhein-Berg-Galerie, und dies liege ja in Sichtweite von Zanders, meint die Stadt. Der Zanders-Heuler hat also auch aus Gründen des Brandschutzes keine Chance mehr. Das ist für alle Sirenen-Nostalgiker schade.



