Abo

RathausOverath hat mit Jörg Schiefer einen neuen Zweiten Beigeordneten

4 min
Das Foto zeigt Jörg Schiefer bei seiner Vereidigung mit Bürgermeister Michael Eyer und dem Ersten Beigeordneten Thorsten Steinwartz.

Glückwünsche: (v.l.)  Thorsten Steinwartz, Erster Beigeordneter, Michael Eyer, Bürgermeister, und Jörg Schiefer, Zweiter Beigeordneter.

Jörg Schiefer hat seine Arbeit als neuer Zweiter Beigeordneter der Stadt Overath aufgenommen

Viele Overather kennen ihn bereits, den neuen Zweiten Beigeordneten der Stadt, Jörg Schiefer. Denn der 45-Jährige ist durch und durch Overather. Zur Grundschule ist er in Vilkerath gegangen und das Abitur hat er 2000 am Paul-Klee-Gymnasium gemacht. Doch von seinem Abitur bis zu seiner heutigen Stelle ist viel passiert.

Seit Anfang April bekleidet Schiefer, der mit seiner Frau und ihren zwei Kindern in Marialinden wohnt, sein neues Amt, in dem er die nächsten acht Jahre für das Amt für Öffentliche Sicherheit und Soziales sowie das Amt für Jugend, Bildung und Sport zuständig ist. Im Amt für Öffentliche Sicherheit sind zudem der Brand- und Bevölkerungsschutz angesiedelt. Darüber hinaus ist seinem Dezernat die Stabsstelle Netzwerk Jugend und Medien zugeordnet.

Zuvor leitete Schiefer bereits das Amt für Öffentliche Sicherheit und Soziales (Ordnungsamt). Kommissarisch wird er diese Rolle auch weiterhin wahrnehmen, bis eine Nachfolge gefunden wurde. Dass er einmal Zweiter Beigeordneter wird, war gar nicht unbedingt der Plan, wie der Overather im Gespräch mit dieser Zeitung erzählt.

Mehr Einfluss nehmen

„Meine bisherige Aufgabe hat mir Spaß gemacht, deshalb habe ich keine Notwendigkeit gesehen, mich für den Posten zu bewerben. Die Chance, etwas mehr Einfluss auf Themen nehmen zu können, wollte ich aber nicht verstreichen lassen“, sagt Schiefer. Und diese Chance hat er bekommen. Einstimmig haben ihn die Ratsmitglieder der Stadt für die Position gewählt.

Damit gerechnet hat er nicht. Denn Schiefer ist Mitglied bei der CDU, womit die Verwaltungsspitze Overaths, bestehend aus Bürgermeister Michael Eyer, dem Ersten Beigeordneten, Thorsten Steinwart und Jörg Schiefer, nun gänzlich aus CDU-Mitgliedern besteht. „Ich dachte, dass in dem Fall mehr Ausgleich gewünscht würde“, meint er. Über das eindeutige Votum habe er sich daher umso mehr gefreut. Nun wolle er dem Anspruch, überparteilich Ziele für die Stadt zu erreichen, gerecht werden.

Mitglied im Stadtrat

Schiefer hat selbst auch Erfahrung in der Lokalpolitik gesammelt, die er als besonders bereichernd empfindet. So war er von 2014 bis 2020 im Overather Stadtrat und von 2020 bis 2021 im Kreistag aktiv. „Es erweitert das Verständnis dafür, wie die Politik denkt und es erleichtert einem, Anträge nachzuvollziehen.“ Auch für sein neues Amt sieht er darin Vorteile. Da er aus eigener Erfahrung die Sichtweise der Lokalpolitiker verstehen könne, erleichtere das auch die Kommunikation.

Aktuell widme sich Schiefer vorrangig drei Aufgaben. So sei es Ziel, die Freiwillige Feuerwehr in Overath zu stärken, damit sie weiterhin eine gut funktionierende Einheit darstelle und einsatzfähig bleibe. Auch die Schulsanierungen am Paul-Klee-Gymnasium und der Leonardo da Vinci Sekundarschule beschäftigten ihn viel.

„Einige Eltern sind besorgt, dass die Arbeiten die Schulzeiten beeinträchtigen, aber die beteiligten Firmen haben das gut geplant. Das müssen wir jetzt noch klarer an die Eltern kommunizieren.“ Und nicht zuletzt, seien ihm auch die Freizeit- und Aufenthaltsangebote für Jugendliche ein Anliegen. „Ich weiß aus meiner bisherigen Tätigkeit im Ordnungsamt, dass das ein Problem ist, das sich sonst nur verschiebt.

Blick auf den Weihnachtsmarkt

Deshalb ist es wichtig, dass wir dort Angebote schaffen.“ Was Ziele beziehungsweise Ansprüche an sich selbst betrifft, so hat Schiefer vor, Konstanz in die Overather Strategiestelle zu bringen. „Es gab in den letzten Jahren Ereignisse, die Overath kalt erwischt haben“, meint er in Bezug etwa auf den ausgefallenen Weihnachtsmarkt vergangenes Jahr. „Ich habe immer gerne einen Plan in der Schublade, um auf jede Situation reagieren zu können.“

Aktuell arbeite man deshalb an einem zukunftsfähigen Konzept für Veranstaltungen, sodass ehrenamtliche Veranstalter unterstützt würden, ohne dass die Stadt auf Kosten sitzen bleibe. Ein guter Austausch sei hier die halbe Miete. Generell lege der 45-Jährige viel Wert auf transparente Kommunikation und frühzeitige Absprachen, sowohl im Umgang mit der Politik als auch mit seinen Mitarbeitern und den Bürgern.

Aufgaben piorisieren

„Ich vertrete die Haltung, dass wir für die Bürger da sind und nicht, um ihnen das Leben schwer zu machen.“ Das bedeute, dass besonders in finanziell schwierigen Zeiten Aufgaben priorisiert werden müssten. Wenn in dem Fall die Vorstellungen einmal auseinander gingen, sei es wichtig, die Gründe für Priorisierungen und Entscheidungen offen darzulegen. Meisten, so sei seine Erfahrung, komme man damit schon sehr weit. „Wir arbeiten ja alle auf das gleiche Ziel hin: ein lebenswertes Overath.“

Das wolle er auch für die gegenwärtigen Generationen erhalten. In seiner neuen Position sieht er sowohl Vor- als auch Nachteile darin, dass er ganz und gar Overather ist. „Man kann Zusammenhänge oft besser verstehen, dadurch, dass man vielen Themen schon begegnet ist. Aber manche Themen können einem natürlich auch nahe gehen. Das kann ich aber zum Glück sehr gut trennen“, sagt Schiefer.

Sein Arbeitsalltag bringe viel Abwechslung mit sich, so müsse er häufig schnell auf dringliche Ereignisse reagieren, etwa wenn Großeinsätze der Feuerwehr stattfinden. Aber auch in seiner Freizeit findet Schiefer Vielseitigkeit, etwa beim Reisen oder als Trainer der F-Jugend beim TuS-Marialinden.