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Arbeitslosigkeit steigtIn Rhein-Berg gibt es mehr Bewerber als Ausbildungsplätze

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Eine Bewohnerin eines Pflegeheims wird von einer Pflegerin einen Gang entlang geschoben. (Symbolbild)

In Rhein-Berg ist es momentan nicht so leicht, eine passende Ausbildung oder duales Studium zu finden. (Symbolbild)

Aktuell sind nur 396 Ausbildungs- und duale Studienplätze frei. Die Arbeitslosigkeit im Kreis steigt im April auf rund 9.980 Personen.

Immer mehr Menschen sind auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Doch es gibt nicht genug. Dass dementsprechend auch die Arbeitslosigkeit im Rheinisch-Bergischen Kreis steigt, ist wohl kaum verwunderlich.

„Derzeit kommen auf 100 unbesetzte Berufsausbildungsstellen 153 Bewerberinnen und Bewerber. Vor zwei Jahren waren es noch 95“, sagt Nicole Jordy, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach, die auch für den Kreis zuständig ist. „Die demografische Entwicklung wird dazu führen, dass es einen immer größeren Fachkräftemangel geben wird.“

800 Bewerber suchen aktiv nach Ausbildung oder dualem Studium

Im Kreis waren bis April insgesamt 1343 Interessierte als Bewerber und Bewerberinnen für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium bei der Berufsberatung gemeldet, teilt die Agentur mit. Das sind 194 Personen oder 16,9 Prozent mehr als im April des vergangenen Jahres. Von den über 1300 Bewerbern suchen aktuell noch immer 800 aktiv nach einer Stelle, der Rest habe sich bereits für ein Angebot entschieden oder eine Alternative gefunden.

Im Kontrast dazu die Stellen: Regionale Unternehmen haben laut Agentur bisher 620 Ausbildungs- und duale Studienplätze gemeldet. Das sind 137 beziehungsweise rund 18 Prozent weniger als vor einem Jahr. Aktuell sind 396 Ausbildungs- und duale Studienplätze frei. Bei 800 Bewerberinnen und Bewerbern reicht das nicht ansatzweise aus. Grob gerechnet, bleibt rund die Hälfte möglicherweise arbeitslos.

Das Jobcenter betreute im April 59 Prozent der Arbeitslosen

Im April waren im Kreis 9978 Menschen arbeitslos gemeldet, 84 Personen oder 0,8 Prozent mehr als im März und 509 Personen beziehungsweise 5,4 Prozent mehr als 2025. Die Arbeitslosenquote betrug nach Angaben der Agentur 6,4 Prozent und war identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 6,1 Prozent.

Im Rechtskreis der Agentur für Arbeit waren 4082 Personen gemeldet. Das sind 72 Personen mehr als im Vormonat und 540 Personen mehr als vor einem Jahr. Beim Jobcenter, das 59 Prozent der Arbeitslosen im April betreute, waren 5896 Arbeitslose registriert, zwölf Personen mehr als im Vormonat, aber 31 Personen weniger als im Vorjahr.

Im gesamten Bezirk der Agentur ist die Arbeitslosigkeit gestiegen

Insgesamt meldeten sich im vergangenen Monat 1674 Personen arbeitslos. Laut Agentur kamen davon 685 direkt aus der Erwerbstätigkeit. 1569 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 558 eine Erwerbstätigkeit auf.

Im gesamten Bezirk der Agentur, also in Leverkusen, Oberberg und Rhein-Berg, ist die Arbeitslosigkeit ebenfalls gestiegen. 25.873 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 18 Personen beziehungsweise 0,1 Prozent mehr   als im März und 1033 Personen beziehungsweise 4,2 Prozent mehr als vor einem Jahr.

In Rhein-Berg wurden weniger Stellen gemeldet als im März

„Wie so oft, entwickeln sich die Zahlen in den drei Regionen unterschiedlich: Während in Leverkusen weniger Arbeitslose zu verzeichnen sind, ist die Zahl in den beiden Kreisen leicht angestiegen“, sagt Jordy. Die Nachfrage nach Arbeitskräften habe zwar leicht zugenommen, „insgesamt zeigt sich der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk aber eher in einer Seitwärtsbewegung.“

Im Rheinisch-Bergischen Kreis jedenfalls zeichnet sich ein sehr leichter Abwärtstrend ab. 271 Stellen wurden nach Angaben der Agentur im April von den Unternehmen neu gemeldet. Das sind drei weniger als im Vormonat und 70 weniger als vor einem Jahr. Aktuell befanden sich damit 1219 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.