Die Bienenzuchtvereine aus Overath und Bergisch Gladbach wollen gemeinsam für das Thema sensibilisieren.
UmweltFreiwillige absolvieren Fortbildung zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse

Für die Entfernung der Nester, wie sie auf diesem Symbolbild zu sehen ist, braucht es Fachwissen über die Insekten.
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Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse stellt Imkerei, Landwirtschaft und Naturschutz zunehmend vor große Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund haben der Bienenzuchtverein Overath und der Bienenzuchtverein Bergisch Gladbach im Haus des Naturschutzvereins RBN in Overath eine Fortbildungsveranstaltung zur Bekämpfung der invasiven Art organisiert, heißt es in einer Pressemitteilung. Ziel war es, Fachberater für Wespen und Hornissen auf die zunehmenden Einsätze vorzubereiten und Politik und Verwaltung stärker für die Dringlichkeit des Themas zu sensibilisieren.
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) breitet sich laut Pressemitteilung seit einigen Jahren auch in Nordrhein-Westfalen zunehmend aus. Im Frühjahr würden überwinterte Königinnen mit dem Bau sogenannter Primärnester beginnen, etwa in Hecken, unter Terrassenüberdachungen, in Carports oder Gewächshäusern. Sobald im Frühsommer das Nest gewachsen ist, zieht die Kolonie in ein größeres Sekundärnest um. Das befinde sich häufig in großer Höhe, in Baumkronen oder an Gebäuden. Umso bedeutender und einfacher sei die Entfernung des Primärnestes in einem frühen Stadium.
Honigbienen besonders betroffen
Die invasive Art stelle eine ernste Gefahr dar. Besonders betroffen seien Honigbienenbestände, und dadurch auch der Obst- und Weinbau, aber auch alle anderen heimischen Insekten, die ohnehin stark gefährdet seien. Auch für Menschen sei sie gefährlich, gelte sie doch als wesentlich aggressiver als die heimische Hornisse.
Die Fortbildung richtete sich laut Mitteilung besonders an ehrenamtliche Wespen- und Hornissenberater aus der Region. Sie erhielten Wissen zur Identifikation der Art, zur Lokalisierung von Nestern sowie zu sicheren Bekämpfungsmethoden.
Umgang mit Hornisse ist eine gemeinsame Aufgabe
Als Schirmherr der Veranstaltung konnte der Landtagsabgeordnete Martin Lucke begrüßt werden. Ebenfalls teilgenommen haben Friedhelm Weiß als Vertreter des Landrats Arne von Boetticher sowie Overaths Bürgermeister Michael Eyer. In ihren Beiträgen hätten sie deutlich gemacht, dass der Umgang mit der Art künftig eine gemeinsame Aufgabe von Ehrenamt, Fachberatung und öffentlicher Hand sein müsse.
Die fachliche Leitung der Fortbildung übernahm laut Mitteilung Dirk Wacker, einer der erfahrensten Spezialisten für die Nesterbekämpfung in Nordrhein-Westfalen. In seinem Vortrag habe er aktuelle Erkenntnisse über die Biologie und Ausbreitung der Art und praxiserprobte Methoden zur Entfernung vermittelt. Ralph Schürmeier aus Moers (Firma VeluLance) und Ralf Atzorn von der Firma Erazor stellten die Geräte zur Nestentfernung vor.
Bethe-Stiftung unterstützt
Durch die Unterstützung der Bethe-Stiftung habe der Bienenzuchtverein Bergisch Gladbach eine professionelle Ausrüstung zur Nestentfernung anschaffen können. Auch die Unterstützung von Bürgern spiele eine wichtige Rolle. Verdächtige Beobachtungen der Hornissen oder deren Nester könnten dazu beitragen, neue Vorkommen früh zu erkennen und schnell zu handeln.
Weitere Infos zur Art, Hinweise zur Meldung von Sichtungen sowie Möglichkeiten zur Unterstützung der Arbeit der Imkervereine finden Interessierte auf den Internetseiten des Bienenzuchtvereins Overath und des Bienenzuchtvereins Bergisch Gladbach.


