Sport im BergischenDas große Lauffest im Wald

Lesezeit 3 Minuten
Der Ultra Marathon startet

Der Start des Ultra-Marathons.

Zur Jubiläumsauflage des 50. Königsforst-Marathons gelang dem TV Refrath eine sportlich hochwertige Veranstaltung mit vielen zufriedenen Gesichtern.

„Ihr Lieben! Habt viel Spaß auf der Strecke!“ Wer so freundlich von Organisationsleiter Jochen Baumhof zum Landschaftslauf in den Königsforst geschickt wird, läuft mit einem Strahlen los und überwindet die Leiden während des Wettkampfs umso leichter.

Am Sonntag hatten exakt 1889 Läuferinnen und Läufer die grüne Lunge von Köln fest im Griff.  Bürgermeister Frank Stein (SPD) schoss das Startfeld mit auf die Strecke, begeistert unterstützt von Baumhof und vielen Sponsoren.

Zwischen 9.15 und 11.20 Uhr ging es in Gruppen von bis 250 Sportlern auf die Strecke, und als die letzten kurz nach 11.20 Uhr gerade unterwegs waren, eilten die schnellsten Marathonläufer mit gewaltigen Schritten dem Ziel auf dem Lehrerparkplatz am Albertus-Magnus-Gymnasium entgegen.

In Wellenstarts ging es in den Wald

Die Wellenstarts, die sich der Verein in Corona-Zeiten ausgedacht hat, sind geblieben und zu einem der Markenzeichen des langlebigen Laufs geworden. Nach Bensberg kamen Teilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik, nach der Neuaufstellung des Laufs vor zehn Jahren hat er deutlich an Attraktivität und Wahrnehmung gewonnen.

Der Star des Tages war aber weder ein Läufer noch eine Läuferin. Die neue Strecke fand bei den meisten Teilnehmern großen Gefallen. Statt auf dem Radgehweg an der Landstraße nach Forsbach gedrängt zu laufen, ging es auf breiten und gut gepflegten Wanderwegen ins Grüne. Die Sportler erlebten mehr den südlichen Teil des Königsforstes, in Richtung Rath und Kleineichen verlief ein Großteil der Strecke.

Drei Getränkestationen gab es unterwegs, an denen die Helfenden vom TV Refrath und vom Arbeiter-Samariter-Bund über Stunden ausharrten. Weit über einhundert Helfer unterstützten die Großveranstaltung, die in dieser Form einmalig in der Kreisstadt ist. Bis auf eine Steigung nach Forsbach gelang es sogar, den welligen Königsforst auszutricksen.

Und zum Finale hatte die Streckenplaner nicht zu viel versprochen: Auf der schnellen, flachen Passage der alten Bahnstrecke Bensberg-Forsbach kamen die allermeisten Läufer gut ins Rollen, bis zum Zieleinlauf in Bensberg. Belohnt wurden alle Finisher mit der „Uhu“-Jubiläumsmedaille und dem von „Das Bergische“ gesponserten Frühstücksbrettchen aus nachhaltigem Holz.

Einige Rekorde fallen

Dass bei einem idealen Lauftag mit 12 Grad Celsius Rekord fallen könnten, hatten sich die Veranstalter erhofft. Die bemerkenswerteste Leistung des Tages gelang dabei Norbert Hofmann von der LG Westerwald. Als Läufer der Altersklasse M85 war er mit 85 Jahren der älteste Läufer, der jemals beim Königsforst-Marathon die Marathon-Strecke von 42,195 Kilometer erfolgreich absolvierte, 5:20:30 std. benötigte der Westerwälder.

Dr. Günter Scheibehenne verbesserte den M75-Rekord auf 4:27:10 std. Damit ließ er zahlreiche Jüngere hinter sich. Im Ultralauf über 63,3 Kilometer drückte Siegerin Joanna Tallmann (Selbstläufer Altenahr) den Meisterschaftsrekord um über 20 Minuten auf 4:56:20 std, dafür gab es einen Freistart 2025 und eine Sonderprämie von 250 Euro. Schnellster Mann über die kaum vorstellbare 63,3-km-Strecke war Enrico Käseberg (TTT Remscheid) in 4:46:04 std.

Auf der Marathondistanz siegten Ira Achenbach (SG Wenden) in 2:58:20 und Jimmy Balla (Tri Power) in 2:54:31 std. Timothy Engel und Kim Zwicker jubelten im Halbmarathon. Insgesamt fielen fünf Altersklassenrekorde am Jubiläumstag, versüßt mit je 50 Euro und Freistarts für 2025.

Und nach dem Lauf ist vor dem Lauf. Am 16. Juni öffnet die Anmeldung, neun Monate vor dem Lauftag am 16. März 2025. 2025 findet der Königsforst- Halbmarathon zum 50. Mal statt.

KStA abonnieren