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Bus, Bahn und Leih-E-Bike29 neue Mobilstationen in Rhein-Berg geplant

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Der langjährige Streckenplaner von „Rund um Köln“ Werner Schneider steht an der Entleihstation des Bergischen E-Bikes am Bergisch Gladbacher S-Bahnhof. Im Hintergrund sind ein Bus und eine S-Bahn zu sehen.

Umsteigen leicht gemacht: An Mobilstationen werden mehrere Verkehrsmittelangebote von Bahn über Bus bis zu Fahrradabstellboxen, Leih-E-Bikes und Leih-E-Autos gebündelt. Das Netz der Stationen im Kreisgebiet soll noch deutlich ausgeweitet werden.

Zu bestehenden 19 Standorten mit Angeboten von ÖPNV über E-Bike bis E-Auto könnten 49 hinzukommen – für 29 gibt es konkrete Planungen.

Von der Bahn in den Bus umsteigen und von dessen Haltestelle dann bis nach Hause auf dem Bergische E-Bike radeln – die Mobilstationen, die unterschiedliche Verkehrsangebote an bestimmten Knotenpunkten verbinden und zum Umsteigen animieren sollen, haben sich seit 2020 in Rhein-Berg zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt – und sollen nun ausgebaut werden.

Die neuen Mobilstationen sollen das Netz verdichten und dort Mobilitätsoptionen schaffen, wo die Menschen wohnen und arbeiten.
Sebastian Schulz, Büro Stadt-Verkehr

Zusätzlich zu den 19 bereits eingerichteten Mobilstationen im Kreisgebiet schlägt das auf Beschluss des Kreistags von 2022 erstellte Feinkonzept zum Ausbau der Mobilstationen nun 49 weitere potenziell geeignete Standorte vor. Für 29 gibt es bereits konkrete, kurz- bis mittelfristig umsetzbare Vorschläge. Die neuen Mobilstationen sollen das Netz verdichten und – teils auch mit kleinerem Angebot – dort Mobilitätsoptionen schaffen, „wo die Menschen wohnen und arbeiten“, erläuterte Sebastian Schulz vom beauftragten „Büro Stadt-Verkehr“ im Verkehrsausschuss des Kreises.

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Anders als die bestehenden Mobilstationen sollen die neuen Mobilstationen 2.0 größtenteils auch an kleineren Verkehrsknotenpunkten eingerichtet werden und ein Verkehrsmittel des ÖPNV mit mindestens einem weiteren Mobilitätsangebot wie Leih-E-Bike oder Leih-E-Auto verknüpfen. Die ersten Mobilstationen, die nun auch Mobilstationen 1.0 genannt werden, waren in der Regel an Orten eingerichtet worden, wo mindestens Haltestellen von zwei verschiedenen Verkehrsmitteln wie Bus, Straßen- oder Eisenbahn bestanden oder es „bedeutende Knotenpunkte des Busverkehrs“ gab, also etwa an Busbahnhöfen oder Schnellbushaltestellen (siehe „Hier könnten neue Mobilstationen entstehen“).

Neue große Mobilstationen analog zur ersten Generation schlägt die Untersuchung allein für die Haltestelle der Straßenbahn an der Kölner Straße in Bensberg sowie an der Straßenbahnhaltestelle Refrath vor. Die übrigen 27 kurz- und mittelfristig realisierbaren Mobilstationen 2.0 sollen an kleineren Verkehrsknotenpunkten entstehen und kleiner ausfallen, 20 weitere werden „perspektivisch“ als langfristige Optionen betrachtet (siehe Infokasten).

Konkrete Planungen und Kostenschätzungen sollen bei Zuschussanträgen helfen

Für die Einrichtung der zusätzlichen Mobilstationen in der einfacheren Variante kalkuliert das Fachbüro Ramboll Management Consulting in einer weiteren Untersuchung je nach Station Beträge zwischen 21.550 Euro und 70.550 Euro. Eine deutliche Ausnahme ist der Standort Voiswinkel in Odenthal: Dort liegt bereits eine konkrete Planung vor (231.840 Euro). Zur Finanzierung schlagen die Verkehrsexperten verschiedene Fördertöpfe vor – mit Förderquoten von bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten.

Auch zum Betrieb der Mobilstationen hat die Untersuchung Modelle erarbeitet. Denkbar wäre beispielsweise eine Infrastrukturgesellschaft. Die könnte sich um die Instandhaltung, aber auch die Reinigung aller Elemente der Mobilstationen kümmern. Noch sind dafür die jeweiligen Projektpartner zuständig, also beispielsweise die Regionalverkehr Köln GmbH beziehungsweise ihr Dienstleister Nextbike für das Bergische E-Bike oder das Verkehrsunternehmen Wupsi für das Wupsi-Car.

Erweiterungen des Angebots auch an 13 der 19 bestehenden Mobilstationen vorgesehen

Auch für 13 der 19 bereits bestehenden Mobilstationen schlagen die Verkehrsexperten zusätzliche Ausstattungselemente vor wie etwa weitere Fahrradboxen an Bahnhöfen oder Fahrradreparatursäulen.

Bei drei Gegenstimmen der AfD und einer Enthaltung der FDP stimmte der Verkehrsausschuss des Kreises dafür, das vorgestellte Feinkonzept für Mobilstationen als „Grundlage für die Gestaltung einer attraktiven, flexiblen und vernetzten Mobilität“ vom Kreistag beschließen zu lassen. Danach soll dann die Kreisverwaltung beauftragt werden, eine Rahmenanmeldung beim Zweckverband Go.Rheinland für die Förderung der Mobilstationen in Abstimmung mit den Kommunen vorzubereiten und einzureichen.

Am Ende sollen die Ergebnisse des Feinkonzeptes für die Mobilstationen im Kreis auch bei der geplanten Neuaufstellung des Nahverkehrsplans berücksichtigt werden.