Kommentar zu SchwarzbautenOverather Bürgermeister hat gerade noch die Kurve gekriegt

Christoph Nicodemus vor dem Overather Kulturbahnhof.
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Overath – Hat der Overather Bürgermeister Christoph Nicodemus mit seiner Entscheidung in Sachen Klef noch rechtzeitig die Kurve gekriegt? Mit seinem Entschluss, nun doch nicht länger zu versuchen, die langjährigen Bewohnerinnen und Bewohner der Schwarzbauten an der Agger jetzt aber fix zu verjagen?
Wer als Autofahrer rechtzeitig die Kurve kriegt, schafft das im Regelfall, ohne gegen die Leitplanke zu donnern und sich zu überschlagen. Deshalb sagen wir mal so: Überschlagen hat sich das Auto nicht, aber gut gesteuert worden ist es auch nicht.
Nicodemus ist lange nicht vom Gas gegangen, selbst als ein Kölner Universitäts-Professor ihn deutlich davor warnte, er werde aus der Kurve fliegen und ihm eine sanfte Ausfahrt anbot. Aber der Bürgermeister befand sich wohl in einer Art Geschwindigkeitsrausch. Er gab weiter Gas.
Letzte Chance Erinnerungsprotokoll
Doch dann kam das „Erinnerungsprotokoll“, beglaubigt vom ehemaligen Bürgermeister Andreas Heider. Letzte Chance. Endlich trat Nicodemus auf die Bremse. Der Wagen schlingerte, prallte rechts und links gegen die Leitplanken – aber kam schließlich wieder in die Spur. Weitere juristische Auseinandersetzungen und politische Diskussionen, in denen er nur schlecht hätte aussehen können, hat Nicodemus gerade noch verhindert.
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Das Ergebnis ist versöhnlich: Den Menschen in Klef sind die größten Existenzsorgen genommen, und der Bürgermeister kann wieder seine volle Arbeitskraft der Lösung der Gegenwartsprobleme und der Gestaltung der Zukunft widmen und muss sich nicht in Details verlieren - und Rennen fahren, aus denen er zumindest moralisch als Verlierer hervorgehen würde. So gesehen gibt es am Ende gleich mehrere gute Nachrichten, und der Wagen: Er fährt noch, auch wenn es wirklich knapp war.


