Kurt Wagner verlässt das Althoff-GrandhotelGastgeber aus Leidenschaft sagt leise Ade

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Öffnet nochmal eine neue Tür: Kurt Wagner wechselt vom Grandhotel Schloss Bensberg in ein Hotel, das ein Freund in Duderstadt ausbaut.

Öffnet nochmal eine neue Tür: Kurt Wagner wechselt vom Grandhotel Schloss Bensberg in ein Hotel, das ein Freund in Duderstadt ausbaut.

  • Das Schlosshotel Lerbach, das er ab 1992 für die Kölner Althoff-Gruppe mit aufgebaut hat, trug Kurt Wagners Handschrift, ab 2000 dann auch das Grandhotel Schloss Bensberg mit 84 Zimmern und 36 Suiten.
  • Zum Monatsende nun verlässt Generalmanager Kurt Wagner das Bergisch Gladbacher Grandhotel, dessen Direktor er mit Unterbrechungen mehr als zwölf Jahre war.
  • Ein Portrait eines Gastgebers, der nun leise Ade sagt.

Bergisch Gladbach-Bensberg – Abschied Das Schlosshotel Lerbach, das er ab 1992 für die Kölner Althoff-Gruppe mit aufgebaut hat, trug ebenso Kurt Wagners Handschrift wie das im Jahr 2000 eröffnete Grandhotel Schloss Bensberg mit 84 Zimmern und 36 Suiten, das Wagner mehr als zwölf Jahre selbst geleitet hat.

Zum Monatsende nun zieht Kurt Wagner zum letzten Mal als General-Manager die Tür des Personaleingangs zu. Still und am liebsten ohne großes Aufsehen, wie es die Art des diskreten, gern lächelnden Gastgebers alter Schule ist.

Wechsel nach Duderstadt

Nach – mit kurzer Unterbrechung – 28 Jahren in Diensten der Kölner Althoff-Gruppe möchte der 61-Jährige noch einmal etwas Neues anfangen, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung sagt. „Ich gehe zu einem Freund, der ein Hotel in Duderstadt hat, das er lange verpachtet hatte und jetzt selbst übernehmen möchte.“

Das „Hotel zum Löwen“ in der 22.000-Einwohner-Stadt im südöstlichen Niedersachsen solle demnächst um 25 bis 30 Zimmer sowie Wellness und Gesundheitsressort erweitert werden. Eine lockende Herausforderung für Wagner. „Früher habe ich meinem Freund, den ich schon seit den 80er Jahren kenne, immer »Nein« gesagt, aber jetzt war sein Angebot einfach zu gut.“ Dabei weiß auch Kurt Wagner genau: „Mit Bensberg kannst du nichts vergleichen. Wenn du einmal hier sein durftest . . . da kannst du nur mit 61 noch mal etwas ganz Anderes machen.“

Der Abschied vom Schlossberg und vor allem von den Menschen in der Region falle ihm nicht leicht, bekennt der gebürtige Österreicher. Gerade erst am Wochenende sei er mit guten Freunden mehr als 100 Kilometer durchs Bergische auf dem Rennrad gefahren. „Herrlich, an manchen Stellen fast wie im Allgäu“, sagt der Hotelmanager, der die Hotellerie in der Region geprägt hat wie kaum ein anderer. Und Akzente gesetzt hat er nicht nur hier.

Seine Ausbildung zum Hotelfachmann und Koch absolvierte Wagner in Wien. Über das Tessin, St. Moritz, Arosa, Island, die Malediven und die Philippinen kam er nach Bergisch Gladbach, wo er 1992 als verantwortlicher Direktor das Schlosshotel Lerbach mit dem Kölner Hotelier Thomas H. Althoff eröffnete und mit Spitzenkoch Dieter Müller bald Bergisch Gladbachs erstes Drei-Sterne-Restaurant aus der Taufe hob. 2000 öffnete das Grandhotel Schloss Bensberg, das Wagner zunächst für die Althoff-Zentrale betreute, dann ab 2002 selbst leitete und mit Joachim Wisslers Vendôme Bergisch Gladbachs zweites Drei-Sterne-Restaurant aufbaute.

2008 wechselte Wagner für die Althoff-Gruppe an den Tegernsee, wo er das Seehotel Überfahrt managte und neu aufstellte. Nach Elternzeit und zwei Jahren Leitung des Kameha Grand in Bonn kehrte Wagner 2014 zunächst ins Schlosshotel Lerbach zurück und übernahm nach dessen Schließung wieder die Leitung des Althoff-Grandhotels Schloss Bensberg.

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Ob Veranstalter des „Festivals der Meisterköche“ oder Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft, ob Organisator großer Auto-Events, Netzwerker mit anderen Machern der Region oder verschwiegener Vertrauter prominenter Gäste von Robby Williams bis zu arabischen Königshäusern – mit seinem Wiener Charme war Kurt Wagner mindestens ebenso prägend wie die Häuser, die er leitete – und bodenständig in der Region vernetzte. So ganz aufgeben möchte Wagner das ihm ans Herzen gewachsene Bergische auch nicht. „Meine Wohnung hier werde ich in jedem Fall behalten – und so oft es geht vorbeischauen“, sagt er lächelnd. Dem Gastgeber aus Leidenschaft fällt der Abschied sichtlich schwer.

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