Schulleiter Felix Bertenrath„Eine grundsolide Ausbildung“

Einführung des neuen Schulleiters Felix Bertenrath (M.) an der Otto-Hahn-Realschule mit Hans-Egon Sternberg und Iris Zillinger.
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Bergisch Gladbach – Herr Bertenrath, am Freitag sind Sie als neuer Schulleiter der Otto-Hahn-Realschule feierlich in Ihr Amt eingeführt worden. Mit welchen Gefühlen sitzt man da am Schreibtisch?
Felix Bertenrath: Mit den gleichen Gefühlen wie vorher, da ich den Job schon seit zwei Jahren für die erkrankte Schulleiterin gemacht habe. Eigentlich ist es nur eine Beurkundung der Situation, die schon vorher bestand.
Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?
Bertenrath: Erst einmal soll der Schulbetrieb reibungslos weiterlaufen. Im Mittelpunkt der Arbeit steht eine immer heterogener werdende Schülerschaft. Das hat unter anderem damit zu tun, dass auf der einen Seite die Hauptschule Ahornweg weggebrochen ist. Auf der anderen Seite werden etliche Eltern durch G8 (Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre, d. Red.) abgeschreckt und sehen, dass ihre Kinder auch über den Weg der Realschule zum Abitur kommen können, dann aber neun Jahre Zeit haben. Daher bieten wir Förderkurse für die leistungsschwächeren und Forderprogramme für die stärkeren Schüler an.
Wie sehr setzt die Krise der Hauptschule die Realschule unter Druck?
Bertenrath: In Bergisch Gladbach hat sich die Lage erst einmal durch die Ablehnung der Sekundarschule und die Gründung der zweiten Gesamtschule entspannt. Meiner Ansicht nach wäre es auch eine völlig falsche Entscheidung gewesen, hier das unausgereifte System der Sekundarschule flächendeckend aus dem Boden zu stampfen. Mit Blick auf die Gesamtschule wird sich zeigen müssen, ob auf Dauer die Schülerklientel vorhanden ist, ob die Mischung stimmt. Als Realschule geraten wir insofern unter Druck, als die Anmeldungen für die fünfte Klasse etwas weniger geworden sind, wir aber in den oberen Klassen nicht wissen, wohin mit den Schülern, in erster Linie, weil so viele „gescheiterte“ Gymnasiasten zu uns kommen. So haben wir in diesem Jahr nur zwei Eingangsklassen bilden können, aber eine vierte siebte Klasse aufgemacht.
Felix Bertenrath (46), verheiratet und Vater von vier Kindern, ist seit 2001 als Lehrer für Sport, Erdkunde, Mathematik, Informatik und Kunst an der Otto-Hahn-Realschule in Bergisch Gladbach-Bensberg tätig. Seit März 2012 war der geborene Kölner, der sein Abitur am Nicolaus-Cusanus-Gymnasium in Bergisch Gladbach ablegte, als Konrektor mit der Vertretung der erkrankten Schulleiterin Iris Zillinger beauftragt. Im Dezember 2013 wurde Bertenrath schließlich als Schulleiter offiziell eingesetzt und steht seither der dreizügigen Realschule mit rund 500 Schülerinnen und Schülern sowie zurzeit 36 Pädagogen vor. (spe)
Das Otto-Hahn-Schulzentrum steht vor einer umfassenden baulichen Sanierung, die sich jetzt allerdings wieder verzögert. Behindert das Ihre Arbeit?
Bertenrath: Das sehe ich nicht so dramatisch. Auch wenn seit zehn Jahren der Umbau angekündigt wird, sorgt der Schulträger doch dafür, dass die bauliche Unterbringung akzeptabel ist. Ob jetzt oder in einem halben Jahr begonnen wird, ist nicht so entscheidend. Wichtig ist, dass die Bauarbeiten, wenn sie dann anfangen, gut durchgeplant sind und zügig ablaufen, damit der Schulbetrieb ohne große Störungen weiterarbeiten kann. Mit der Sanierung des Kunstbereichs haben wir in dieser Beziehung bereits gute Erfahrungen gemacht.
Wo wollen Sie mit der Otto-Hahn-Realschule in zehn Jahren stehen?
Bertenrath: In topsanierten Räumen, die ermöglichen, dass wir unser pädagogisches Konzept optimal umsetzen können.
Warum hat die Realschule in Ihren Augen eine Zukunft in der Schullandschaft?
Bertenrath: Wir bieten eine grundsolide Ausbildung sowohl für Schüler, die eine berufliche Ausbildung anschließen wollen, als auch für diejenigen, die auf das Gymnasium wechseln wollen. Wir eröffnen Perspektiven, auch durch unsere gute Berufswahlvorbereitung. Mir ist wichtig, dass die Realschule als wirkliche Alternative wahrgenommen wird.
Das Gespräch führte Stephanie Peine