Bürgermeister in KürtenWilli Heider gewinnt die Wahl

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Kürten – „Es wird knapp werden“ – Diese Einschätzung teilten die meisten Kürtener, die am Abend der Bürgermeister-Stichwahl in der Bürgersaal gekommen waren. Am Ende galt das nur für die Einschätzung – die lag nämlich knapp daneben: Mit 61,2 Prozent der Stimmen fuhr Willi Heider einen deutlichen Sieg ein, sein Kontrahent Marc Beer musste sich mit 38,8 Prozent zufrieden geben. Damit gaben die Kürtener Wähler (die Wahlbeteiligung lag bei 39 Prozent) dem parteilosen Kandidaten Heider den Vorzug vor dem CDU-Mann Beer für den Chefsessel im Rathaus. Heider wird Nachfolger von Ulrich Iwanow, der nicht mehr kandidiert hatte.
Schon elf Minuten nach Schließung der Wahllokale, als gerade einmal drei der 19 Stimmbezirke ausgezählt waren, lag Heider mit 62 Prozent vor Beer mit 37 – ein Vorsprung, den sich der 56-Jährige bis zum Endergebnis um 18.44 Uhr nicht mehr nehmen ließ. Da Heider als Geschäftsbereichsleiter Bauen ein „Eigengewächs“ der Kürtener Verwaltung ist, gehörten viele Kollegen zu den ersten Gratulanten. Zu ihnen stieß bald auch Marc Beer, der sich als fairer Verlierer zeigte. Zugleich kündigte Beer an, nicht mehr für den Fraktionsvorsitz zu Verfügung zu stehen: „Ich bleibe Ratsmitglied, aber in der letzten Reihe“, sagte er und zog damit die Konsequenz aus dem für ihn enttäuschenden Wahlergebnis.
Kurz vor 18 Uhr hatten sich die beiden Kandidaten in recht unterschiedlicher Gemütsverfassung am Rathaus eingefunden. „Ich bin eigentlich ganz ruhig, machen kann ich ja jetzt nichts mehr“, sagte Beer. Der Lohmarer Kämmerer hatte bis Samstagmittag Wahlkampf in der Gemeinde gemacht. „Tagsüber ging es noch, aber jetzt bin ich schon etwas angespannt“, gab Willi Heider zu. In den folgenden 45 Minuten ging der Blutdruck dann noch in die Höhe. „Ich denke, das, was wir rübergebracht haben, war überzeugend“, versuchte sich Heider an einer ersten Analyse seines Erfolges und dankte Beer für einen „fairen Wahlkampf“.
Er habe noch eine Woche lang Zeit, sich vom alten Bürgermeister „einiges abzuschauen“. Der lächelte an diesem Abend etwas gequält, was allerdings nicht am Wahlergebnis, sondern an akuten Rückenschmerzen lag. „Es ist jetzt sozusagen wissenschaftlich belegt, dass in Kürten ein CDU-Kandidat in direkter Stichwahl keine Chance hat“, so Iwanow. Im Ort sei der Hang zu parteilosen Kandidaten sehr ausgeprägt. Heider habe durch seine ruhige, sachliche Art gepunktet.

