Abo

Overather MandolinenorchesterDas 90-jährige Bestehen soll nachgefeiert werden

2 min

Das Mandolinenorchester „Bergesklänge“ hatte auch schon einen Auftritt im Dom von Trento in Italien.

Rhein-Berg – Das Beispiel der „Bergesklänge“ macht Mut: Seit gut 90 Jahren besteht das Overather Mandolinenorchester bereits. Als es am 10. August 1930 auf Initiative des seinerzeit neuen Steinenbrücker Pfarrers Josef Herchenbach gegründet wurde, war die Zeit nicht gerade leicht: Im Krisenjahr zuvor hatte die Grube Lüderich, einer der großen Arbeitgeber in der Region, 750 Bergarbeiter entlassen.

Das Mandolinenorchester beim Auftritt in Immekeppel 1975.

Und ab dem Jubiläumsjahr 1940, übrigens dem Geburtsjahr des heutigen Vorsitzenden, war wegen des Zweiten Weltkrieges öffentliches Musizieren nicht mehr angesagt. Rund 80 Jahre später müssen die „Bergesklänge“ wegen der Corona-Pandemie auf ihr Jubiläumskonzert zum 90. bis auf Weiteres verzichten – aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

Jubiläumsfoto mit der aktuellen Besetzung der „Bergesklänge“.

Peter Dresbach, heute Vorsitzender und Sohn des Mitgründers Karl Dresbach, hat in einem sehr lesenswerten Artikel über die Geschichte seines Vereins viel Wissenswertes zusammengetragen – von der Geschichte Hurdens, des Höhenzuges zwischen Sülz und Holzbach, über die Geschichte der Saiteninstrumente und des Mandolinenspiels bis in die Gegenwart.

In Altenbrück entstand in den 1930er Jahren eine Damen-Mandolinengruppe.

Da ist viel Lokalkolorit im Spiel: Man erfährt unter anderem, dass die Hurdener, obwohl politisch zu Overath und kirchlich zu Steinenbrück gehörend, sich eigentlich lieber nach Immekeppel orientierten - was damals noch zu Bensberg zählte. Illustriert ist der Aufsatz mit zahlreichen historischen Aufnahmen aus Dresbachs Archiv.

Eine Aufnahme aus dem Gründungsjahr des Orchesters, 1930, damals spielten nur Männer mit.

Zu sehen sind die „Bergesklänge“ im Wandel der Zeit: Da ist etwa eine Schwarz-Weiß-Aufnahme aus dem Gründungsjahr 1930 dabei. Oder ein Farbfoto von einem Auftritt 1975 in Immekeppel und ein Bild vom Auftritt im Dom von Trento (Italien) 1997. Aber auch das Bild einer „Damen-Mandolinen-Kapelle“ aus dem Altenbrück der 1930er Jahre ist dabei.

Das könnte Sie auch interessieren:

Erschienen ist der Artikel in der Achera 14, der Schrift des Bergischen Geschichtsvereins Overath (BGV). Die beiden Vereine kennen sich gut: Beim Festakt zum 40-jährigen Bestehen des BGV im Oktober 2019 im Kulturbahnhof zupfte das Mandolinenorchester unter anderem Beethovens „Ode an die Freude“.